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Göttingen Autobahn 7: Neue Abfahrt soll „Rosdorf“ heißen
Die Region Göttingen Autobahn 7: Neue Abfahrt soll „Rosdorf“ heißen
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19:18 13.05.2011
Ohne „Göttingen-Süd“: Nach bisherigen Plänen soll die neue Abfahrt bei Mengershausen „Rosdorf“ heißen. Quelle: Hinzmann/Montage: PH

Rosdorfs Bürgermeister Harald Grahovac (SPD) hat jedoch schon vor Jahren im Brustton der Überzeugung versprochen: „Die Anschlussstelle wird niemals Göttingen-Süd heißen.“ Jetzt scheint klar: Er wird wohl Recht behalten.

In jedem Fall hat sich die niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr kürzlich schriftlich an Grahovac gewandt mit dem Vorschlag, die Abfahrt „Rosdorf“ zu nennen. Freudig trug er die Neuigkeit im Verwaltungsausschuss vor – und der sprach sich einstimmig für den Vorschlag der Landesbehörde aus.

„Warum sollte Göttingen auch eine dritte Abfahrt bekommen?“ Grahovac kann das ohnehin nicht nachvollziehen. Klar, es gebe diesen Wunsch der Göttinger, sagt er, aber der sei längst von Geschehnissen in jüngster Zeit überholt worden. Seitdem die Göttinger Bürger gegen eine Südspange gestimmt hätten, ergebe eine Abfahrt „Göttingen-Süd“ doch überhaupt keinen Sinn mehr. Die sorge nur dafür, dass Rosdorf und das Naherholungsgebiet Kiessee durch noch mehr Verkehr belastet würden.

Dem gegenüber würde sich eine Abfahrt namens „Rosdorf“ nur positiv auswirken, glaubt Grahovac. Vor allem wirtschaftlich sei das ein Gewinn, mehr Gewerbe, mehr Arbeitsplätze die Folge. Und davon werde auch Göttingen profitieren. „Wir können nicht ohne das Oberzentrum Göttingen, aber andersherum verhält es sich ähnlich“, betont der Bürgermeister lokalpatriotisch.
Lokalpatriot ist aber freilich auch Wolfgang Meyer. So habe der Oberbürgermeister im Rahmen des Anhörungsverfahrens zur „Benennung der Anschlussstelle in Höhe der Rastanlage Göttingen“ gegenüber der Landesverkehrsbehörde dafür plädiert, die neue Anschlussstelle „Göttingen-Süd“ zu nennen, sagt Verwaltungssprecher Detlef Johannson. Meyer habe dabei auf die „Richtlinie für die wegweisende Beschilderung auf Autobahnen“ verwiesen, wonach sich die Wichtigkeit eines Zielorts neben der Einwohnerzahl auch nach der Verkehrsbedeutung richte. Denn: „Güterverkehr, Pendlerverkehr, Freizeit- und Tourismusverkehr, Verkehr von und zu den internationalen Forschungseinrichtungen in der Stadt, die einziges Oberzentrum der gesamten Region ist, werden alle in bedeutendem Umfang von der A 7 erschlossen“, so Johannson.

Deshalb gebe es „eine ganz logische Schlussfolgerung: Die Anschlussstelle sollte in Ergänzung zu den bestehenden Anschlussstellen ‚Göttingen-Nord‘ und ‚Göttingen‘ ‚Göttingen-Süd‘ heißen. Damit könnte sich der gesamte Raum südlich von Göttingen unseres Erachtens durchaus identifizieren.“

Die Rosdorfer können gerade das aber augenscheinlich nicht. Und da dies den Göttingern durchaus bekannt zu sein scheint, fügt Johannson noch eine „Kompromisslösung“ an: „Göttingen-Süd / Rosdorf“.

Die Landesverkehrsbehörde aber hat sich nun auf die Abfahrt „Rosdorf“ festgelegt. Und das aus gutem Grund, wie ein Mitarbeiter gegenüber dem Tageblatt ausführte. Eine Vorschrift besage nämlich, dass gerade in ländlichen Regionen immer die zur Abfahrt nächstgelegene Gemeinde für die Benennung in Frage komme – und das sei in diesem Fall nun einmal Rosdorf. Auch dem Kompromissvorschlag aus Göttingen erteilte er eine Absage. Der Grund: Ebenfalls eine Vorschrift.
Jetzt muss das Bundesverkehrsministerium entscheiden. Bis dahin darf munter weiter gestritten werden.

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