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Göttingen Aberkennung der Ehrenbürgerwürde: Otto Hahns Enkel kritisiert Forderung
Die Region Göttingen Aberkennung der Ehrenbürgerwürde: Otto Hahns Enkel kritisiert Forderung
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21:10 06.08.2014
Dietrich Hahn. Quelle: Pförtner (Archivbild)
Göttingen

Unter anderem in einem Brief an Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) bringt Hahn, der in Thailand lebt, sein Unverständnis über die Forderung verschiedener Gruppen zum Ausdruck, seinem Großvater die Ehrenbürgerwürde zu entziehen und nach Otto Hahn benannte Institutionen umzubenennen.

Er habe „entgeisterte E-Mails von Freunden“ erhalten, nachdem die Göttinger Forderungen in verschiedenen Zeitungen veröffentlicht worden seien, erklärt Dietrich Hahn. Sein Großvater sei im deutschen Kaiserreich „seiner Pflicht als Staatsbürger nachgekommen“ und „auf Befehl seiner Vorgesetzten Mitglied des Haber‘schen Gasregiments“ geworden – ebenso wie der Nobelpreisträger und ebenfalls Göttinger Ehrenbürger James Franck und Gustav Hertz.

Diese beiden Wissenschaftler müssten ebenfalls zu Kriegsverbrechern erklärt werden, sollten die Forderungen des Göttinger „Bündnis Antikriegsforschung“ Bestand haben. Doch Otto Hahn werde jetzt „anlässlich des Gedenktages Erster Weltkrieg allein zum kriegslüsternen Militaristen stilisiert“.

Weder Franck noch Hertz noch andere Mitglieder des Gasregiments hätten „nur ein Wort über ihre Beteiligung am Gaskampf gesagt oder geschrieben, erklärt Dietrich Hahn. Sein Großvater hingegen habe „nie diese Zeit vergessen oder verdrängt“ und „sich bei jeder Gelegenheit ganz offen, ehrlich und selbstkritisch dazu bekannt“. In seinen 1968 erschienenen Erinnerungen „Mein Leben“ habe er den Erlebnissen im Ersten Weltkrieg mehr als 20 Seiten gewidmet.

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