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Göttingen Arbeitslosenzahlen sinken weiter – auch im Raum Göttingen
Die Region Göttingen Arbeitslosenzahlen sinken weiter – auch im Raum Göttingen
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13:38 29.06.2018
Die Arbeitsagenturen registrieren immer weniger Arbeitslose. Quelle: dpa
Göttingen

Die Arbeitslosenzahlen in der Region sind weiter zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei 5,5 Prozent – der niedrigste Wert seit der Wiedervereinigung.

Seit Monaten sinken die Arbeitszahlen. So auch im Juni, als in der Region 13197 Menschen bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern arbeitslos gemeldet waren. Das Minus von 690 Fällen bedeutet einen Rückgang um fünf Prozent gegenüber dem Juni 2017.

Damit wurde der gute Mai-Wert noch einmal unterschritten, so dass im Juni nun die niedrigste Arbeitslosenzahl seit der Wiedervereinigung zu Buche schlägt, teilt die Göttinger Agentur für Arbeit weiter mit. Gleiches gilt auch für die Arbeitslosenquote, die mit 5,5 Prozent gleich 0,3 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert liegt. Gegenüber Mai dieses Jahres sank die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Göttingen um 225 – ein Minus von 1,7 Prozent.

Entwicklung in den Landkreisen Göttingen und Northeim

In beiden Landkreisen Göttingen und Northeim, die zum Agenturbezirk Göttingen zählen, sank die Arbeitslosigkeit. Dabei ging die Zahl der Arbeitslosen sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch im Vergleich zum Vorjahresmonat zurück.

Nach dem Rekordwert des vergangenen Monats, der für den Landkreis Northeim die niedrigste Arbeitslosenzahl der vergangenen 30 Jahre bedeutete, wurde dieser Wert im Juni noch einmal unterboten, erklärt die Agentur für Arbeit. Im zurückliegenden Monat waren im Landkreis Northeim 3674 Menschen arbeitslos gemeldet, 99 (2,6 Prozent) weniger als im Mai und 271 (6,9 Prozent) weniger als vor Jahresfrist. Damit sank nicht nur die absolute Arbeitslosenzahl auf einen neuen Tiefstwert, sondern auch die Arbeitslosenquote, die erstmals auf 5,2 Prozent fiel und damit 0,4 Prozentpunkte unter dem Juni-Wert 2017 und 0,2 Prozentpunkte unter dem Vormonatswert liegt.

Im Landkreis Göttingen blieb die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vorjahresmonat mit 5,6 Prozent stabil. Gegenüber Mai 2017 allerdings sank sie um 0,3 Prozentpunkte. Im zurückliegenden Monat waren hier 9523 Menschen bei der Arbeitsagentur und den Jobcentern arbeitslos gemeldet. Das waren 126 (1,3 Prozent) weniger als im Vormonat und 419 (4,2 Prozent) weniger als vor Jahresfrist.

Auch im Bereich der Agentur für Arbeit Nordhausen sank die Arbeitslosigkeit zur Jahresmitte auf einen neuen Tiefststand seit der Wiedervereinigung. 7889 Menschen waren Ende Juni auf Jobsuche, knapp 570 weniger als vor einem Jahr und 200 weniger als im Mai. Mit 5,8 Prozent hatte der Agenturbezirk die bislang niedrigste Arbeitslosenquote. Der Landkreis Eichsfeld konnte mit 1946 Arbeitslosen ebenfalls den bislang besten Juniwert erreichen. Um 10,5 Prozent sank die Zahl der Arbeitslosen. Die Quote liegt aktuell bei 3,6 Prozent.

