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Göttingen Automat druckt nur Quittung, aber keine Fahrkarte
Die Region Göttingen Automat druckt nur Quittung, aber keine Fahrkarte
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00:19 23.09.2017
Hier funktionierte der Fahrkarten-Automat offenbar nicht richtig. Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

Nach einer Tageblatt-Anfrage hat die Bahn nun erklärt, der Kunde, der auch noch ehrenamtlich für die Bahn tätig ist, werde sein Geld bekommen. Der Fall sei aber noch „in Arbeit“. Seit 17 Jahren engagiert sich Henning Müller ehrenamtlich bei der Bahnhofsmission.

Am Donnerstagmorgen, 3. August, betreute er eine schwer erkrankte Frau, die auf ein mobiles Sauerstoffgerät angewiesen ist. Sie hatte ihre Fahrkarte nach Hamburg, wo sie zu einer ärztlichen Untersuchung musste, noch nicht gelöst. Müller half, zahlte um 6.33 Uhr mit drei 50-Euro-Scheinen – und erhielt lediglich das Rückgeld und die Quittung.

Atemnot

Die Frau geriet in Panik, was ihre Atemnot noch verschlimmerte. Müller hatte Mühe, die Kranke zu beruhigen. Er hetzte zum Servicecenter, wo er nur einen Zettel erhielt, der zum Lösen eines Ersatzfahrscheins im Zug ohne Aufschlag berechtigte. Der Helfer brachte die Frau zum ICE und versprach ihr, sich um die Rückerstattung des Geldes zu kümmern. Als erstes rief er um 7.15 Uhr die Servicenummer an, die auf dem Automaten stand. Dort wurde der Sachverhalt aufgenommen. In ein, zwei Wochen erhalte er ein Antragsformular, das er ausgefüllt zurückzusenden habe, erfuhr er.

Quittung

Fünf Tage später bekam Müller Post von der Bahn, mit der Bitte zurückzurufen. Nun erfuhr er, dass es kein Fomular gebe. Er solle einfach die Quittung einsenden. Da die Kranke das Papier jedoch mitgenommen hatte, konnte Müller dem nicht sofort nachkommen. Nach acht Tagen teilte ihm die Bahn mit, dass sie keine Störung des Automaten habe feststellen können. Im Schreiben heißt es: „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen daher den gewünschten Betrag nicht erstatten können.“

„Noch nicht abschließend bearbeitet“

Empört schrieb Müller zurück und reichte am 8. September den Quittungsstreifen ein, den er zwischenzeitlich erhalten hatte. Weil nichts geschah, wandte er sich an die Zeitung. Auf Tageblatt-Anfrage erklärte eine Bahnsprecherin, dass der Antrag noch nicht abschließend bearbeitet sei. Die Kundin werde aber am Ende ihr Geld zurückerhalten. Der Grund für die erste Ablehnung sei das Fehlen eines Belegs gewesen. Ohne einen solchen könne die Bahn jedoch kein Geld auszahlen. Warum der Automat die Karte nicht ausgedruckt habe, könne sie sich nicht erklären. Das Gerät habe keine Störmeldung gegeben. Möglicherweise habe es einen „Fehldruck“ gegeben.

Entschuldigung für „Unannehmlichkeiten“

Müller, so die Bahnsprecherin, habe richtig gehandelt und sei sofort zum Schalter gegangen. Ihr Unternehmen entschuldige sich „für die Unannehmlichkeiten“. Ein Gutschein als Entschuldigung sei bei der Bahn nicht üblich. Auf Nachfrage berichtet die Sprecherin, dass ein Viertel der Fahrkarten – bei sinkender Tendenz – am Automaten erworben werde. Mehr als ein Drittel verkaufe die Bahn mittlerweile – bei steigender Tendenz – über das Internet beziehungsweise über Smartphones. Weniger als ein Fünftel der Karten würden noch im Reisezentrum gebucht.

Von Michael Caspar

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