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Göttingen Ärger um volle Schulbusse in Güntersen
Die Region Göttingen Ärger um volle Schulbusse in Güntersen
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17:29 22.09.2017
Sieben Wochen nach Schulbeginn gibt es auf einigen Strecken im Kreisgebiet Göttingen noch immer Probleme mit überfüllten Bussen. Quelle: Christina Hinzmann
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Güntersen/Waake

Bis zu anderthalb Stunden lang sitzen die 25 Günterser Jugendlichen, die in Göttingen zur Schule gehen, auf der Heimfahrt in – zudem oft überfüllten – Bussen. Auf diesen Missstand machen Eltern, der Ortsrat und der Adelebser Gemeinderat aufmerksam. Der Verkehrsverbund will jetzt ein Gespräch anbieten.

„Seit einiger Zeit fährt der von Göttingen kommende Bus nicht mehr von Barterode aus direkt weiter zu uns nach Güntersen, sondern macht einen Umweg über Wibbecke, Adelebsen und Eberhausen“, ärgert sich der stellvertretende Ortsbürgermeister, Jan-Hendrik Spalke (Wählergemeinschaft Günterser Liste). Dadurch habe sich die Fahrtzeit verdoppelt. Einige Mütter holten ihre Kinder jetzt nachmittags an der Bushaltestelle in Barterode ab. Selbst zu Fuß wären die Jugendlichen schneller. Deswegen liefen einige die dreieinhalb Kilometer nach Hause.

Ein weiteres Problem aus Sicht der Günterser: Der Bus ist nun viel voller als bisher. Das liegt daran, dass ihn Abelebser Schulkinder für die Heimfahrt nutzen. „Genau das wollten wir erreichen“, erläutert Ulrich Peter vom Zweckverband Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen. Bisher sei die Busverbindung – im Gegensatz zu der übermäßig stark genutzten Verbindung direkt nach Adelebsen – schwach ausgelastet gewesen.

Die Busfahrer, so Schüler Hagen Klukaschewski, lassen aufgrund überfüllter Busse Richtung Güntersen immer mal wieder Jugendliche an der Geschwister-Scholl-Schule stehen. Besonders schlimm sei es nach 14 Uhr sowie freitags. Peter vom Verkehrsverbund bestätigt diese Probleme teilweise. Solche Spitze, erklärt er, gebe es allerdings in dieser Zeit auch bei anderen Linien.

Kinder verzichten auf Mensa-Essen

„Einige Günterser Kinder helfen sich selbst“, hat Ortsratsmitglied Spalke erfahren. Sie schwänzten das Mensaessen und führen mit dem Bus zum Göttinger Bahnhof. Dort stiegen sie in den dort noch leeren Bus nach Güntersen. Das wiederum ärgere die Eltern, da sie für das Schulessen bezahlten und ihre Kinder trotzdem hungrig nach Hause kämen.

Einige haben sich bereits direkt an den Verkehrsverbund sowie an den Landkreis, der für die Schülerbeförderung zuständig ist und sie finanziert, gewendet – bisher vergebens. Mit Blick auf einen Stapel von Antwortschreiben erklärt die Günterserin Liane Trampenau: „Man lässt uns mit unseren berechtigten Anliegen am langen Arm verhungern.“ Um den Forderungen der Eltern Nachdruck zu verleihen, hat der Ortsrat den Gemeinderat Adelebsen im Frühjahr zum Handeln aufgefordert.

„Auf Beschluss des Rats im August haben wir den Verkehrsverbund angeschrieben“, sagt Bürgermeister Holger Frase (SPD). Das Schreiben des Fleckens fordert den Zweckverband allerdings nur allgemein auf, die Busverbindung zwischen Göttingen und Güntersen zu verbessern. Das war dem Verkehrsverbund zu unkonkret. Auf den konkreten Missstand angesprochen, regt Peter an, die Schüler auf alternative Routen aufmerksam zu machen, etwa den Stadtbus nach Esebeck oder die Regionalbahn nach Adelebsen. Der Verbund könne, wenn der Landkreis das finanziere, größere oder zusätzliche Busse einsetzen.

Probleme in Waake

Probleme gibt es auch in Waake. Dort liegen der Verwaltung 50 Beschwerden über Verspätungen des Schulbusses nach Göttingen vor. Viele Eltern. so Bürgermeister Johann-Karl Vietor (CDU), brächten ihre Kinder deshalb selbst zur Schule. Diese Eltern, sowie die, die Kinder nur von Bösinghausen nach Waake zum 6.40-Uhr-Bus bringen, sollen sich bei der Gemeinde melden, bittet Vietor. Er will dann Druck beim Landkreis machen.

Von Güntersen / Waake

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