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Göttingen Klaus Faber über Charme und Schwof
Die Region Göttingen Klaus Faber über Charme und Schwof
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00:20 09.11.2018
Klaus Faber in seinem Element – auf der Bühne bei einer Göttinger Oldie-Night. Quelle: Peter Heller
Göttingen

Zum vierten Mal lädt das Göttinger Musiker-Urgestein Klaus Faber zur „Oldie-Night“. Am 10. November gastiert das Live-Spektakel mit Kultbands aus den 60er- und 70er-Jahren erstmals in der Stadthalle. Dem Tageblatt verriet Oldie-Night-Erfinder Klaus Faber, wie es dazu kam – und was er für das große Finale plant.

Herr Faber, Sie haben früher bei den Göttinger Altstadtfesten das Bühnenprogramm mitgestaltet und dort auch selbst Musik gemacht. Das Fest gibt es nicht mehr – und dennoch sind Sie auch heute noch bei vielen Events in der Region der wichtige Mann im Hintergrund.

Ja, ich habe für die Göttinger Werbegemeinschaft und Pro City über 20 Jahre lang das Bühnenprogramm und die Logistik für das Gänseliesel-Fest, 15 Jahre lang die „Nacht der Kultur“ und auch „Göttingen zieht an“ organisiert. Das mache ich heute immer noch. Bei vielen Veranstaltungen habe ich auch selbst gespielt und für viele Institutionen Events organisiert. Seit der Grenzöffnung gestalte ich auch das Möhren- und Stadtfest in Heilbad Heiligenstadt mit.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, eine Oldie-Night ins Leben zu rufen?

Zu meinem 50-jährigen Bühnenjubiläum kam mir die Idee, Musiker, mit denen ich früher gespielt habe, einzuladen. Das stieß auf große Begeisterung – und viele kamen. Das bekamen auch viele Göttinger mit, und so wurde aus einem Musiker-Klassentreffen, wie es gedacht war, plötzlich eine größere Veranstaltung. Natürlich habe ich auch frühere Bands aus Göttingen dazu eingeladen.

Inzwischen steht die vierte Oldie-Night vor der Tür. Hatten Sie Sorge, dass Sie sich damit möglicherweise aus wirtschaftlicher Sicht übernehmen könnten?

Meine Bedenken, das ich das finanziell nicht stemmen kann, waren verflogen, als wir bei der Premiere innerhalb von zehn Tagen ausverkauft waren. Ich hörte dann häufiger: „Wann gibt es die nächste Oldie-Night“? So waren wir 2015, 2016 und 2017 in der Soccer Arena jedes Mal ausverkauft.

Für die vierte Auflage müssen Sie allerdings die Location wechseln.

Richtig, die Soccer Arena ist derzeit geschlossen. Irgendwann kam mir die Idee mit der Stadthalle. In den 60er-Jahren wurde sie gebaut und eröffnet. Was liegt da näher, als die Musik aus diesem Jahrzehnt genau dort noch einmal erklingen zu lassen, bevor die Baumaschinen anrücken? Ich unterbreitete den Vorschlag der Stadtverwaltung. Nach einer etwas schwierigen Terminfindung bekam ich den 10. November zugesagt. Und dann musste alles flott in die Planung gehen.

Wie hat das Publikum den Wechsel in die Stadthalle aufgenommen?

Nachdem das Tageblatt den Vorverkaufstermin veröffentlichte, waren am ersten Vorverkaufstag alle Tickets innerhalb von anderthalb Stunden ausverkauft. Ich war hocherfreut, aber ein kleiner Wermutstropfen blieb, da viele keine Eintrittskarte mehr bekommen haben. Das tut mir wirklich leid, ich hätte gerne alle mit dabei gehabt.

Warum gibt es diesmal weniger Karten als bei den ersten drei Veranstaltungen?

Da wir Sitzplätze an Tischen und eine Tanzfläche haben, ist das Kartenkontingent begrenzt. Dafür gibt es strenge Regularien, die nicht zu umgehen sind. Sollte es im nächsten Jahr wieder eine Oldie-Night geben, versichere ich, dass die Kapazitäten größer sein werden. Allerdings sage ich auch: Der Charme und die Atmosphäre dieser Veranstaltung müssen erhalten bleiben.

Wie ist der Stand der Vorbereitungen für den 10. November?

Die Bands Aorta, Eccentrics, Take Five, Panzerknacker, Boom, Beatniks und Rathausrocker bereiten sich gerade musikalisch auf den Abend vor. An dieser Stelle geht ein riesiger Dank an die Bands, ohne die es solche fantastischen Oldie-Abende nicht geben würde. Die Musiker reisen teilweise von außerhalb an, um noch einmal die Oldies erklingen zu lassen. Sie spielen ohne Gagen, bekommen lediglich eine kleine Aufwandsentschädigung. Ich bin überzeugt, die Spielfreude wird auch zum vierten Mal auf das Publikum überschwappen. Weiterhin geht ein großer Dank an die Sponsoren. Ohne die finanzielle Unterstützung gäbe es auch die vierte Göttinger Oldie Night nicht. Nur vom Eintrittsgeld könnte das niemals bezahlt werden.

Was macht die Oldie-Night eigentlich so besonders?

Sich im bequemen Sessel musikalisch berieseln lassen, dafür gibt es andere Veranstaltungen. Bei der Oldie-Night werden Songs der 60er- und 70er-Jahre noch einmal live gespielt. Dazu kann man prima schwofen, Freunde treffen, alte Fotos anschauen, flanieren und vieles mehr. Das macht die Oldie-Night zum Erlebnis.

Verraten Sie uns, wie sich die Oldie-Night am Ende der Veranstaltung aus der Stadthalle verabschieden wird?

Zum Abschluss ist geplant, alle Bands um Mitternacht noch einmal gemeinsam auf die Bühne zu holen und zusammen mit dem Publikum „Hey Jude“ zu singen. Damit wollen wir der Stadthalle vorerst „Auf Wiedersehen“ sagen. Ich freue mich schon sehr auf diesen Moment.

Von Markus Riese

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