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Göttingen Angeklagter Kickboxer Nasreddine ärgert sich über Big-Brother-Vergangenheit
Die Region Göttingen Angeklagter Kickboxer Nasreddine ärgert sich über Big-Brother-Vergangenheit
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19:50 19.04.2013
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Göttingen

Geboren im Libanon, sechs Geschwister, mit drei Jahren nach Deutschland gekommen, Hauptschulabschluss, keine Ausbildung, Bundeswehr-Laufbahn wegen Mobbings abgebrochen („Probleme, weil ich arabisches Blut habe“). Inzwischen ist er verheiratet – „aber nur nach libanesischer Art und Weise“ – und hat einen Sohn.

Als Kickboxer, erzählt er, habe er mit sieben Jahren angefangen, mit 18 aufgehört. Mit neun sei er Deutscher Meister geworden, danach „keine weiteren Titel mehr“. Wie es dann dazu komme, dass er vielfach „zweifacher Europameister“ genannt worden sei, will ein Richter wissen. Nasreddine dazu ausweichend: „Man sagt das so.“

Menschenbeschau im RTL-Container

RTL II schreibt das auch so: Bis heute findet sich die Behauptung auf einer Big-Brother-Internetseite, der Göttinger sei bereits je zweimal Deutscher und Europameister im Kickboxen gewesen. Die Teilnahme an der Menschenbeschau im RTL-Container, an der Nasreddine 2010 teilnahm, tut ihm heute leid. Dadurch sei er so bekannt geworden – „egal, wo ich hingehe“. Und jetzt könne sein Name auch „bei allen negativen Sachen genannt werden“.

Dabei war er auch zuvor kein unbeschriebenes Blatt. Sechs Verurteilungen zählt sein Zentralregisterauszug auf, darunter solche wegen Körperverletzung, Nötigung, unerlaubten Glücksspiels und Verkehrsdelikten. Und schon bei Prozessen vor zehn Jahren stellten Richter fest, dass mehrere Entlastungszeugen für ihn vor Gericht gelogen hatten.

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