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Göttingen Ausstellung zum Islam im Kreishaus Göttingen
Die Region Göttingen Ausstellung zum Islam im Kreishaus Göttingen
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19:25 16.04.2018
Eine Ausstellung mit dem Titel „Eine Reise durch die islamische Zeit“ ist seit Montag im Kreishaus Göttingen zu sehen. Quelle: Christoph Mischke
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Göttingen

„Der Islam gehört selbstverständlich zu Deutschland“, widerspricht Habib Ghaman der jüngsten Aussage von Innen- und Heimatminister Horst Seehofer (CDU). Er sei froh, dass Seehofer das Thema angesprochen hat, sagt der Imam und Theologe der „Ahmadiyya Muslim Jamaat“. Dadurch kämen Muslime und Menschen anderer Glaubensrichtungen wieder ins Gespräch, meint Ghaman. „Wir sind Deutsche, wir sind hier geboren, wir sind Muslime“, sagt er. Gemeinsam mit anderen jungen Imamen hat Ghaman am Montag die Ausstellung „Eine Reise durch die islamische Zeit“ im Kreishaus Göttingen eröffnet.

„Die friedlichen Lehren des Islams“

Ins Gespräch kommen – dieses Angebot will die Religionsgemeinschaft mit der Ausstellung machen. „Es geht darum, die friedlichen Lehren des Islams darzustellen“, sagt Imam Usman Cheema. Viel zu oft und immer häufiger, so Ghaman, werde der Islam mit Islamismus gleichgesetzt. Dagegen wollten sie angehen, sagt Ghaman. Zu den Öffnungszeiten der Ausstellung würden stets zwei Imame für Fragen anwesend sein.

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Eine Ausstellung mit dem Titel „Eine Reise durch die islamische Zeit“ wird seit Montag im Kreishaus Göttingen gezeigt. Organisiert wird sie durch die islamische Gemeinschaft Ahmadiyya Muslim Jamaat. Besucher während der Eröffnung in der Ausstellung.

Auf 14 großen Tafeln stellt die Ausstellung die wesentlichen Merkmale des Islams aus Sicht der „Ahmadiyya Muslim Jamaat“ dar – von Allah und Mohammed über die Stellung der Frau im Islam bis zum Dschihad und den fünf Säulen des Islams. Dazu gibt es Koran-Ausgaben in 62 verschiedenen Sprachen zu sehen und Info-Material zum Islam und seiner Auslegung durch die „Ahmadiyya Muslim Jamaat“ zum Mitnehmen.

Austausch mit dem Islam

Für die Erste Kreisrätin Christel Wemheuer (Grüne) stellt die Schau den Versuch dar, „den Islam zu beleuchten“. Viele Menschen wüssten gar nicht, was der Islam sei. Für Wemheuer ist es wichtig, in den Austausch mit dem Islam zu kommen.

Die Religionsgemeinschaft „Ahmadiyya Muslim Jamaat“ ist in der islamischen Welt umstritten, weil sie ihren Gründer Mirza Ghulam Ahmad als Propheten verehrt. Im Islam gilt Mohammed jedoch als der letzte Prophet. Der Islamische Weltkongress schloss die Ahmadis wegen ihrer „verabscheuenswürdigen Irrlehren“ 1974 aus der Gemeinschaft der Muslime aus. In Pakistan werden sie verfolgt. Mitte der 80er-Jahre gab es eine Fluchtwelle.

45 000 Mitglieder in Deutschland

Viele Ahmadis fanden in Deutschland Asyl – wie die Eltern von Imam Ghaman. Die Pakistaner bilden bis heute die große Mehrheit der nach eigenen Angaben 45 000 Ahmadis in der Bundesrepublik. Die Religionsgemeinschaft unterhält in Deutschland mehr als 50 Moscheen. Hinzu kommen, wie in Göttingen, Gebetszentren. In Göttingen gehören der Gemeinschaft rund 100 Menschen an. Das Oberhaupt der Gemeinschaft, Hadhrat Mirza Masroor Ahmad, lebt seit 1982 in London im Exil.

Die Ausstellung ist Teil der Kampagne „Wir sind alle Deutschland“. Die Gemeinde plant in der Region Südniedersachsen in den kommenden Tagen Flyer zu verteilen und mit Infoständen präsent zu sein. Zudem ist im Juni eine Info-Veranstaltung geplant, im August soll es eine weitere Ausstellung am Bahnhof geben. Einen Friedensbaum wollen die Muslime im Göttinger Stadtgebiet pflanzen.

Die Islam-Ausstellung ist noch bis Freitag, 20. April, zu den Öffnungszeiten des Kreishauses, Reinhäuser Landstraße 4, zu sehen.

Von Michael Brakemeier

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