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Göttingen Alexanderpreise für Göttinger Journalisten
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00:15 06.02.2018
Anja Danisewitsch (Mitte) wurde für ihr Porträt des Germanisten Heinrich Detering mit dem Hauptpreis geehrt. Quelle: Peter Heller
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Göttingen

Sehr gut besetzt war der Kellergastraum am Sonnabend im Deutschen Theater (DT) Göttingen. Auf dem Programm stand die Verleihung der Alexanderpreise für journalistische Texte. Den Hauptpreis sprach die Jury Anja Danisewitsch zu für ihr Porträt des Germanisten Heinrich Detering, das im Magazin „Faktor“ erschienen ist.

Den zweiten Preis erhielt Ulrich Drees für seinen Beitrag „Die Mutter der Reformation – Herzogin Elisabeth von Brandenburg – eine Powerfrau des 16. Jahrhunderts“, erschienen im Veranstaltungsheft „Charakter“. Heidi Niemann schaffte den dritten Platz für ihr Stück über die Wandmalereien von Julius Klingebiel, das unter dem Titel „Frei in der Zelle“wiederum im Faktor herausgekommen ist.

„Hätten diese Texte auch in den Göttinger Monatsblättern stehen können?“ Diese Frage stelle er sich immer bei der Lektüre der eingereichten Wettbewerbsbeiträge, erzählte Jens Wortmann, Vorsitzender des Kuratoriums der Alexander-Stiftung und Mitglied der Jury, die über die Preisvergabe entscheidet. Wortmanns Urteil: „Sie hätten gut darin erscheinen können.“

Achim Block, Jury- und Kuratoriumsmitglied der ersten Stunde, würdigte in seiner Laudatio Preisträgerin Danisewitsch. Sie habe sich dem „berühmten Literaturwissenschaftler und wachen Zeitgenossen“ Detering „mit Respekt und ohne Schmeicheltöne“ genähert. Sie habe dessen Begeisterungsfähigkeit hervorgehoben und seine Dankbarkeit für die akademische Laufbahn beschrieben, die es ihm ermöglicht habe, „ohne unmittelbaren Erfolgs- und Nutzendruck“ mit Literatur zu arbeiten. „Vielen Dank für den schönen Text“, sagte Wortmann artig bei der Übergabe der Urkunde. „Es hat sehr viel Spaß gemacht“, erwiderte Danisewitsch.

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Obere Reihe von links: Ulrich Drees (2. Preis) und Jens Wortmann. Untere Reihe v. li. Shalin Nowak, Anja Danisewitsch (1. Preis) und Heidi Niemann (3. Preis)

Die Lobrede auf Drees hielt Claudia Weitemeyer, neues Jurymitglied. Der Chefredakteur des „Charakter“ hatte das Leben der Elisabeth von Calenberg-Göttingen beleuchtet, „ein Multitalent“ mit viel Selbstbewusstsein und Durchsetzungskraft. Mit Luther war sie bekannt und galt als Reformatorin - eine „Powerfrau“, wie Drees erkannte. „Man spürt, dass du dieser Frau Respekt zollst“, sagte Weitemeyer, den Frauen im richtigen Leben auch. Und sie verriet, dass Drees an einem Roman schreibe.

Juror André Schüller schließlich brachte dem Publikum im vollbesetzten DT-Keller den mit dem dritten Preis ausgezeichneten Beitrag von Heidi Niemann näher, der laut Schüller die drei herausragenden Bereiche in Göttingen berühre: „Kultur, Universität und Immobilien“. Niemann arbeitete die die Hintergründe um Julius Klingebiel auf. Er hatte als Patient der Psychiatrie seine Zelle flächendeckend mit Zeichnungen an den Wänden ausgestattet, sogenannte Outsider-Kunst.

Zur Einführung vor der Verleihung hatte Ernst Böhme, Leiter des Göttinger Stadtarchivs und des städtischen Museums, die Geschichte des Archivwesens launig beleuchtet. Zu dem haben Journalisten immer beigetragen. Für künstlerisches Programm sorgten Michael Frey, musikalischer Leiter des DT, und die Sängerin Katharina Trabert. Das Duo präsentierte sehr vergnügliche Auszüge aus seinem Friedrich-Hollaender-Programm „Eben lacht es, bums da weint es“.

Der Stifter

Wolfgang Alexander (1926-1986) war als Redakteur des Göttinger Tageblattes zwischen März 1974 und Dezember 1984 für die Beilage der Tageszeitung verantwortlich und gründete die Stiftung, die er noch kurz vor seinem Tod einrichtete. Sie zeichnet jedes Jahr Autoren journalistischer Texte aus, die zwischen dem 1. Oktober und dem 31. Oktober eingereicht wurden.

Preiswürdig sind Texte, die sich „mit der Vergangenheit der Stadt Göttingen und ihres Umfeldes“ beschäftigen. Als Qualitätskriterium hat Jurymitglied Jens Wortmann in seiner Begrüßungsrede zur Verleihung eine betont journalistische Ausrichtung und Allgemeinverständlichkeit aufgeführt.

Von Peter Krüger-Lenz

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