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Göttingen Pflegebereich: Gewerkschaftliche Organisation in Schweden als Vorbild
Die Region Göttingen Pflegebereich: Gewerkschaftliche Organisation in Schweden als Vorbild
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00:28 11.05.2018
Beim 3. Awo-Colloquium sprach Kaj Fölster, schwedische Schriftstellerin, Sozialarbeiterin und Politikerin, über die Wohlfahrtspflege in Schweden. Quelle: Peter Heller
Göttingen

Die Ministerin gab Einblicke in die niedersächsische sowie bundesweite Sozialpolitik. „Die Wohlfahrtspflege und die Landesregierung in Niedersachsen sind sehr partnerschaftlich verbunden“, sagte sie zu der Zusammenarbeit und sprach auch über die finanzielle Unterstützung der Wohlfahrtsverbände durch das Land: „Es gibt jährlich eine Finanzhilfe von 21 Millionen Euro“.

Kernpunkt niedersächsischer Sozialpolitik: Inklusion

Als einen Kernpunkt niedersächsischer Sozialpolitik nannte Reimann auch die Inklusion. „Wir müssen viele Barrieren abbauen und es müssen alle mitmachen“, sagte die Ministerin dazu. Das Bundes-Teilhabe-Gesetz, das jetzt stufenweise in Kraft trete, sei ihr hierbei wichtig: „Dabei ist der individuelle Bedarf der Menschen entscheidend“, sagte Reimann über das Gesetz. Die Wohlfahrtsverbände seien bei der Umsetzung wichtige Partner und Akteure. Awo-Göttingen-Geschäftsführer Michael Bonder sagte hierzu, dass er etwas in Sorge über die Folgen des Gesetzes sei, beispielsweise im Bereich der Betreuung von psychisch Kranken, „weil die manchmal einfach nicht mehr selbstbestimmt leben können“. Genau auf dieses selbstbestimmte Leben ziele das Gesetz aber ab, wie Reimann zuvor erzählt hatte.

Auch das aktuelle Problem des Pflegenotstands griff Reimann auf: „Die Pflege hat in Deutschland lange im Schatten anderer sozialpolitischer Themen gestanden“, sagte sie. Das ändere sich, es gebe einen massiven Anstieg an benötigten Pflegeleistungen – aber zu wenig Personal dafür. Ziel sei es, junge Menschen für Pflegeberufe zu motivieren.

Schweden im Pflegebereich besser gewerkschaftlich organisiert

Einen Vorteil im Bereich Pflege in Schweden stellte Fölster heraus: „Die Schweden sind gewerkschaftlich sehr gut organisiert, auch das Pflegepersonal“, sagte sie. Dass in Deutschland im Pflegebereich so eine starke gewerkschaftliche Organisation fehle, bemängelte Reimann.

Ein weiterer Vorteil der schwedischen Pflegesituation stellte sich in der Publikumsdiskussion heraus: Ein Besucher merkte an, dass Pflegeberufe in Schweden eine höhere Anerkennung erhielten und es nicht so starke Hierarchien wie in Deutschland gebe. Dem konnte Ministerin Reimann nur zustimmen: „Die Beobachtung ist richtig, in Deutschland ist alles noch sehr arztzentriert“, sagte sie. Während in Schweden Pfleger und Ärzte oft direkt in Teams zusammenarbeiten, sei das in Deutschland nicht so. „Wir brauchen mehr Substitution“, so Reimann. Dass also auch beispielsweise Pfleger bestimmte ärztliche Aufgaben übernehmen dürfen.

Von Hannah Scheiwe

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