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Göttingen Komposthalle wird abgerissen
Die Region Göttingen Komposthalle wird abgerissen
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02:18 25.09.2016
Nur noch eine Ruine: Die abgebrannte Halle des Kompostwerks am Göttinger Königsbühl muss abgerissen werden. Quelle: Swen Pförtner
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Göttingen

Die Blechverkleidung - oder das, was davon übrig blieb - ist geschmolzen, ebenso wie die Glasfront des Gebäudes. Von der Lüftungsanlage sind lediglich die Halterungsringe, die elend und verrußt von der Decke hängen, übrig geblieben. Die Halle ist durch die verbogenen Stahlträger einsturzgefährdet, in ihr stehen noch zwei ausgebrannte Fahrzeuge. „Damit kann niemand mehr etwas anfangen“, sagt Kompost-Vorarbeiter Uwe Schmidt während eines Rundgangs über das Gelände der Göttinger Entsorgungsbetriebe (GEB).

Über die Brandursache habe jeder eine andere Meinung, er selbst glaube nicht an Brandstiftung: „Für mich ist es Selbstentzündung“, erzählt Schmidt, denn die Komposthaufen erhitzten sich schnell auf bis zu 82 Grad. Außerdem: „Wie soll einer vier große Haufen auf einmal anzünden?“ Sein Kollege Heinz Temmen war als einer der Ersten vor Ort, als das Feuer ausgebrochen war. Für ihn sei es „seltsam, dass alles auf einen Schlag sofort gebrannt hat.“

Derweil laufen die Ermittlungen zur Brandursache weiter. Die Funde der Brandermittler würden nun ausgewertet, sagt Polizeisprecher Joachim Lüther. Es gebe zwar „momentan nichts Konkretes“, es könnte allerdings Brandstiftung gewesen sein, sagt Lüther. In diese Richtung werde jedenfalls unter anderem ermittelt, auch wenn weiterhin auch andere Ursachen in Betracht kämen. Auf den Zeugenaufruf der Polizei hätten sich zwar einige Bürger gemeldet, erklärt Lüther. „Das hat uns aber nicht wesentlich weitergebracht.“

Hinter der verschmorten Halle befindet sich ein kleiner Bachlauf, daneben ein Feldweg. Das Areal der GEB ist dort nicht eingezäunt. Das Werk bleibe voraussichtlich für „gut ein Jahr außer Betrieb“, sagt Betriebsleiterin Maren Reimann. Über genaue Zeiträume und Kosten könne sie noch nichts sagen. Aber: „Es ist ein Millionenschaden, das ist klar.“ Ein Abrissunternehmen sei bereits beauftragt und „wird in Kürze beginnen“. Der Abriss selbst werde rund zwei Wochen in Anspruch nehmen, im Oktober sollen die ersten Entwürfe für den Neubau gemacht werden. Allerdings verweist Reimann auch auf die planerischen Tücken: „Wir bewegen uns in einer Größenordnung, in der wir europaweit ausschreiben müssen.“ Auch mit der Gewerbeaufsicht sei noch nicht gesprochen worden, und die rechtlichen Anforderungen an eine Komposthalle hätten sich ebenfalls verändert. Deshalb würden Verbesserungen, wozu auch der Brandschutz gehöre, gleich mit eingeplant. „Ich gehe davon aus, dass wir einiges verändern werden“, erklärt die Betriebsleiterin.

Die Entsorgungswege seien in Kooperation mit der Entsorgungsanlage Breitenberg „für einen relativ langen Zeitraum anders geregelt“. Das hätten die GEB vor allem der „guten Zusammenarbeit“ mit dem Landkreis zu verdanken. Baum- und Strauchschnitt werden dagegen in haushaltsüblichen Mengen noch entgegengenommen und die „Biotonnen normal abgeholt“.

Für ein Feuer dieser Größenordnung „hat keiner einen Plan B in der Schublade“, sagt Reimann. „Sehr deprimierend“ sei die Situation auch für die Mitarbeiter, denn es sei „ganz furchtbar, für ein Kompostwerk zu arbeiten, das eigentlich keines mehr ist.“ yah

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