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Göttingen Zu teuer: Aus für Anbau an Sparkassen-Arena
Die Region Göttingen Zu teuer: Aus für Anbau an Sparkassen-Arena
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00:33 24.02.2018
„Nice to have“: Auf der Westseite der Sparkassen-Arena hätte der Anbau entstehen sollen. Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Verwaltungssprecher Detlef Johannson und Alexander Frey, Geschäftsführer der Göttinger Sport- und Freizeit GmbH, bestätigten am Mittwoch entsprechende Tageblatt-Informationen. „Bei uns sind die Überlegungen zu diesem Projekt an folgendem Punkt: Auf dem jetzt bekannten Stand der Förderung sollten wir auf die Realisierung der S-Arena-Erweiterung zunächst verzichten“, erklärte Johannson. „Nice to have“, aber es müsse „angesichts der Belastung für den städtischen Haushalt und vor allem angesichts vieler anderer, wichtiger Investitionsaufgaben, die die Stadt schultern muss, nicht unbedingt sein“.

So hätte der Anbau an die Sparkassen-Arena aussehen sollen. Quelle: Göttinger Architekten Werkstatt

Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) habe das den Mitgliedern des Verwaltungsausschusses vor einer Woche erläutert, so Johannson weiter. In einer der nächsten Sitzungen des Ausschusses werde es vermutlich eine entsprechende Beschlussvorlage geben.

Die Erweiterungspläne sahen den Ausbau der Halle nach Westen vor. Von Säulen getragen sollte ein Raum ein Raum entstehen, der die Fläche des bisherigen 280 Quadratmeter großen Mehrzweckraumes über dem Foyer verdoppelt. „Es gibt eine starke Nachfrage an Kursräumen. Wir verbessern das Angebot für den Breiten- und Schulsport. Zudem sichern wir auch den Veranstaltungsbetrieb“, erläuterte Frey im vergangenen Jahr. So hätte die BG Göttingen einen doppelt so großen Bereich für ihre Sponsoren zur Verfügung gehabt.

45 statt 90 Prozent Bundesförderung

Ursprünglich sollten 90 Prozent der Baukosten aus dem Bundesprogramm zur „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ kommen. Die übrigen zehn Prozent aus dem Haushalt der Stadt. Weil der Bund die Stadt Göttingen nach ihrer Entschuldung zu den wohlhabenden Städten zählt, läge die aktuelle Förderquote durch den Bund für das Vorhaben bei nur noch 45 Prozent.

Nach Freys Angaben lagen die zunächst veranschlagten Nettokosten für den Erweiterungsbau bei rund 1,9 Millionen Euro. 1,7 Millionen Euro hätte der Bund bei 90-prozentiger Förderung getragen, die Stadt 190 000 Euro. Bei nur noch 45-prozentiger Förderung wäre der Anteil des Bundes auf 859 000 Euro gesunken, der der Stadt auf eine Million Euro gestiegen.

Steigende Kosten für Anbau

Gleichzeitig, so Frey, seien die Baukosten auf inzwischen 2,4 Millionen Euro netto gestiegen. Als Gründe nennt Frey die „Gründung“ für den Anbau und die nötige „Überspannung“ eines „der wichtigsten Abwasserkanäle“ in Göttingen, der im Boden unterhalb der Erweiterungsfläche liegt. Das Fundament des Anbaus hätte direkt neben den Kanal gebaut werden oder der Kanal überbaut werden müssen. Die Maßnahmen wären ins Geld gegangen. Die GöSF habe das „sorgfältig“ geprüft.

Zudem, so Frey, lastet ein „enormer Zeitdruck“ auf dem Vorhaben. So endet die Förderphase des Programms 2019. Der Bau hätte spätestens Ende 2019 fertig sein müssen.

„Wahnsinnge“ Nachfrage für Mehrzweckraum

„Sehr, sehr schade“, kommentierte Frey das Aus für die Pläne. „Wir haben uns bemüht, aber wir müssen uns nun mit den Gegebenheiten abfinden.“ Die S-Arena funktioniere auch ohne Anbau. Aber die Nutzung des Mehrzweckraumes stoße inzwischen an Grenzen. Es gebe dafür eine „wahnsinnige“ Nachfrage. Ganz habe er die Hoffnung noch nicht aufgegeben.

Mit dem Aus für den Anbau kommt auch das Aus für einen rund 200 000 Euro teuren Bike-Park an der Halle. Die 60 000 Euro teure Parcours-Strecke soll es nach Freys Auskunft aber geben. Die Rotarier, der ASC und die GöSF würden sich bemühen, die Strecke zu finanzieren. Noch in diesem Jahr soll gebaut werden, sagte Frey.

Der geplante Parkour-und Bike-Park neben der Sparkassen-Arena Quelle: GoeSF

Politik, Verwaltung und GöSF sind seit Jahren bemüht, den Bereich an der S-Arena zwischen Innenstadt und Weststadt aufzuwerten. Mit Skatepark und Maschpark sei man auf einem guten Weg, meinte Frey.

Von Michael Brakemeier

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