Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Aktion gegen den Verkauf des Fridtjof-Nansen-Hauses
Die Region Göttingen Aktion gegen den Verkauf des Fridtjof-Nansen-Hauses
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:46 12.06.2018
Das Fridtjof-Nansen-Haus in der Merkelstraße soll an den Hofgrefe-Verlag verkauft werden. Quelle: Hinzmann
Göttingen

Nach ihrer Besetzung des zum Fridtjof-Nansen-Haus gehörenden, ehemaligen Goethe-Institut-Wohnheims im Mai wollen Mitglieder der Initiative Our House Nansen 1 nun eine weitere Aktion gegen den Verkauf des öffentlichen Gebäudes starten. Am Donnerstag, 14. Juni, wollen sie deshalb mit „vielen anderen solidarischen Menschen“ ab 18 Uhr vom Neuen Rathaus zum Fridtjof-Nansen-Weg ziehen, wie die Initiative mitteilt.

Rat der Stadt Göttingen stimmt am 15. Juni über Verkauf ab

Besondere Relevanz hat diese Demonstration, weil am Tag darauf, Freitag, 15. Juni, der Rat der Stadt Göttingen abschließend in einer nicht-öffentlichen Sitzung über den Verkauf des denkmalgeschützten Fridtjof-Nansen-Hauses abstimmen wird. Bereits vergangene Woche hatte der Bauausschuss den Beschluss getroffen, dass der Gebäudekomplex an der Merkelstraße an den Göttinger Hofgrefe-Verlag verkauft werden soll. Der potenzielle Käufer möchte den Gebäudekomplex hauptsächlich für den Verlag sowie in Teilen für „halb-öffentliche“ Veranstaltungen nutzen.

Die Privatisierung des öffentlichen Eigentums möchte die Initiative Our House Nansen 1, der es eigenen Angaben zufolge nicht nur um den Verkauf dieses einzelnen Gebäudes, sondern um einen „grundsätzlichen Wandel in der Göttinger Wohnungs- und Geflüchtetenpolitik“ geht, nicht hinnehmen. Sie setzten sich bereits während der Besetzung dafür ein, dass im Fridtjof-Nansen-Haus sozialer Wohnraum, speziell für Geflüchtete, geschaffen wird. Mit ihren Aktionen protestieren sie auch gegen die Lebensumstände von Flüchtlingen in einer städtischen Sammelunterkunft im Gewerbegebiet Siekanger – und fordern die Stadt auf, diese zu schließen und die Flüchtlinge im Fridtjof-Nansen-Haus unterzubringen. So sollte diesen „endlich die Möglichkeit zu menschenwürdigem Wohnen“ geboten werden.

Forderung: Flüchtlinge im Nansen-Haus unterbringen

Mit der polizeilichen Räumung nach der Besetzung sei der Konflikt nicht zu Ende, teilt die Initiative mit. „Unser Ziel bleibt es, den unsozialen Plänen der Stadt einen Riegel vorzuschieben“, heißt es weiter in der Ankündigung der Aktion am Donnerstag. Sie forderten die Abkehr von einer Politik, die in der Frage der Wohnraumversorgung auf Privatisierungen und Marktsteuerung setze. So bezeichnen die ehemaligen Besetzer die Versorgung mit sozialem Wohnraum als eine kommunale Kernaufgabe die von der Göttinger Stadtverwaltung ernstgenommen werden müsse.

„Die Stadt muss endlich damit beginnen, selbst ausreichende Wohnungsbestände im kommunalen Besitz aufzubauen, statt öffentliche Infrastruktur durch Privatisierungen zu zerschlagen“, lautet die Forderung der Initiative. In ihrer Kritik am Verkauf des Fridtjof-Nansen-Hauses weisen die ehemaligen Besetzer auch darauf hin, dass die Stadt den Gebäudekomplex zu einem Preis „verscherbeln“ wolle, „der 1,5 Millionen unter dem zuvor von der Stadt ausgeschrieben Mindestbetrag liegt“. Nach Tageblatt-Informationen soll der Kaufpreis bei rund 4,7 Millionen Euro liegen und damit tatsächlich 1,5 Millionen Euro unter der jüngsten Kaufpreisvorstellung der Stadtverwaltung von 6,2 Millionen Euro.

Von Hannah Scheiwe

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das geplante Kunstquartier (Kuqua) in Göttingen ist ein umstrittenes Projekt. Während die Finanzierung der Baukosten nun wohl steht, führt ein fehlendes Konzept für die Finanzierung des laufenden Betriebs zu Kritik – unter anderem von Güntzler (CDU).

15.06.2018
Göttingen Nachbarschaftsfest Leineviertel - Gemeinsam geht mehr

Das Leineviertel feiert am Sonnabend, 23. Juni, ein Nachbarschaftsfest mit Flohmarkt und interaktiver Ausstellung im und um das Jugendhaus Gartetalbahnhof. Das Fest ist Teil des Projektes „Göttinger Quartiere – gemeinsam geht mehr“.

12.06.2018

Bei der Durchsuchung von Geschäftsräumen und Wohnungen im Landkreis Göttingen haben Ermittler von Staatsanwaltschaft Göttingen und Zoll drei Tonnen unversteuerten Wasserpfeifentabak sichergestellt. Außerdem wurde eine illegale Fertigungsstraße in Hardegsen stillgelegt.

12.06.2018