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Göttingen Arbeiterwohlfahrt übernimmt Krankenhaus
Die Region Göttingen Arbeiterwohlfahrt übernimmt Krankenhaus
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20:30 04.01.2012
Nephrologisches Zentrum Niedersachsen in Hann. Münden: Die AWO will das Krankenhaus erweitern. Quelle: Hinzmann
Hann. Münden

Auf dem VKH-Gelände sollen dann künftig nur noch ambulante, Pflege- und Ausbildungsangebote betrieben und weiter ausgebaut werden. Das ist jedenfalls der Plan der  gemeinnützigen AWO Gesundheitsdienste GmbH (GSD) nach letzten Gesprächen am Dienstag. Die AWO-Tochter GSD betreibt in Niedersachsen bereits drei Kliniken, darunter das NZN, und zahlreiche weitere Einrichtungen mit 560 Mitarbeitern.

Damit das Konzept aufgeht und auch die Sparkasse Münden mitmacht, müssen allerdings noch die Stadt und der Landkreis mit Sicherheiten für den Notfall einspringen. Die Stadt soll garantieren, die VKH-Immobilie zu übernehmen, falls es mit dem Nachnutzungskonzept nicht klappt. Die Immobilienverwaltungsgesellschaft der Stadt müsste dann als Käufer einspringen. Der Landkreis soll mit 50 Prozent dabei sein. In einer von der SPD beantragten Sondersitzung des Stadtrates soll am Mittwoch, 11. Januar, ein entsprechender Beschluss gefasst werden. SPD und Grüne, die an den Gesprächen beteiligt waren, sprechen sich dafür aus.

Noch sei nicht alles in trockenen Tüchern, sagte GSD-Geschäftsführer Volker Behncke gestern in Hannover. Beschlüsse müssten bis zum 16. Januar fallen. Als Bausteine für  die Nachnutzung nannte Behncke das Appartementhaus, Arztpraxen, die zum Fachärztezentrum ausgebaut werden sollen, die Krankenpflegeschule, die im Bereich Geriatrie für Weiterbildung mit akademischen Charakter genutzt werden könne, sowie eine Rehabilitationseinrichtung. Für den NZN-Neubau rechnet Behncke mit 30 Millionen Euro Förderung durch das Land.

Beschlüsse im Landkreis fallen voraussichtlich erst während der Haushaltsberatungen. Landrat Bernhard Reuter (SPD) habe die Gespräche zwischen der AWO Gesundheitsdienste gGmbH und dem Mündener Krankenhausverein positiv begleitet, erklärte Verwaltungssprecher Marcel Riethig. Er halte es grundsätzlich für richtig, dass sich der Landkreis an der Sicherung der medizinischen Grundversorgung in der zweitgrößten Stadt des Landkreises beteilige. Form und Höhe müssten durch den Kreistag beschlossen werden.

Als verantwortlicher Städteplaner sei ihm natürlich sympathisch, dass sich eine Arbeitsgruppe schon jetzt Gedanken über Nachnutzung mache, sagte Mündens Baudirektor Friedhelm Meyer. Es sei eine realistische Konzeption. Es gehe schließlich auch um 240 Arbeitsplätze am VKH. Die Garantiesumme von der Stadt müsse noch konkretisiert werden. Meyer ist auch ehrenamtlicher Vorsitzender des Krankenhausvereins, der noch 49 Prozent der VKH-GmbH hält. 51 Prozent liegen bei der evangelischen Pro Diako. Das NZN hat derzeit 135 Betten, das VKH 119. Zusammen kommen die Häuser auf 40 Millionen Euro Jahresumsatz.

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