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Göttingen Amirfallah übernimmt Apex-Gastronomie
Die Region Göttingen Amirfallah übernimmt Apex-Gastronomie
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19:36 14.10.2010
Bald auch im Apex: Spitzenköchin Jaqueline Amirfallah und Johannes Brodner in der Küche ihres Gauss-Restaurants. Quelle: Hinzmann

Bis dahin geht der Betrieb im Apex trotz Insolvenz wie gewohnt weiter. Der Vorstand betonte, dass der laufende Betrieb nicht gefährdet sei und das Apex „weiterhin geöffnet ist und Kulturveranstaltungen anbietet“. Die Gastronomie soll, so erläutern Insolvenzverwalter Burghard Wegener und Amirfallah, in Zukunft separat vom Kunstbetrieb betrieben werden. Im Moment arbeite man an einem entsprechenden Konzept. Wegener: „Kunst und Gastronomie werden gemeinsame Wege gehen, aber mit unterschiedlichen Betreibern.“

Die Küchenchefin des Gauss-Restaurant beabsichtigt vor allem, in der Küche viel zu verändern. Mehr Bistro als Restaurant soll es werden. Sie wolle „einfach gutes Abendessen“ anbieten: „Eine schöne Hühnersuppe, ein Frikassee, selbst gemachte Bratwürste, oder warum nicht auch ein Strammer Max oder eine Linsensuppe?“ Hauptsache „selbstgemacht und regional“. Bis auf die Butter könne das auch klappen, scherzt die Köchin. Im Apex sollen nun Ideen umgesetzt werden, die schon in der Bewerbungsphase um den alten Ratskeller den Stadtrat beeindruckt haben. Das Team um Amirfallah hatte es in die engere Auswahl geschafft, hat sich letztlich aber zurückgezogen.

Bis zum 15. Dezember sollen die Pläne präsentationsreif und die Verträge zur Unterschrift bereit sein. Dann findet die Gläubigerversammlung des Betreibervereins Pro Art e.V. statt, die dem Plan von Insolvenzverwalter Wegener zustimmen muss. Verwalter, Vereinsvorstand und die neuen Pächter hoffen auf ein klares Ja der Gläubiger.

Von Lukas Breitenbach

Kommentar von Britta Bielefeld

Es heißt ja immer zum Trost: „Ach, in jeder Krise steckt doch auch eine Chance“. Das Apex jedenfalls hat die finanzielle Krise offenbar genutzt, um die Weichen im Gastronomiebetrieb auf professionell und modern zu stellen. Getrennte Geschäfte zwischen dem Kulturbetrieb und dem Gastgewerbe sind eine wichtige Voraussetzung für den Neustart. Eine andere sind Betreiber, die ihr Geschäft verstehen. Mit Jacqueline Amirfallah und Wolfgang Nisch kann sich das Apex die erste Garde der Göttinger Gastroszene ins Haus holen. Bislang führen sie mit dem kleinen Gauss eines der besten Restaurants der Stadt. Was sie aus dem Apex machen wollen, klingt gut und spannend. Vielleicht braucht es in Göttingen manchmal eine handfeste Krise, damit sich etwas bewegt.

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