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Göttingen Abenteuer Geocaching: Schnitzeljagd mit den GEB in Göttingen
Die Region Göttingen Abenteuer Geocaching: Schnitzeljagd mit den GEB in Göttingen
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18:14 01.08.2018
Aufforderung zum Nase platt drücken: Hinter der Scheibe entdecken (v.l.) Paul, Nora und Mika eine Karte mit dem nächsten Hinweis. Quelle: Stefan Kirchhoff
Göttingen

Tobias Bergmann, Sohn Paul (3), Nichte Nora (6) und Neffe Mika (10) trotzen der Nachmittagssonne und machen sich bereit zum Finale. Zwei von drei Strecken haben sie am Vortag und am Vormittag absolviert, jetzt scharen sie sich um den Startpunkt der dritten Etappe – den Magenta-Abfallbehälter neben dem Eingang des Badeparadieses Eiswiese. „Wir haben schon Erfahrung“, betont Mika; er meint nicht die beiden Touren zuvor: „Ich freu mich, wenn es jedes Jahr neue Rätsel gibt.“ Die routinierten Schnitzeljäger legen los.

Die Ziffern sind entschlüsselt – das Zahlenschloss ist geknackt. Quelle: Stefan Kirchhoff

Zunächst müssen sie den Buchstaben B, I, und O Zahlen zuordnen – ein leichter Auftakt: „Das können wir“, rufen Nora und Mika. „Das B ist eine Acht wegen der übereinanderliegenden Nullen. Das I ist eine Eins und das O ist eine Null. 810.“ Mika gibt die drei Ziffern in ein am Behälter hängendes Zahlenschloss ein und öffnet Sesam – eine Klappe, aus der er einen Dreikantschlüssel zieht. Mika schnappt sich das Werkzeug, öffnet den abfallfreien Minicontainer. Tobias Bergmann bleibt dezent im Hintergrund.

Der erste Hinweis: Die Schnitzeljagd beginnt – auf zum Freibad. Quelle: Stefan Kirchhoff

Die Kinder holen eine Mülltüte aus Papier, Hygienehandschuhe und eine laminierte Karte heraus, mit Hinweisen auf der einen und Tipps auf der anderen Seite zum Aktionsthema Biokompost/Biotonnen. Das Trio wird aufgefordert zum Eingang des Freibades zu gehen; dort soll es mehr Infos geben. Jetzt werden die Handschuhe übergestreift, die Blicke haften am Boden, links und rechts des Wegs. „Auf dem Weg zum Cache sammle ich gern Müll ein. Sonst hat man ja keine Zeit dazu“, sagt Mika. Erstaunlich: bis zum Freibad liegt nichts auf der Erde, das in die Mülltüte gehört. Möglicherweise haben sich diverse Vorgänger des Öfteren gebückt.

Die Aufforderung an der ersten von fünf Stationen lautet, sich am zweiten Anlaufpunkt, den Scheiben des Freibadeingangs, „die Nasen platt zu drücken“. Gelesen, getan: Auf der Karte hinter Glas werden die Schnitzeljäger informiert, wo es demnächst lang geht – zuerst im Klartext: Zur Leinebrücke nahe dem Sandweg, am Geländer hängen Liebesschlösser. Bitte das passende suchen. Dann wird der Text kryptisch, jedes Wort beginnt mit dem letzten Buchstaben, der erste kommt zum Schluss: nedüS gnuthciR retieW. Für Nora eins, für Mika kein Problem.

Die Übersetzung lautet: Bald trefft ihr auf einen Zebrastreifen. Rüber über den Sandweg, weiter an der Leine entlang bis zur Gebäudeecke am Trimm-Dich-Pfad. Hier guckt ihr in die Röhre.

Rarität auf dem Weg zu den Caches: Ein kleines „Müll-Eldorado“

Das, was nicht drauf steht, steht für die Kinder jetzt im Vordergrund. Am Boden neben dem Freibadeingang bietet sich ihnen eines kleines „Müll-Eldorado“. Besucher haben achtlos ihre Kippen fallen lassen. Und die benachbarte Grasfläche ist mit etwas Bonbonfolie garniert. Kommt alles in die Tüte.

