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Göttingen 41-Jähriger muss nach Gewaltausbrüchen in Maßregelvollzug
Die Region Göttingen 41-Jähriger muss nach Gewaltausbrüchen in Maßregelvollzug
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18:26 24.09.2018
Quelle: dpa
Göttingen

Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen Sachbeschädigung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten und ordnete außerdem die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Der Angeklagte leide an einer Persönlichkeitsstörung und stelle unbehandelt eine Gefahr für die Allgemeinheit dar, sagte der Vorsitzende Richter Matthias Thielbeer bei der Urteilsverkündung.

Der 41-Jährige hatte im Dezember vergangenen Jahres einem Mitbewohner ohne Vorwarnung mit einem hammerähnlichen Gegenstand aus Metall dreimal auf dem Kopf geschlagen. Nach den Erkenntnissen des Gerichts hatte er sich zur Tatzeit in einem psychotischen Zustand befunden und sich verfolgt gefühlt. Vorher habe er massiv Amphetamine zu sich genommen und längere Zeit nicht geschlafen.

Blutende Risswunde am Kopf

Er sei in der Tatnacht in das Zimmer seines Mitbewohners gegangen und habe diesem mit dem Metallgegenstand gegen die rechte Schläfe, den Hinterkopf und das Ohr geschlagen. Der Mitbewohner erlitt unter anderem eine stark blutende Risswunde.

Das Gericht wertete den Angriff als eine gefährliche Körperverletzung. Es sei lediglich dem Glück und dem Zufall zu verdanken, dass das Opfer keine schwereren Verletzungen erlitten habe, sagte der Vorsitzende Richter am Montag. Allerdings könne er für diese Tat nicht verurteilt werden, da zur Tatzeit seine Einsichtsfähigkeit so stark beeinträchtigt war, dass er schuldunfähig gewesen sei.

Persönlichkeitsstörung, Abhängigkeit und Psychose

Laut dem Gutachten eines psychiatrischen Sachverständigen habe bei dem Angeklagten zur Tatzeit ein „Dreiklang“ vorgelegen: Der heute 41-Jährige leide zum einen an einer Persönlichkeitsstörung, die seine Affektregulierung beeinträchtige. Diese Grunderkrankung sei die Ursache dafür, dass er von Cannabinoiden und Amphetaminen abhängig geworden sei. Der Drogenkonsum wiederum habe dann die akute Psychose ausgelöst.

Später war der Angeklagte in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen worden, wo er auf einer offenen Station untergebracht war. Im Februar geriet er nach Angaben des Gerichts dort in alkoholisiertem Zustand bei einem Gespräch mit einer Ärztin derart in Erregung, dass er mit einem zerbrochenen Stuhl um sich schlug und mit einem Feuerlöscher die Scheibe des Stationsdienstzimmers einschlug.

Schaden von 3000 Euro

Insgesamt entstand bei der Randale ein Schaden von etwa 3000 Euro. Nach Ansicht des Gerichts hat sich der Angeklagte damit der Sachbeschädigung schuldig gemacht. Der Vorsitzende Richter wies zudem darauf hin, dass die Ärzte und das Pflegepersonal sich durch das Verhalten des Mannes massiv bedroht gefühlt hätten.

Anders als die Verteidigung, die auf eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt plädiert hatte, hielt das Gericht eine Unterbringung im Maßregelvollzug für erforderlich. Eine isolierte Behandlung seines Hanges zu Cannabinoiden und Amphetaminen reiche hier nicht aus. Vielmehr müsse die Grunderkrankung – seine Persönlichkeitsstörung – behandelt werden. Ohne eine solche Behandlung seien von dem Mann auch in Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit gleich gelagerte Taten zu erwarten.

Von Heidi Niemann

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