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Göttingen Neujahrsempfang der Grünen in Göttingen
Die Region Göttingen Neujahrsempfang der Grünen in Göttingen
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11:54 07.02.2018
Gastrednerin Ricarda Lang (Bundessprecherin Grüne Jugend) mit Marie Kollenrott (Stadtverband), Zoe Limberg (Grüne Jugend) und Konstantin Mallach (Stadtverband) (v.l.). Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen

„Uns steht ein spannendes, sehr interessantes oder auch sehr unangenehmes Jahr bevor“, sagte Kreisvorstandssprecherin Viola von Cramon. Das vergangene Jahr sei nicht besonders gut gewesen. Dem widersprach der Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin, auch wenn die Grünen sowohl bei den Landtags- als auch Bundestagswahlen unter der eigenen Zielsetzung geblieben sei: „Ich fand das Jahr gar nicht so schlimm. Immerhin haben wir 20 Prozent mehr Mitglieder als vorher.“

Verhandlungen

Auch sprach Trittin die Verhandlungen zur Jamaikakoalition an. Im Gegensatz zum „Genschern“ würde das „Lindnern“ nicht in die Regeln von Kartenspielern aufgenommen. Sein Verhalten wäre vergleichbar, „als würde man beim Skat Grand Hand Schneider Schwarz ankündigen und nach fünf Karten plötzlich Null spielen“. Die SPD verglich er mit mutigen Ziegen auf Mallorca. „Wenn die SPD mutig wäre und Frau Nahles eine Ziege, hätte sie klar gesagt: Klar machen wir eine Große Koalition, aber nicht mit Ihnen, Frau Merkel.“

Rund 90 Gäste haben den Neujahrsempfang der Grünenverbände von Stadt und Landkreis Göttingen besucht.

Das Abschneiden der AfD bei der Bundestagswahl und das Erstarken rechter Tendenzen in Europa thematisierten sowohl von Cramon und Trittin als auch die Gastrednerin Ricarda Lang, Bundessprecherin der Grünen Jugend. So sei die im kommenden Jahr anstehende Europawahl eine der wichtigsten Wahlen, erklärte Lang. Man dürfe sich von Sebastian Kurz, Viktor Orbán oder Björn Höcke nicht das geeinte Europa kaputtmachen lassen. Man müsse die Rechten und ihre Strategie ernst nehmen.

Veränderungen

„Wer für Europa kämpft, muss etwas verändern wollen“, sagte Lang. Dazu gehöre auch, zu fragen, warum sich Menschen den Rechten anschließen. So sei es unter anderem wichtig, Antworten auf die Angst vor Globalisierung und Digitalisierung zu finden und diese Themen nicht einfach als unbedenklich abzutun. „Wir müssen Menschen auch für demokratisches Engagement begeistern“, so die 24-Jährige. Der Kampf gegen Rechts lasse sich nicht mit erhobenem Zeigefinger gewinnen.

Wahlrecht

Gekämpft hätten auch die Frauen vor 100 Jahren, als sie ihr Wahlrecht durchsetzten. Gekämpft werden müsse aber auch hier noch weiter, „und zwar nicht nur für die Frauenquote in Aufsichtsräten“. Vielmehr müsse auch mehr für das Ansehen und die Bezahlung von zum Beispiel Kassiererinnen und Kindergärtnerinnen getan werden.

Von Rüdiger Franke

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