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Göttingen 500 Teilnehmer demonstrieren friedlich gegen Krieg in Afrin
Die Region Göttingen 500 Teilnehmer demonstrieren friedlich gegen Krieg in Afrin
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00:16 06.02.2018
Demonstration in Göttingen gegen den Krieg in Afrin Quelle: Rüdiger Franke
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Göttingen

„Ein großes Kompliment“ sprach Einsatzleiter Aribert Ebeling an Versammlungsleiter Bilen Onal aus. Er habe die Demonstration gut organisiert. Es sei nicht immer leicht, so viele verschiedene Gruppen, politische, religiöse und gesellschaftliche, unter einen Hut zu bekommen. Außer dem Zentrum der Eziden und der Antifaschistischen Linken waren die Gesellschaft für bedrohte Völker, NAV-DEM (Demokratisches Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland), ATIF (Föderation der Arbeiterinnen aus der Türkei in Deutschland), Redical. M, die Basisdemokratische Linke, die AG Antifa Die Linke und die Tamilische Freiheitsbewegung in dem Zug vertreten.

„Wir haben aber auch Parteien und deren Vertreter sowie die katholische, evangelische und jüdische Gemeinde angeschrieben und um Beteiligung gebeten“, berichtete Azad Onan, Pressesprecher des Zentrums für Eziden. In Afrin leben viele Menschen unterschiedlicher Ethnien und Religionen, berichte Onan. Deshalb solle die Demonstration auch ein möglichst vielfältiges Teilnehmerfeld widerspiegeln.

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Demonstration in Göttingen gegen den Krieg in Afrin

Uneinigkeit über Ablauf

Uneins waren sich die unterschiedlichen Teilnehmergruppen über den Ablauf der Demonstration. Während sie von Seiten der Yeziden als stiller Marsch durch die Stadt, mit Kundgebungen am Anfang und Ende, geplant war, nutzten die Mitglieder den mitfahrenden Lautsprecherwagen auch während des Zuges. Davon distanzierte sich zum Beispiel Kamal Sido, Nahostreferent der Gesellschaft für bedrohte Völker.

Hoffen auf die USA

„Wir wollten ruhig und still auf das Schicksal der Menschen in Afrin aufmerksam machen“, erklärte Sido. Er wolle nicht den politischen Kampf der politischen Linken unterstützen. Auch sehe er die Parolen gegen den Imperialismus nicht als hilfreich an. „Die Amerikaner unterstützen unsere Leute“, sagte er. Und mit „unsere Leute“ meint er unter anderem seine Familie. Seine Mutter, zwei Brüder und eine Schwester leben in Afrin. Die Internetverbindung funktioniere nicht mehr, erzählte er. Er erhalte nur noch Sprachnachrichten – und höre dabei auch seine Mutter weinen.

Nach einer kurzen Auftaktkundgebung am Gänseliesel setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung. Die Teilnehmer gingen über die Weender Straße, Robert-Gernhardt-Platz, Stumpfebiel weiter in Richtung Nikolaistraße, vorbei am Sitz der Göttinger SPD, der von der Polizei besonders geschützt wurde. Über die kurzzeitig gesperrte Bürgerstraße, die Kurze-Geismar-Straße und die Rote Straße erreichten die Demonstranten ihr Ziel an der Ecke Obere Karspüle / Albanikirchhof. Nach einigen Redebeiträgen, die die Situation in Afrin noch einmal anprangerten, endete die Versammlung mit einer orientalischen Folkloreeinlage über die Lautsprecher. Das sei zwar nicht mehr Bestandteil der Versammlung gewesen, sagte Einsatzleiter Ebeling, sei aber ein guter Einfall gewesen, um die Leute mit Hoffnung nach Hause zu schicken.

Einen aktuellen Bericht zur Situation in Afrin finden Sie hier.

Von Rüdiger Franke

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