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Göttingen Aktionskünstler will in 9 Tagen Fachwerkhaus restaurieren
Die Region Göttingen Aktionskünstler will in 9 Tagen Fachwerkhaus restaurieren
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21:10 03.04.2013
Am Ort des Geschehens: Bernd Demandt im Fachwerkhaus in der Speckstraße. Quelle: Kleinschmidt
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Hann. Münden

Kürzlich wurde, von Demandt angeregt, die Bürgergenossenschaft „Mündener Altstadt“ gegründet, die später als Eigentümer des Fachwerkhauses an der Speckstraße auftreten soll. Demandt ist Projektleiter und sitzt im Vorstand.

Ende September soll es losgehen. Vom 28. September bis zum 6. Oktober werde die ganze Stadt bei einem Fest „Kopf stehen“, sagt der Hotelier. „Das Festival ist schräg“, gibt er lächelnd zu. Es umfasst bis zu 60 Abendveranstaltungen, mehr als 50 Künstler aus aller Welt kommen und Denkmäler können besichtigt werden – gegen Eintritt (19 Euro pro Person).

Ein solches „Denkmal-Kunstfestival“ findet bereits zum vierten Mal statt und soll ganz Hann. Münden begeistern. Seit 15 Jahren arbeitet der 48-Jährige, der einst Archäologie studierte, dann aber das Studium abbrach und sich der praktischen Sanierungs- und Erhaltungsarbeit widmete, in der südniedersächsischen Fachwerkstadt. Die Ausbildung zum Polsterer und Tischler war da sehr hilfreich.

„Den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen, ist nichts für mich“, gesteht der Mündener. Er betreibt ein Hotel und ein Café in der Innenstadt. Jetzt wagt er sich an die große Aktion: Neun Tage lang sollen Zimmerer, Maurer, Elektriker, Klempner, Tischler und viele andere Freiwillige 24 Stunden am Tag alles geben, um das Haus auf Vordermann zu bringen: „9 mal 24“. Die Helfer werden kostenlos untergebracht und die Verpflegung größtenteils von Sponsoren gestellt werden.

„Das ist hier aber nicht nur mein Ding, die ganze Stadt ist Teil der Aktion“, sagt Demandt. Für 20 000 Euro hat er das 300 Jahre alte, nach einem Brand schon für den Abriss freigegebene Gebäude erworben. Er setzt jetzt große Hoffnungen in den Bau. „Ich habe kaum noch Zeit, über etwas anderes nachzudenken“, erklärt der Aktionskünstler.

Wenn das Haus erst steht, sollen Künstler dort einziehen, die Ende Dezember vergangenen Jahres den Verein „Mündener KunstNetz“ gegründet haben. Als Mieter im „Künstlerhaus“ werden sie dort wohnen können und in dem Fachwerkhaus auch ihre Ateliers haben.

Für die „Baukunst Performance“, wie Demandt das Projekt gerne nennt, ist der Hotelier unermüdlich im Einsatz. Seine Mitarbeiterin Christiane Langlotz nimmt ihm viel Arbeit ab. „Ohne sie würde ich hier gar nichts mehr schaffen“, gibt Demandt zu. Immerhin hat Demandt ganz schön getrommelt, um sein Projekt publik zu machen. In den örtlichen Schulen wird das „Künstlerhaus“ Thema, Universitäten beteiligen sich an der Vorarbeit, sogar zwei Masterarbeiten von Studierenden sind in Vorbereitung.

„Egal, wie dieses Projekt endet, ob wir es schaffen oder nicht, wir haben etwas ins Rollen gebracht“, glaubt Demandt. Das Ganze ziehe jetzt schon weite Kreise. Der Förderverein verzeichnet sogar Mitglieder aus der Schweiz und aus Kanada.

Die Baustelle ist aus Sicherheitsgründen gesperrt. Wer das Geschehen mitverfolgen will, soll aber nicht zu kurz kommen. Um das Projekt der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, werden überall auf dem Baugelände Kameras installiert. So haben die Besucher die Möglichkeit, auf Bildschirmen, die im Schloss aufgestellt werden, das Geschehen über das Internet live mitzuerleben.

► Wer die Aktion im Auge behalten oder teilnehmen möchte, findet weitere Informationen zu Demandts Plan unter 9-mal-24.de.

Von Luisa Wellenbrock

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