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Göttingen Marode Bahnbrücken
Die Region Göttingen Marode Bahnbrücken
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00:17 12.05.2017
Von Birgit Tater
Marode Bahnbrücke zwischen Mengershausen und Jühnde 2016. Quelle: Pförtner/Archiv
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Göttingen

Drei der maroden südniedersächsischen Brücken liegen auf der Strecke zwischen Uslar und Hardegsen, zwei im Bereich Northeim, je eine auf den Strecken Adelebsen und Bodenfelde sowie Hedemünden und Hann. Münden und eine im Bereich Göttingen. Sie hat die zuständige DB Netz AG in die Zustandskategorie 4 eingestuft. Diese beschreibt „gravierende Schäden am Bauwerks­teil, welche die Sicherheit nicht beeinflussen“, eine „wirtschaftliche Instandsetzung“ sei aber nicht mehr möglich, heißt es in einer Definition der DB Netz.

Diese Brücken müssten „perspektivisch“ erneuert werden, alle Schäden am „Bauwerks­teil Brücke“ beeinflussten die Sicherheit aber nicht, sagte Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis am Montag und erläuterte: „Allein in Niedersachsen haben wir in den vergangenen drei Jahren 20 Eisenbahnbrücken saniert, erneuert oder gebaut. In 2017 werden darüber hinaus insgesamt 13 erneuerte Brücken in Betrieb genommen.“ Zwar gebe es einen „bestehenden Investitionsrückstau“, aber mit dem aktuellen Modernisierungsprogramm investiere die Bahn „so viel in die Infrastruktur wie nie zuvor“. 2,1 Milliarden Euro will die Bahn zwischen 2015 und 2019 in die Infrastruktur in Bremen und Niedersachsen investieren - auch für 67 Brücken.

Für 2017 stehen nach Bahnangaben im Bereich Göttingen Brückensanierungen auf den Streckenabschnitten zwischen Nordstemmen und Rosdorf sowie Edesheim und Göttingen an. Einzelheiten dazu nannte Meyer-Lovis nicht.

Mit dem Bund sei vereinbart, so Meyer-Lovis, in dem 28 Milliarden Euro schweren Investitionsprogramm für die Schieneninfrastruktur zwischen 2015 und 2019 bundesweit insgesamt 875 Eisenbahnbrücken vollständig oder in Teilen zu erneuern. „Wir sind zuversichtlich, dass wir dieses Ziel erreichen.“ Im Jahr 2016 sei die Zahl der erneuerten oder teilerneuerten Brücken gegenüber 2015 bereits mehr als verdoppelt worden.

„Die Bahnpolitik von Verkehrsminister Dobrindt ist gescheitert: In den letzten zwei Jahren hat sich der Gesamtzustand niedersächsischer Brücken trotz der Erneuerung von 20 Brücken weiter verschlechtert. Die Vorgabe der Großen Koalition, dass sich nur der Zustand von 875 Brücken bundesweit verbessern soll, reicht bei weitem nicht aus“, kommentierte der Oldenburger Grünen-Abgeordnete Peter Meiwald die Antwort der Bundesregierung auf seine Anfrage.

Nach einer Liste der DB Netz zählen allein in Südniedersachsen weitere knapp 80 Eisenbahnbrücken zur Zustandskategorie 3. Hier ist nach Einschätzung der Bahn eine Instandhaltung noch möglich, die Wirtschaftlichkeit sei aber zu prüfen.

In Niedersachsen gibt es 2141 Eisenbahnbrücken. Ihr Durchschnittsalter liegt bei rund 61 Jahren, 891 sind älter als 80 Jahre. 3,5 Prozent ordnet DB Netz der Kategorie 4 zu. Die Kategorie-4-Brücken in Südniedersachsen sind zwischen 83 und 90 Jahre alt.

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