Gefunden: Auf diesem Liebesschloss stehen drei Zahlen, die Mika an der dritten Station brauchen wird. Quelle: Stefan Kirchhoff

Bergmann und die Kinder schlendern zur Schloss-Brücke. Am Geländer gibt’s geschätzt 200 Liebesschlösser, viele im Bronzeton. Eins in dieser Farbe hat die Zahl, die das Schloss an Station drei knackt. Unmöglich? Oder hat’s Mika schon gefunden? „Nee, doch nicht. Da steht nur ‚Mika und Jasmin‘ drauf, mit einem Herzen. Das kann‘s nicht sein.“ Diese Aufgabe erfordert eine Engelsgeduld.

Die Paul nicht mehr hat. Er will auf den Arm. Die Hitze und die Tour am Vormittag fordern ihren Tribut. Mika und Nora sind unverdrossen auf der Suche. Schließlich mit Erfolg. Stift und Zettel haben sie nicht – die entdeckten Zahlen bleiben im Kopf.

Ein großes Fragezeichen über dem Kopf

Sie folgen der Spur der Fährtenleger bis zur Rückseite vom Haus des Sports. Und suchen. Und wer das tut, der findet. Die gespeicherten Ziffern sind noch präsent, der freigelegte Cachebehälter ist im Nu offen – der Hinweis: Gegenüber der Südseite des in Sichtweite liegenden Jahnstadions steht ein Zaun in der Nähe des Diskusrings. An dem hängt ein Schild, auf dem steht, wer für den Zaun verantwortlich ist. Die drahtige Grenze zur Sportanlage haben die GEB angelegt – steht da; aber was haben die mit dem Zaun und dem nächsten Hinweis zu tun? Vor allem: mehr steht auf den beiden Seiten des Schilds nicht drauf. Das Fragezeichen über Mikas Kopf wird immer größer. Doch der Junge gibt nicht auf. Er lüftet dieses vorletzte Geheimnis.

„Als Geocacher muss man hartnäckig sein“

Tobias Bergmann schmunzelt. „Da sind schon Leute dran verzweifelt und haben aufgegeben. Als Geocacher muss man hartnäckig sein.“ Als Schnitzeljäger ebenso. Natürlich auch an der letzten Station vor dem Haupteingang des Jahnstadions. An einer Orientierungskarte „kommt es auf den richtigen Winkel an“ – genauer: auf die passende Sichtweise. Anschließend wird die spärlich befüllte Papiertüte an Ort und Stelle in einer großen grauen Tonne versenkt. Mehr als die Plastikverpackung unter einer Bank hatten die Kinder nicht mehr gefunden.

Geschafft: Mika, Nora, Paul und Tobias Bergmann haben alle drei Strecken erfolgreich absolviert. Quelle: Stefan Kirchhoff

Für Aufgaben dieser Art gebe es Lob von den Geocachern, sagt Bergmann. Der 36-Jährige Mitarbeiter einer Göttinger Agentur für Kommunikation hat Routen und Stationen in Kooperation mit den Entsorgungsbetrieben mit konzipiert. Er kennt der Rätsel Lösungen und freut sich über die Grübelei vor den Verstecken wie die Suchenden.

Fortsetzung des stadtweiten Frühjahrsputzes XXL

Teilnehmer, die am Ende jeder der drei Schnitzeljagden die Information zum Entzaubern des finalen Mystery-Cache ermittelt haben, können beim Gewinnspiel Preisglück haben , so Maja Heindorf. „Rätsel, Spaß und umweltbewusster Umgang mit Abfall werden spielerisch vereint“, sagt die GEB-Sprecherin. Das Kombinieren von Geocaching/Schnitzeljagd mit dem Einsammeln von Müll sei „die konsequente Fortsetzung unseres stadtweiten Frühjahrsputzes XXL“ . Zudem „knüpft die Aktion an unsere aktuelle Kampagne ,Voll gut‘, die neue Göttinger Bio-Power-Bewegung, an.“ Besonders gelungene Caches würden von den Geocachern ausgezeichnet: „Den GEB wird von ihnen eine Schleife verliehen.“ Wer interessiert sei, aber nicht über Geocaching-Erfahrung verfüge, so Heindorf, brauche „den Flyer als unentbehrliches Hilfsmittel beim Heben der Schätze“.

Informationen: www.Ein-sauberes-ErGEBnis.de oder am GEB-Service-Telefon: 0551/400-5400.

Von Stefan Kirchhoff

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