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Göttingen Der genfreie Weihnachtsmann
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00:18 17.12.2016
Zum Abschluss ergoss sich die Welle der Euphorie in einer stimmgewaltigen Darbietung von „O du Fröhliche“. Aus voller Inbrunst sangen und schunkelten die Agrarwissenschaftler mit. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Wenn sie hierher gekommen sind, um ihren Spaßbedarf zu befriedigen, muss ich sie maßlos enttäuschen“, sagte Universitäts-Professor Andreas von Tiedemann zum Auftakt der Veranstaltung, deren Erlös in diesem Jahr der Weihnachtshilfe „Keiner soll einsam sein“ des Göttinger Tageblattes zugute kommt. „Die 3000 Euro aus dem letzten Jahr würden wir natürlich gerne toppen“, sagte Wolfgang Klahser von der studentischen Fachgruppe, die jedes Jahr die Veranstaltung organisiert. In knallroter Hose referierte von Tiedemann herrlich humoristisch über die Existenz des Weihnachtsmannes.

Am Ende war das Fazit des Agrarwissenschaftlers klar: Der Weihnachtsmann bestünde aus Anti-Materie, hat kein Geschlecht und ist genfrei. Mit stehenden Ovationen und einem Küsschen für die drei als Engel verkleideten Studentinnen verabschiedete sich der von der Fachschaft der Agrarwissenschaften ernannte Professor des Jahres 2015 von der Bühne.

Dieser müsse 822,6 Hausbesuche pro Sekunde erledigen, um allen Kindern dieser Welt an Heiligabend ihre Geschenke zu bringen. Bei einer dafür notwendigen Reisegeschwindigkeit seines Schlittens von 1040 Kilometern pro Sekunde würde der „W-Mann“ dabei schlicht verdampfen, stellte der Professor fest.
Am Ende war das Fazit des Agrarwissenschaftlers klar: Der Weihnachtsmann besteht aus Anti-Materie, hat kein Geschlecht und ist genfrei. Mit stehenden Ovationen und mit einem Küsschen für drei als Engel verkleidete Studentinnen verabschiedete sich der von der Fachschaft der Agrarwissenschaften ernannte Professor des Jahres 2015 von der Bühne.

Die anschließende Pause wurde genutzt, um die trocken gewordenen Kehlen des Publikums mit Glühwein zu befeuchten und sich auf den Auftritt von „Günther, der Treckerfahrer“ alias Dietmar Wischmeyer vorzubereiten. Der aus TV und Radio bekannte Comedian war bereits vor zwei Jahren für die Weihnachtsvorlesung angefragt worden. Leider habe es „bisher nie gepasst“, sagte Wischmeyer, der auch deshalb gekommen sei, um den guten Zweck zu unterstützen. Noch schnell ein paar Autogramme und Erinnerungsfotos für die Fans, dann trat er in Holzpantoffeln und mit Schirmmütze vor das Mikrofon. In gewohnt unverblümter Art referierte er über die Tücken des menschlichen Paarungsaktes und demaskierte das ländliche Eheleben in nicht immer jugendfreiem Jargon. „Wo du hinguckst, wird der Landbewohner erotisch beschissen.“

Der Saal tobte, forderte eine Zugabe und bekam sie.
Zum Abschluss ergoss sich die Welle der Euphorie in einer stimmgewaltigen Darbietung von „O du Fröhliche“. Inbrünstig sangen und schunkelten die Agrarwissenschaftler zu den Tönen der studentischen Blaskapelle mit. Über die traditionelle Auszeichnung zum neuen Professor des Jahres durfte sich dann noch Jürgen Hummel freuen, ehe die Studenten und Lehrenden sich gleichermaßen auf den Weg in das Alpenmax machten.

von Yannick Höppner

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