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Göttingen 21-Jähriger bleibt in der Psychiatrie
Die Region Göttingen 21-Jähriger bleibt in der Psychiatrie
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00:20 09.02.2018
Quelle: dpa
Göttingen

Bereits im November 2016 hatte das Landgericht Hildesheim nach einem ersten Prozess die dauerhafte Unterbringung des heute 21 Jahre alten Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet. Der Bundesgerichtshof hatte dieses Urteil aber aufgehoben, weil die damalige Vorsitzende Richterin wegen Befangenheit gar nicht über den Fall hätte befinden dürfen. Der BGH hatte den Fall deshalb zu neuer Verhandlung und Entscheidung nach Göttingen verwiesen.

Das Gericht folgte mit seiner Entscheidung dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte dagegen gefordert, den Antrag auf Unterbringung abzulehnen. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin wertete die Kammer den Dolchangriff als versuchten Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Die Urteilsverkündung fand ebenso wie zuvor ein Großteil der Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, weil darin auch die psychische Erkrankung des Angeklagten und andere Umstände aus dessen Privatsphäre thematisiert wurden. Nach Auffassung des Gerichts hatte der 21-Jährige aufgrund einer psychotischen Erkrankung im Zustand der Schuldunfähigkeit gehandelt. Da die psychische Erkrankung weiterhin bestehe und somit weitere erhebliche rechtswidrige Taten zu erwarten seien, sei er für die Allgemeinheit gefährlich und müsse daher in der Psychiatrie untergebracht werden. Der 21-Jährige selbst hatte in dem Prozess keine Angaben gemacht.

Zu dem Vorfall war es gekommen, als der Hildesheimer Richter den 21-Jährigen in der Feldmark mit dem E-Bike überholt hatte. Nach Überzeugung der Kammer war der angegriffene Richter ein Zufallsopfer. Der 21-Jährige war dem ihm unbekannten Mann hinterher gerannt, hatte diesen angesprungen und mit voller Wucht zugestochen, um ihn „nach oben zu Gott zu schicken“. Der Richter konnte trotz seiner lebensbedrohlichen Verletzungen an Lunge, Zwerchfell und Milz noch selbst mit dem Handy Hilfe herbeirufen. Er wurde in einer Notoperation gerettet. Der 21-Jährige war nach der Attacke geflüchtet und zwölf Tage später festgenommen worden.

Von Heidi Niemann

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