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Göttingen Alenja ist das 1000. Baby im Göttinger Geburtshaus
Die Region Göttingen Alenja ist das 1000. Baby im Göttinger Geburtshaus
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19:00 12.09.2018
Katharina Obermeier und Lars Harnisch freuen sich über die Geburt ihrer zweiten Tochter, Alenja.  Quelle: r
Göttingen

Schon beim ersten Kind habe sie Wert darauf gelegt, in einer heimeligen Umgebung zu gebären, sagt Katharina Obermeier am Tag der Geburt ihrer zweiten Tochter. „Im Geburtshaus geht es entspannter zu als im Krankenhaus. Es sind nicht unnötig viele Menschen im Raum, und vor allem wird einem so viel Zeit gelassen, wie man braucht.“

Mit ihrem Freund Lars Harnisch sei sie sich bereits in der ersten Schwangerschaft einig gewesen, dass sie, solange alles normal verliefe, keine hochtechnisierte Ausstattung um sich herum benötigten. „Wir waren uns einig, dass die Geburt ein natürlicher Vorgang ist, der auch natürlich ablaufen sollte. Ohne Monitore.“ Nachdem sie bereits bei der Geburt ihrer Tochter Lovis gute Erfahrungen im Geburtshaus gesammelt hatten, war in der zweiten Schwangerschaft schnell klar, dass auch Alenja dort zur Welt kommen sollte. „Unsere große Tochter ist anderthalb, und wir haben unsere Hebamme quasi die ganze Zeit behalten. Schlussendlich mussten wir zwar noch mal wechseln, aber nur, weil unsere Hebamme selbst schwanger wurde und jetzt im Mutterschutz ist“, erzählt Obermeier. „Man wird ja die ersten acht bis zwölf Wochen im Wochenbett betreut, aber auch danach kann man weiterhin Rat bekommen, was Beikost angeht zum Beispiel.“ Die junge Mutter rät anderen Schwangeren dazu, mutig zu sein: „Man muss auf den eigenen Körper vertrauen. Das habe ich in meiner ersten Schwangerschaft gelernt. Wenn man Vertrauen hat, muss man sich nicht zu viele Sorgen machen. Vor allem bei guter Begleitung.“

Alenja und Lovis sind zwei von 1000 Kindern, die in den letzten 14 Jahren unter der Betreuung des Geburtshauses Am Steinsgraben zur Welt gekommen sind. Claudia Ronsöhr, geschäftsführende Hebamme und Mitgründerin des Geburtshauses, erklärt, dass nicht alle Kinder im Geburtshaus selbst zur Welt gekommen seien: „Wir betreuen auch Hausgeburten und haben alle Babys gezählt, denen wir in den letzten 14 Jahren auf die Welt helfen durften.“ Insgesamt acht Hebammen seien vor Ort tätig, so Ronsöhr, dazu kämen Kursleiterinnen von außerhalb sowie eine Bürokraft. Jedes Jahr steige die Anzahl der durch sie betreuten Paare: „Im ersten Jahr hatten wir 44 Geburten. 2017 waren es schon 110. Ich denke, dass wir diese Zahl auch in diesem Jahr wieder ungefähr erreichen werden.“

Im Geburtshaus sei man stolz auf das Vertrauen, das die Familien in die Betreuung durch die Hebammen setzten. „Die Nachfrage ist riesig. Die Frauen wollen selbstbestimmt und in Ruhe entbinden – begleitet von Frauen, die sie kennen.“ Die geringe Verlegungsquote bestätige die hohe Qualität. Nur 8,4 % der Geburtshausgeburten müssten aus medizinischen Gründen in ein Krankenhaus verlegt werden. Der Bundesdurchschnitt läge bei 12,5 %. Dass die Klientinnen dabei rund um die Uhr betreut werden könnten, sei ein zentraler Punkt. „Wir haben einen Dauerrufdienst, also Tag und Nacht, auch am Wochenende oder feiertags. Das ist eine Besonderheit des Göttinger Geburtshauses, die meisten anderen Häuser arbeiten im Schichtdienst.“

Von Claudia Bartels

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