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Göttingen Adelebsen legt 1000-Jahr-Feier neu auf
Die Region Göttingen Adelebsen legt 1000-Jahr-Feier neu auf
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18:27 18.07.2015
Quelle: Pförtner/Archiv
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Adelebsen

Wichtigste Frage, bevor es zum mittelalterlichen Markt auf die Burg ging: Passen wir da noch rein? 

 

Die kaum älter gewordenen Damen der einstigen Gymnastikgruppe des Sportvereins haben sich, wo es eng wurde, mit Gummiband und Einnähern geholfen. Ansonsten sehen die grün-gelben Gewänder der Marktfrauen so schick aus wie vor 25 Jahren. Auch Gräfin und Graf Helena und Simeon Metternich, die Schloss- und Burgherren, machen Staat wie damals in ihren herrschaftlichen Gewändern. Ganz neu eingekleidet hat sich Bürgermeister Holger Frase im Gewand des Amtsherren. 

 

Es soll alles historisch wirken, wenn der Ort mit dem einmalig mächtigen Wehrturm sein Jubiläum feiert. Plastik wurde weitgehend verbannt, dafür klirren und krachen Schwerter und Schilde der Ritter. Mittelalter-Gruppen aus Lutterhausen, Dellbrück und Sooden-Allendorf sind zu Gast auf dem oberen Burghof, den Familie Metternich zum Feiern zur Verfügung gestellt hat. Viele Handwerker und Krämer haben hier ihren Stand aufgeschlagen. Der Schmied fertigt eiserne Messer, Geschnitztes, Honig und "Speys und Trank" gibt es. Hunderte Besucher kommen.

 

Zu Gast sind auch Delegationen aus Adelebsens Partnergemeinden, Die Blasmusik spielt und die Kinder aus Tschernobyl singen Lieder ihrer Heimat. Am Abend werden Feuerschlucker auftreten, ein Feuerwerk wird abgebrannt. Auch am Sonntag soll noch einmal von 11 bis 17 Uhr gefeiert werden.   Der Burghof gilt als ideales Areal für solche Feste. Aber Anspruch soll schon sein, sagt der Graf, kein Rummel. Zum Tag des offenen Denkmals, zu den Händel-Festspielen oder den Auftritten der Gesangvereine von Adelebsen und Lödingsen ist der Burghof geöffnet. Auch einmal für eine öffentliche Feuerwehrübung. Kirmes hingegen wird untern im Ort gefeiert. Damit Burghof, Wehrturm und Rittersaal erhalten bleiben und nicht verfallen, dafür ist gesorgt. Schon Simeon Graf Metternichs Großvater hat den Wirtschaftsbetrieb und die Burganlage in eine Stiftung überführt, deren Ertrag die historische Anlage unterhält - bei Bedarf auch mit bescheidener Hilfe öffentlicher Stiftungen. Die Burg, sagt der Bürgermeister, und die Ortschaft, das sei doch eine Einheit.

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