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Göttingen Angebot für ältere psychisch Erkrankte
Die Region Göttingen Angebot für ältere psychisch Erkrankte
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00:33 20.04.2018
Ergotherapeutin Ute Krull (2.v.l.) Josef Mörz, Leiter der Trialog-Einrichtungen im Landkreis, Leiterin Andrea Fuchs (4.v.l.) mit Besucherinnen auf der Terrasse vor der neuen Tagesstätte. Quelle: Böhm
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Göttingen

Mit ihrer Abteilung Trialog betreibt die AWO in Göttingen und im Landkreis mehrere Tagesstätten und Wohnheime für psychisch Erkrankte. Die neue Tagesstätte ist in der Kiesseestraße 63 a untergebracht. In dem Gebäude befinden sich außerdem therapeutische Wohngemeinschaften sowie ambulante Hilfsangebote.

20 Plätze hat die neue Tagesstätte, die seit 1. Februar geöffnet hat. Elf sind bereits belegt. „Wir haben festgestellt, dass ältere Menschen, die psychisch erkrankt sind, eine andere Tagesstruktur brauchen“, so Josef Mörz, Leiter der Trialog-Einrichtungen der AWO im Landkreis. Ruhiger soll es hier zugehen, mehr Pausen eingelegt werden. Und ein fester Ablauf sei wichtig.

Wieder aktiv am Leben teilnehmen

Ein weiterer Unterschied zu jüngeren Betroffenen: „Hier geht es nicht mehr um die Arbeit“, so Mörz. Die Wiedereingliederung in die Arbeitswelt spiele keine Rolle mehr. Die Teilnehmer, die unter Psychosen, sozialen Ängsten oder Depressionen leiden, sollen zu Hause wohnen bleiben und Fähigkeiten erwerben, um wieder aktiv am Leben teilnehmen zu können.

Lebenspraktisches und soziales Training stehe im Mittelpunkt, fasst Mörz das Angebot zusammen. Viele psychisch Erkrankte seien einsam und sozial isoliert, so Andrea Fuchs, die die Tagesstätte in der Kiesseestraße leitet. Diese Menschen wagten sich allein nicht mehr mit dem Bus in die Stadt zu fahren, hätten verlernt mit anderen Kontakte zu schließen.

„Ich bin hier happy“

In der Tagesstätte gibt es ein festes Programm. Kochgruppe, Spaziergänge, Gartengruppe, Ergotherapie. Von 9 bis 15 Uhr können die Männer und Frauen kommen. Kernzeit, die eingehalten werden muss, ist 9 bis 13 Uhr. An ein bis zwei Gruppenangeboten pro Tag nimmt jeder teil, dazwischen gibt es viel freie Zeit. Auch um einfach miteinander zu reden und Kontakte zu knüpfen. „Das klappt“, freut sich Mörz. Zwei der älteren Männer, die hierher kommen, hätten sich jetzt am Wochenende zum Schachspielen verabredet.

Sie sei erst sehr skeptisch gewesen, erzählt eine 61jährige Frau, die seit Anfang März in die Tagesstätte kommt. Lauter alte Leute! Langweilig würde das sein. Jetzt sei sie begeistert von den schönen neuen Räumen, von den Angeboten wie Kochen und Gymnastik. Und von dem Garten, der jetzt mit ihrer tatkräftigen Unterstützung angelegt werden kann. „Ich bin hier happy“, sagt sie.

Probetag in der Tagesstätte

Ein Paradies sei der Garten, bestätigt eine 50jährige, die im Haus ein kleines Appartement hat und von Montag bis Freitag an den Angeboten teilnimmt. Die Ergotherapie habe sie angeregt, auch zu Hause etwas zu gestalten, erzählt eine 53jährige.

Jeder, den das Angebot interessiert, kann in der Tagesstätte einen Probetag machen. Wenn alle Beteiligten sich einig sind, dass es das richtige Angebot ist, helfen die Mitarbeiter von Trialog auch den Antrag zu stellen. Finanziert wird der Aufenthalt über Wiedereingliederungshilfen. „Wir können allerdings keine Patienten mit einem erhöhten Pflegbedarf bei körperlichen Einschränkungen aufnehmen“, sagt Mörz. Auch Menschen, bei denen eine Suchtproblematik im Vordergrund steht, oder Patienten mit einer Demenzerkrankung seien in anderen Einrichtungen besser aufgehoben.

awo-goettingen.de

Von Christiane Böhm

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