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Göttingen Versuchter Totschlag in Markoldendorf
Die Region Göttingen Versuchter Totschlag in Markoldendorf
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09:01 26.10.2018
Wegen einer Gewaltattacke mit einem Dönermesser muss sich seit Mittwoch ein 49-jähriger Mann aus Bad Gandersheim vor dem Landgericht Göttingen verantworten. Quelle: dpa
Göttingen

Wegen einer Gewaltattacke mit einem Dönermesser muss sich seit Mittwoch ein 49-jähriger Mann aus Bad Gandersheim vor dem Landgericht Göttingen verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten unter anderem versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung vor.

Der 49-Jährige soll Anfang Mai nachts einen 57-jährigen Familienvater an dessen Wohnhaus in Markoldendorf (Kreis Northeim) aufgesucht haben, um diesen wegen einer vorangegangenen Auseinandersetzung zwischen mehreren Familienmitgliedern zur Rede zu stellen. Der Angeklagte soll dem 57-Jährigen gedroht haben, ihn umzubringen, und mehrfach mit einem langen Messer auf ihn eingeschlagen und eingestochen haben. Der 57-jährige erlitt unter anderem mehrere Wunden am Kopf und am Arm und musste noch in der Nacht in der Göttinger Uni-Klinik operiert werden.

In Rosdorf in Untersuchungshaft

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat der Angeklagte den Tod des 57-Jährigen billigend in Kauf genommen. Er habe erst von ihm abgelassen, als er bemerkt habe, dass Angehörige des 57-Jährigen Hunde auf ihn hetzen und die Polizei verständigen wollten. Der 49-Jährige war einige Stunden später von einem Sondereinsatzkommando der Polizei in seiner Wohnung in Bad Gandersheim festgenommen worden. Er sitzt seitdem in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf in Untersuchungshaft.

Zu Prozessbeginn wollte der Angeklagte keine Angaben zur Sache machen. Gegen den damals schwer verletzten 57-Jährigen, der in dem Prozess als Nebenkläger auftritt, ist ebenfalls ein Ermittlungsverfahren anhängig, weil er an der vorangegangenen Auseinandersetzung auf einem Supermarkt-Parkplatz in Einbeck beteiligt gewesen sein soll. Der Vorsitzende Richter wies ihn darauf hin, dass ihm deshalb ein Zeugnisverweigerungsrecht zustehe. Der 57-Jährige machte davon jedoch keinen Gebrauch und ließ sich als Zeuge befragen.

Diverse Vorfälle und wechselseitige Strafanzeigen

Er habe den Angeklagten bis zu dem Vorfall nicht gekannt, berichtete der Rentner, der vorher als Kfz-Mechaniker tätig war. Seinen Angaben zufolge gibt es eine drei Jahre lange Vorgeschichte zu der Tat. Einer seiner Söhne sei damals mit einer Tochter des Angeklagten gemeinsam zur Schule gegangen. Der Sohn habe eine Freundin gehabt, die von der Tochter des Angeklagten beleidigt worden sei. In der Folgezeit habe es diverse Vorfälle und wechselseitige Strafanzeigen gegeben, bei denen aber „nie etwas herausgekommen“ sei.

Am Tattag sei eine seiner Töchter in Einbeck bei einem zufälligen Zusammentreffen auf einem Parkplatz von Familienangehörigen des Angeklagten geschlagen worden. Seine Tochter habe zunächst ihn angerufen und um Hilfe gebeten. Er habe aber seine Autoschlüssel nicht gefunden und ihr geraten, zwei seiner Söhne anzurufen, die sich in der Nähe aufhielten. Als er endlich seine Schlüssel gefunden hatte und hinzukam, habe er versucht, die Kinder zurückzuhalten. Er habe außerdem die Ehefrau des Angeklagten zur Rede gestellt, wie sie es zulassen könne, dass die Kinder sich schlagen.

Drei verletzte Jugendliche

Die Polizei hatte damals berichtet, dass insgesamt elf Personen aufeinander eingeschlagen und getreten hätten. Erst mit Unterstützung weiterer Polizeibeamter habe die Situation unter Kontrolle gebracht werden können. Drei Jugendliche seien bei der Auseinandersetzung erheblich verletzt worden.

Der 57-Jährige hatte sich anschließend nach Hause begeben. Kurz vor Mitternacht habe dann ein ihm unbekannter Mann bei ihm geklingelt. Anfangs habe dieser immer nur gestottert: „Ich bin ein Mann, ich bin ein Mann.“ Später habe er gesagt, dass seine Frau beleidigt und von fünf Männern zusammengeschlagen worden sei und dass er Waffen dabei habe. Er habe versucht, dem Mann zu erklären, wie alles angefangen habe. Während des Gesprächs auf der Treppe sei immer wieder dessen Tochter um die Ecke gekommen und habe herum geschrien. „Mir kam es so vor, als ob sie ihn aufgehetzt hat“, sagte der 57-Jährige. Der Mann habe dann mehrfach gedroht, ihn umzubringen, und sei plötzlich mit einem langen Messer auf ihn losgegangen.

Der 57-Jährige erlitt durch die Messerhiebe so erhebliche Verletzungen am Arm, dass er seitdem in seiner Motorik eingeschränkt ist. Er könne beispielsweise nicht mehr schrauben, berichtete er. Das Gericht hat für den Prozess neun Verhandlungstage angesetzt.

Von Heidi Niemann

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