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Göttingen Adelebsen soll starke Jungs bekommen
Die Region Göttingen Adelebsen soll starke Jungs bekommen
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00:18 13.04.2013
Gewalt – wie in diesem gestellten Archivbild – ist nicht gefragt: Jungen sollen in einem Projekt Alternativen aufgezeigt bekommen. Quelle: dpa
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Adelebsen

Mit dem Projekt, heißt es zur Begründung, „sollen gezielt männliche Jugendliche in ihrer Identitätsfindung gestärkt werden, um eigene Perspektiven jenseits von tradierten Rollenbildern und weiblichen Verhaltensangeboten zu entwickeln“. Durch die Präsenz des Rockerclubs Hells Angels in Adelebsen stelle sich ganz akut die Frage nach wirksamer Präventionsarbeit mit den männlichen Jugendlichen.

Jungen seien zur Zeit eindeutig auf der Verliererseite des Bildungssystems, heißt es in dem Antrag weiter. Zwei Drittel der Sonderschüler, fast 60 Prozent der Hauptschüler, aber nur 46 Prozent der Gymnasiasten seien männlich. Bei Kindern mit diagnostizierter Lese-Rechtschreibschwäche und ADHS betrage ihr Anteil jeweils 80 Prozent.

Erziehung und Bildung seien bis zum Ende der Grundschule rein weiblich geprägt. Die Anforderungen des Bildungssystems bevorzugten eindeutig Mädchen in ihren Kompetenzen: „Jungen haben hier keine Chance, moderne männliche Vorbilder zu finden. Das Verhaltensangebot von Müttern, Erzieherinnen und Lehrerinnen ist für sie nicht attraktiv.“

So sei es kein Wunder, das viele Jungen „zurückgreifen auf überkommene Männlichkeitsbilder, die mit Heldentum, Gewalt, Erniedrigung von Frauen, hierarchischen Strukturen und oft auch mit bedingungsloser Gefolgschaft zu tun haben“. Den Jungen müssten Alternativen geboten werden. Für sie könnten gezielte Angebote aber nur durch Männer gemacht werden.

Da auch das Adelebser Kinder- und Jugendbüro rein weiblich besetzt sei, müssten gezielte Angebote für Jungen durch Honorarkräfte gemacht werden.

Zur Finanzierung des Projektes sollen nach den Vorstellungen von SPD und Grünen die durch die Erkrankung einer Mitarbeiterin freigewordenen Mittel für Personalkosten im Etat des Kinder- und Jugendbüros belassen werden. Der Sozialausschuss sprach sich einmütig für den Antrag aus.

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