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Göttingen Entwicklung Holtensens im Blickpunkt
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14:27 09.11.2018
Elsa Vollmer, Wolfgang Siegmann und Hans-Werner Diederich betrachten altes Kartenmaterial zu Holtensen. Quelle: Wölk
Holtensen

Bereits zum vierten Mal organisieren Elsa Vollmer, Wolfgang Siegmann und Hans-Werner Diederich eine Ausstellung zur Holtenser Geschichte. Sie trägt diesmal den Titel „Holtensen - die bauliche Entwicklung und deren Einflüsse auf Feld, Wald und Flur.“

Bau der Autobahn in den 1930er-Jahren

Parallel zur Ausstellung haben die drei erneut einen Begleitband erarbeitet. „Wir haben uns für diese Ausstellung mit äußeren Einflüssen, die die Entwicklung des Ortes beeinflusst haben, beschäftigt. Dazu gehören beispielsweise der Bau der Autobahn in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und die Eingemeindung des Ortes zu Göttingen. Unter anderem habe der Ort dadurch weniger Ackerflächen und Wald. Eine weitere Problematik im Ort sei die nach wie vor bestehende Hochwassersituation, die sich nach Angaben Siegmanns auch durch die bauliche Erweiterung des Holtenser Bergs weiter verschärfen werden. „Vor allem, weil wir auch immer häufiger sogenannte Starkregenereignisse erleben", sagte er.

Steinaxt ältester Fund

In der Ausstellung werde zudem das älteste Fundstück aus dem Ort zu sehen sein - eine Steinaxt aus der Zeit von 3000 bis 1800 vor Christus. „Gefunden wurde sie 1981 auf dem Dachboden eines Hauses", berichtete Diederich. Dass dies möglich gewesen sei, hänge damit zusammen, dass es früher üblich gewesen wäre die Axt als sogenannten Donnerkeil auf dem Dachboden zu platzieren. „Damit sollte Unglück von dem Haus ferngehalten werden", sagte Vollmer, Ortsheimatpflegerin von Holtensen.

Dokumente fehlen

Den drei Holtensern ist es zudem wichtig, den heutigen Einwohnern des Dorfes verschiedene geschichtliche Begriffe zu erläutern. Deshalb werden in dem Begleitband zur Ausstellung auch die Entstehung der Verkopplungsinteressenschaft, Verbund der Landbesitzer und der Realgemeinde sowie dazu gehörige Begriffe wie Gerechtsame erläutert. „Zudem werden wir auch an Bauprojekte erinnern, die hier einmal geplant waren, aber nicht umgesetzt worden", sagte Siegmann. Dazu zählen beispielsweise die Ansiedlung eines Ikea-Marktes und der Bau eines Bahnhofs. Aber auch die Entwicklung des ehemaligen Deponiegeländes beleuchten die Autoren, denn durch einen Zufall haben sie erfahren, dass auf dem ehemaligen Deponiegelände sich jetzt der Kindergarten befindet. Hierzu haben sie nach eigenen Angaben Unterlagen bei dem Architekten gefunden, der den Kindergarten geplant habe. Auch die Veränderungen, die durch den Bau der Umgehungsstraße entstanden seien, werden während der Ausstellung und im Buch beleuchtet. Die Organisatoren bedauern, dass es aufgrund der Bebauung auf dem Holtenser Berg nicht mehr alle Dokumente gibt. Beispielsweise zum sogenannten Schwedengrab.

350 Besucher

Anders als bei der Ausstellung im vergangenen Jahr gebe es diesmal nur wenige Ausstellungsstücke, die gezeigt werden können. „Wir werden diesmal mit verschiedenen Plan-und Kartenmaterial arbeiten“, sagte Siegmann. Im Gegensatz zum Vorjahr ist die Ausstellung nur am Wochenende, 17. und 18. November, in der Zeit von 10 bis 18 Uhr geöffnet. „Ich werde aber auch während des Weihnachtsmarktes auf dem Hof der Familie Mecke am Sonnabend, 24. November, noch einmal öffnen“, sagte Vollmer. Am Ausstellungswochenende sei auch das beliebte Ausstellungscafé wieder geöffnet. Zusehen ist die Ausstellung im Gemeindezentrum, Im Alten Dorfe 4. Im vergangenen Jahr seien rund 350 Gäste da gewesen. Der Eintritt ist erneut frei.

Ein Jahr Vorbereitungszeit

Etwa ein Jahr lang waren die drei mit den Vorbereitungen für die Ausstellung beschäftigt. Am Anfang hätten sie den Umfang des Themas etwas unterschätzt, doch jetzt seien sie froh über das umfangreiche Material, das sie erhalten haben. „Wir haben viele Informationen per Mail ausgetauscht und uns etwa einmal die Woche persönlich getroffen“, sagte Siegmann. Bei ihren Recherchen könnten Sie aber immer noch auf das umfangreiche Archiv des ersten Ortsheimatpflegers Horst Henze. Zudem erfolge zu den Themen auch eine Befragung von Zeitzeugen. Alle drei Mitautoren beschäftigen sich intensiv mit der Geschichte ihres Ortes, weil sie diese für nachfolgende Generationen am Leben erhalten wollen.

Bereits jetzt haben Vollmer, Siegmann und Diederich mehrere Ideen für weitere Ausstellungen. Während das Thema für 2019 noch nicht ganz feststeht, soll 2020 die „NS-Zeit in Holtensen“ beleuchtet werden. Hierzu laufen nach Angaben Siegmanns bereits erste Vorbereitungen. „Wir hoffen, dass wir noch viele Ausstellungen zusammen organisieren können“, sagte Vollmer.

Von Vera Wölk

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