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Göttingen Stadt Göttingen lässt Fahrzeuge abschleppen
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00:30 04.05.2018
Absperrung am Parkplatz Albaniplatz. Quelle: Foto: R
Göttingen

Wegen der Veranstaltung am Tag der Arbeit hat die Stadt Göttingen am Montag vom Albani-Parkplatz vor der Stadthalle eine Reihe von Autos abschleppen lassen. Das Abschleppunternehmen war zwischen 14 und 17 Uhr im Einsatz. Johannes Pollmann aus Gelnhausen bei Frankfurt ist eines der Abschlepp-Opfer. Er sei am Montag gegen 13.45 Uhr auf den Parkplatz am Albaniplatz gefahren. „Der Platz war voll,“ sagt er, er habe gerade noch einen freien Platz gefunden. Einen Hinweis, dass an diesem Tag hier nicht geparkt werden darf, habe er nicht gesehen. „Da war kein Schild“, versichert er, „und auch am Parkscheinautomaten befand sich kein Hinweis darauf.“ Etwa anderthalb Stunden später sei er, kurz vor Ablauf der Parkzeit, die auf seinem Parkschein aufgedruckt war, wieder an seinem Fahrzeug gewesen. Der Parkplatz sei nun fast leer gewesen, sein Auto sei gerade auf das Abschleppfahrzeug geladen worden.

Mitarbeiter vom Ordnungsamt wiesen auf Halteverbot hin

Wie ihm sei es an diesem Nachmittag vielen Autofahrern gegangen, berichtet der Rechtsanwalt aus Gelnhausen von seinen Erlebnissen. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes hätten ihn auf das absolute Halteverbot und die Absperrungen hingewiesen, sagt Pollmann. Die Absperrungen hätten zwar gegen 15 Uhr an den Zufahrten zum Parkplatz gestanden, nicht aber, als er auf den Platz gefahren sei, betont der Jurist.

Absperrbaken sollen auf dem Boden gelegen haben

Das bestätigt auch die Duderstädterin Melanie Wegstroth. Sie fuhr etwa um 11.30 Uhr auf den Albani-Parkplatz. „Man konnte an beiden Einfahrten normal reinfahren“, schildert sie. Für sie sei nicht erkennbar gewesen, dass der Parkplatz gesperrt ist. Sie habe zwar Absperrbaken auf dem Fußweg liegen sehen, habe aber an eine umgefallene Baustellenabsperrung gedacht. Verbotsschilder wie etwa gegenüber an den Parkbuchten vor der Stadthalle oder einen Hinweis am Parkscheinautomaten habe sie nicht gesehen. „Sonst hätte ich ja dort gar nicht geparkt“, argumentiert sie.

Als sie gegen 15 Uhr wieder zum Parkplatz zurückkam, war ihr Auto bereits abgeschleppt, so die Duderstädterin. „Hätte nicht das Abschleppunternehmen gerade weitere Fahrzeuge aufgeladen“, sagt Wegstroth, „ich hätte gedacht, mein Auto ist geklaut worden“. Das hatten sich offenbar auch jene Fahrzeugbesitzer gedacht, deren Wagen ebenfalls bereits im Auftrag der Stadt Göttingen abgeschleppt worden waren. Einige hatten sich sogar bei der Göttinger Polizei gemeldet.

Autos müssen für etwa 160 Euro ausgelöst werden

Wie Pollmann musste auch Wegstroth ihr Gefährt „auslösen“. Ein teures Unterfangen, denn inklusive Gebühr für Parken im absoluten Halteverbot und Abschleppgebühr summierte sich das auf etwa 160 Euro, ärgert sich die Duderstädterin und nennt das eine „Oberfrechheit“, denn sie sei sich keiner Schuld bewusst. Und auch der Autofahrer aus Gelnhausen will das nicht auf sich sitzen lassen. „Diese Schilder haben definitiv bei unserer Zufahrt dort nicht gestanden“, betont er und fragt sich, wer eigentlich hafte, wenn das Abschleppunternehmen zu Unrecht beauftragt wurde.

Bis zu 50 Fahrzeughalter betroffen – aber nicht alle abgeschleppt

Agnieszka Zimowska, Gewerkschaftssekretärin des Deutschen Gewerkschafts-Bundes, welcher für die Organisation der Veranstaltung zum 1. Mai verantwortlich zeichnete, bestätigte auf Tageblatt-Nachfrage, dass es am Montag Ärger gegeben habe. Knapp 50 Fahrzeughalter seien davon betroffen gewesen, nicht ganz so viele seien dann auch tatsächlich abgeschleppt worden. „Einige konnte ihre Autos rechtzeitig wegfahren“, so Zimowska, die beteuert, dass die Absperrschilder deutlich rechtzeitig an den Zufahrten gestanden hätten – außerdem habe eine entsprechende Information in der Zeitung gestanden. Nach Tageblatt-Informationen waren die Schilder gegen 11 Uhr deutlich sichtbar aufgebaut. Zimowska: „Wir bedauern sehr, dass es Ärger gab, denn eigentlich wollten wir hier einfach nur ein schönes Mai-Fest feiern.“

Stadtverwaltung will sich am Mittwoch äußern

Die Stadtverwaltung konnte am Mai-Feiertag zu dem Parkplatz-Ärger keine Auskunft geben, da die betreffenden Mitarbeiter der Ordnungsbehörde nicht im Dienst waren. Verwaltungssprecher Dominik Kimyon kündigte ein Statement für den Mittwoch an.

Von Britta Eichner-Ramm und Markus Riese

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