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Göttingen Adelebser Autohändler muss ins Gefängnis
Die Region Göttingen Adelebser Autohändler muss ins Gefängnis
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15:48 01.10.2018
Quelle: dpa
Göttingen

Im Fall eines mitangeklagten 56-jährigen Autohändlers aus dem Vogtland, der ebenfalls Revision eingelegt hatte, bestätigte der BGH lediglich den Schuldspruch des Göttinger Landgerichts, nicht aber die verhängte Strafe. Jetzt muss eine andere Strafkammer des Landgerichts über das Strafmaß befinden und dabei insbesondere prüfen, ob eine frühere Strafe des Amtsgerichts Plauen in eine neue Gesamtstrafe einzubeziehen ist. Die weitergehende Revision des Angeklagten wurde dagegen verworfen.

Die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Göttingen hatte den ursprünglich aus dem thüringischen Eichsfeld stammenden Angeklagten aus Adelebsen im Januar wegen Betruges in 85 Fällen zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Der mitangeklagte 56-Jährige erhielt wegen Betruges in 23 Fällen eine Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und zwei Monaten. Die Staatsanwaltschaft hatte den Autohändlern in ihrer Anklage vorgeworfen, zahlreiche Kunden um insgesamt 2,5 Millionen Euro geschädigt zu haben.

Rabatte von 30 Prozent

Der 41-Jährige hatte in den Jahren 2012 und 2013 Kaufverträge über neue, meist hochwertige Kraftfahrzeuge angeboten. Den Kunden wurden darin Rabatte von bis zu 30 Prozent auf den jeweiligen Listenpreis unter der Bedingung eingeräumt, dass sie mit dem vollen Kaufpreis oder mindestens einer erheblichen Anzahlung in Vorleistung treten.

Das Geld sollten sie auf eines der Konten des 41-Jährigen oder auf ein Treuhandkonto zahlen, das ein mitangeklagter 59-jähriger Steuerberater aus Thüringen eingerichtet hatte. Diesen hatte das Gericht Ende vergangenen Jahres in einem abgetrennten Verfahren zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Der 59-Jährige hatte gegen dieses Urteil ebenfalls Revision eingelegt, die der BGH als unbegründet verwarf.

Geld fließt in hochspekulative ausländische Kapitalanlagen

85 Kunden hatten sich auf das Angebot eingelassen und bei Vertragsschluss den vollen Kaufpreis oder Abschlagszahlungen geleistet. Tatsächlich verfügte der Autohändler aus Adelebsen jedoch nicht über die notwendigen Verbindungen, um solche hohen Rabatte erzielen zu können. Stattdessen verwendete er die eingezahlten Gelder für hochspekulative ausländische Kapitalanlagen mit dem Risiko eines – später dann auch eingetretenen – Totalverlusts, bei denen Renditen bis zu 10 000 Prozent pro Jahr versprochen wurden. Mit einem geringen Teil der Gelder zahlte er Provisionen und finanzierte die Abwicklung anderer Verträge. Der Mitangeklagte wirkte an 23 Taten mit.

Die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts hatte im Prozess darauf verzichtet, die geschädigten Autokäufer als Zeugen zu vernehmen. Der Bundesgerichtshof hatte daran nichts zu beanstanden. Es sei als ausgeschlossen anzusehen, dass die Kunden sich auf das Geschäft eingelassen und die Vorauszahlungen entrichtet hätten, wenn sie gewusst hätten, dass der Angeklagte das Geld in hochgradig riskante Spekulationsgeschäfte zu investieren beabsichtigte.

Es handelt sich bei dem Verurteilten nicht um den in Adelebsen tätigen Walid Awad vom Autohaus Awad. Herr Awad legt Wert auf die Feststellung, dass er in keiner Weise mit dem Prozess in Verbindung zu bringen ist.

Von Heidi Niemann

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