Steigende Nachfrage

Den rückläufigen Arbeitslosenzahlen steht eine steigende Nachfrage nach Arbeitskräften in der Region gegenüber. Im Juni registrierte die Arbeitsagentur Göttingen 1376 neue Stellenangebote, 68 oder 5,2 Prozent mehr als im Mai und 60 (4,6 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Bedarf besteht in nahezu allen Bereichen. Besonders gefragt ist Personal in den Berufsbereichen Metallbearbeitung und Metallbau, in den Verkehrs- und Logistikberufen, im Verkauf und in den nichtmedizinischen Gesundheitsberufen. Rege Nachfrage zeigt sich auch in den Bereichen der Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufe sowie der Mechatronik, Energie- und Elektroberufe, im Reinigungsgewerbe, in Hotels und Gaststätten, den medizinischen Gesundheitsberufen und im Beschäftigungsfeld Erziehung und Hauswirtschaft – also in einem weiten Spektrum.

Dieser Entwicklung entsprechend ging auch die Zahl der sogenannten Unterbeschäftigten zurück. Hier werden neben den Arbeitslosen zusätzlich diejenigen Personen ausgewiesen, die nicht als arbeitslos gelten, die aber beispielsweise im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden. Im Juni betrug die Unterbeschäftigung nach vorläufigen Angaben im Juni 17745 Fälle. Der Wert sank damit um 1042 (5,5 Prozent) im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Ausbildungsmarkt

Seit längerem schon sind in vielen Berufen Fachkräfte rar geworden. Der Ausbildung von Nachwuchskräften kommt daher eine immer größere Bedeutung zu, meinen die Arbeitsvermittler. Klaus-Dieter Gläser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Göttingen, fordert die Betriebe der Region daher auf, auch Jugendlichen eine Chance zu geben, die die Anforderungen nicht zu 100 Prozent erfüllen: „Schieben Sie die Zusage für einen Ausbildungsplatz nicht immer weiter hinaus in der Hoff-nung, dass schließlich doch ein Bewerber auftaucht, der oder die den Anforderungen besser entspricht. Denn auch andere Betriebe suchen noch Lehrlinge und greifen vielleicht zu. Oder die Jugendlichen entscheiden sich dann für eine Alternative wie den Schulbesuch oder einen Freiwilligendienst.“ Die Agentur für Arbeit könne Auszubildende mit begleitenden Hilfen fördern, so dass der Betrieb eine vielleicht notwendige Unterstützung - sei es in Theorie, Praxis oder Sprache - nicht alleine leisten müsse, sagt Gläser: „Und zwar vom ersten Tag an.“ Gleichzeitig appelliert der Agenturchef auch an Bewerber, die schon eine Zusage in der Tasche haben: „Wenn Sie ein attraktiveres Angebot erhalten, dann spielen Sie bitte fair und sagen dem Betrieb umgehend Bescheid. Denn das ermöglicht dem Arbeitgeber, vielleicht noch eine andere Nachwuchskraft zu gewinnen.“

Obwohl die ersten Ausbildungen bereits in zwei Monaten beginnen, werden weiterhin Ausbildungsstellen für den Ausbildungsbeginn im Frühherbst gemeldet. Im Juni gingen weitere 144 Nachwuchskraft-Gesuche bei der Arbeitsagentur ein. Insgesamt waren im Agenturbezirk Göttingen im Juni noch 1194 der insgesamt 2731 gemeldeten Ausbildungsstellen unbesetzt. Von den ursprünglich 2383 Ausbildungsplatz-Bewerbern warten 948 noch auf die positive Rückmeldung eines Betriebes.

In nahezu allen Berufen gibt es vereinzelt noch offene Ausbildungsangebote. Besonders gut sind die Chancen für Jugendliche, die sich für eine Ausbildung im Einzelhandel oder in der Hotel- und Gastronomiebranche interessieren. Zahlreiche Angebote gibt es aber auch noch für die Berufe Zahnmedizinischer Fachangestell-ter, Fachverkäufer Lebensmittelhandwerk – Bäckerei, Kraftfahrzeugmechatroniker, Fachkraft – Lagerlogistik und Kaufmann Büromanagement. hein

Von Matthias Heinzel

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