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Göttingen Ausstellung zur italienischen Resistenza
Die Region Göttingen Ausstellung zur italienischen Resistenza
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19:16 14.12.2017
Cedrik und Marie, Schüler der IGS Bovenden, besuchen die Ausstellung.  Quelle: Christoph Mischke
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Göttingen

 Italienischer Widerstand trifft auf Göttinger Widerstand zur Zeit des Nationalsozialismus: Dort, in dem ehemaligen Stadthaus, in dem sich während der Nazi-Herrschaft das städtische Polizeigefängnis befand, und wo die meisten Opfer der Nationalsozialisten zunächst inhaftiert waren, zeigt der Verein zur Förderung antifaschistischer Kultur in Zusammenarbeit mit dem Verein NS-Familien-Geschichte derzeit die Schau „Banditi e Ribelli – Die italienische Resistenza 1943-1945“. Diese will die italienische Partisanenbewegung, die ab 1943 gegen den Faschismus in Italien und deutsche Besatzer Widerstand geleistet haben, zeigen.

Für die Ausstellungsmacher ist der Ausstellungsort selbst ein „Authentischer Ort der Erinnerung“: So seien hier während der NS-Diktatur weit über hundert Antifaschisten inhaftiert. Ein im Mai enthüllter Gedenkstein erinnert inzwischen vor der Bibliothek daran. Er ist Teil einer im vergangenen Jahr vom Rat beschlossenen „Erinnerungskultur an die nationalsozialistische Gewaltherrschaft in Göttingen“. Dazu gehört auch der Abschlussbericht des Historikers Rainer Driever über den „Widerstand gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft in Göttingen“. Weiter ist vorgesehen, dass die Verwaltung ein Konzept der Erinnerungskultur mit Vorschlägen und Verbesserungsmaßnahmen erarbeitet.

Dazu könnte aus Sicht des Vereins zur Förderung antifaschistischer Kultur auch die ehemalige Gefängniszelle im Keller der Bibliothek gehören. Diese ist zwar zu einem Gedenkraum an die Inhaftierten umgestaltet worden – ein Transparent nennt 111 Namen von ehemals Gefangenen – , dauerhaft zugänglich ist sie derzeit aber nicht. Geht es nach dem Verein, soll sich das aber ändern, sagt einer der Sprecher. Der Verein wolle sich an Politik und Verwaltung wenden, um einen dauerhaften Zugang zu erreichen.

2012 begannen Göttinger Antifaschisten erstmals, den Göttinger Widerstand gegen die Nationalsozialisten aufzuarbeiten. Ähnliches hatte es laut Driever zuvor nicht gegeben. Für Ernst Böhme, Leiter des städtischen Museums und Archivs, stand schon damals fest: Die heutige Stadtbibliothek sei mit ihrer Geschichte als Stadthaus und Sitz der städtischen Polizei der beste Ort für das Gedenken.

Zu sehen ist die Schau „Banditi e Ribelli – Die italienische Resistenza 1943-1945“, die in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung und mit Unterstützung des Fachdienstes Kultur der Stadtverwaltung gezeigt wird, noch bis einschließlich Freitag. Außer Mittwoch ist sie von 15 bis 19 Uhr in der Stadtbibliothek Göttingen, Gotmarstraße 8, zu sehen. Eine letzte begleitende Veranstaltung zur Ausstellung beginnt am Dienstag, 19. September, um 19 Uhr. Sie hat „Die Verbrechen der Ordnungspolizei in Italien 1943-1945“ zum Thema.

Von Michael Brakemeier

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