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Göttingen Flüchtlinge sprechen über ihre Fluchterfahrungen
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18:15 14.11.2017
Ausstellung „Yallah!?“: Studenten organisieren Ausstellung zur Balkanroute,
Göttingen

Gezeigt werden Video- und Audioaufnahmen sowie Bilder von Geflüchteten, auf denen sie über die Erfahrungen während ihrer Flucht sprechen. „In der Ausstellung blicken wir auf die Ereignisse von 2015, den sogenannten ‚March of hope’ als es leicht war die Grenzen zu passieren, bis heute, wo die Stimmung in Deutschland nach rechts gekippt ist“, erklären die Studentinnen Svenja Schurade und Mira Lou Braun, die an der Ausstellung mitgearbeitet haben. Vor zwei Jahren sei es den Flüchtlingen auch deshalb leicht gelungen die Grenzen in Europa zu überwinden, weil sie darum gekämpft haben, weiter reisen zu können und so dafür gesorgt haben, dass die Grenzen geöffnet werden mussten. „Auch wenn es ihnen gelungen ist, so darf nicht vergessen werden, dass sie sich nicht auf einer Reise, sondern auf der Flucht befunden haben“, sagen die Studentinnen.

Mehr als ein Jahr haben Studenten der Universität Göttingen gemeinsam mit einem Team aus politisch engagierten Menschen an der Ausstellung „Yallah!? - über die Balkanroute“ gearbeitet. Am Freitagabend wurde die Ausstellung im Haus der Kulturen in Göttingen eröffnet.

Während damals die Stimmung „Refugees welcome“ vorgeherrscht habe, sei diese fast vollständig von einer rassistischen Stimmung verdrängt worden. „Es wird über Obergrenzen diskutiert und die Flüchtlinge in Zelten in großen Lagern untergebracht“, sagen Schurade und Braun. Aus ihrer Sicht sei es wichtig, die Belange von Flüchtlinge ernst zu nehmen, anstatt sie in Lagern ihrem Schicksal zu überlassen. „Wir sollten uns dabei auch die Frage stellen, wie wir gern Leben wollen“, sagen sie.

Neuanfang in Deutschland

Iman Shaaban, die 2015 aus Syrien nach Deutschland kam, ist eine Künstlerin, die ein Bild zu der Ausstellung beigetragen hat. Zu sehen ist auf ihm ein Mädchen, dessen Gesicht verdeckt ist und eine Box. „Die Box steht für die Lager, in denen die Flüchtlinge untergebracht sind“, erklärt Shaaban. Das Gesicht habe sie absichtlich verdeckt, um zu zeigen, dass auf der Flucht alle gleich sind, egal wo sie herkommen und, ob sie reich oder arm sind. Auf das Ausstellungsprojekt sei sie durch eine Freundin aufmerksam geworden und da sie das Thema interessiert habe, habe sie sich dazu entschlossen mitzumachen. Ihr Leben in Deutschland gleiche einem kompletten Neuanfang, denn sie müsse die Sprache lernen und versuchen, sich in Deutschland zu orientieren. „Außerdem muss ich gucken, welche Teile meiner Abschlüsse aus Syrien in Deutschland anerkannt werden“, berichtete sie.

20 Künstler sind beteiligt

Die Ausstellung, an der 20 Künstler mitgewirkt haben, ist bis Sonntag, 26. November, im Haus der Kulturen zu sehen. Unterstützt wurden die Studenten bei der Organisation unter anderem von der Forschungsgesellschaft für Flucht und Migration, dem Roma Antidiscrimination Network und der Rosa-Luxemburg-Stiftung. „Während der Arbeit sind zahlreiche Netzwerke, auch zu Geflüchteten entstanden, die wir gern weiter fortsetzten wollen“, sagen Schurade und Braun. ve

Die Ausstellung „Yallah!? - über die Balkanroute“ ist im Haus der Kulturen, Hagenweg 2e, mittwochs bis freitags von 16 bis 20 Uhr und sonnabend und sonntags von 12 bis 16 Uhr zu besichtigen (bis 26. November).

Von Vera Wölk

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