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Göttingen Bald glüht wieder der Wein…
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19:35 20.11.2009
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Das Ergebnis war zu erwarten: Der starke Polizeieinsatz verhinderte während der (nicht angemeldeten) Demo am vergangenen Sonnabend, dass es zu Ausschreitungen kam, während es dann bei der (angemeldeten) Demo zum eigentlichen Todestag am Dienstag wieder einmal brannte. Egal ob Mülltonnen oder Autos – Hauptsache die „Trauer“ konnte in Action umgesetzt werden. Echte Trauer sieht allerdings anders aus.

Weniger Trauer als Verärgerung treibt derzeit die Studenten auf die Straße, unterstützt von breiten Schichten der Bevölkerung. Dabei geht es nicht um ein einziges konkretes Thema, sondern um die gesamte Problematik in der Bildungspolitik. Es ist der allgemeine Unmut über zunehmende Eliteförderung, Studiengebühren und mangelnde Mitbestimmung, über missglückte Reformen an den Schulen, oder über die Art und Weise, wie die Umstellung auf das Bachelor- und Master-System erfolgt ist. Genau wegen dieses eher diffus-gefühlten Unmuts aber scheint diese Streikwelle (zumindest in Göttingen) die große Masse der Uni-Studenten nicht erreicht zu haben. Vielleicht entwickelt sich die kleine Flamme aber noch. Wir werden sehen.

Eine größereMassenbewegung, da muss man kein Prophet sein, wird kommende Woche hingegen beim traditionellen Göttinger Weihnachtsmarkt zu beobachten sein. Die Frage nach Skibar (zum Abglühen), nach der diesjährig besten Glühweinbude und den besten Bratwurstständen wird jetzt bereits gerne beim Kantinenessen oder im Hörsaal diskutiert. Bald glüht also wieder der Wein, wobei ich mich (zusammen mit manch engagiertem Weinkenner) jedes Jahr erneut frage, was dieser spezielle Wein wohl angestellt haben mag, um als Glühwein zu enden.
In Deutschland ist es traditionell ein roter Wein, dessen Untergang derartig besiegelt wird, in Österreich vornehmlich weiße Weine. Rund ums Alte Rathaus zu Göttingen jedenfalls gibt es beide Varianten. Was besser schmeckt? Das kann man ja dann auf den diversen Betriebs-Weihnachtsfeiern diskutieren.

Oder sich folgenden Glühwein-Witz als Warnung erzählen: Sie fahren mit dem Auto und halten eine konstante Geschwindigkeit. Auf der linken Seite befindet sich ein Abhang. Auf der rechten Seite fährt ein riesiges Feuerwehrauto und hält die gleiche Geschwindigkeit wie Sie. Vor Ihnen galoppiert ein Schwein, das eindeutig größer ist als Ihr Auto und Sie können nicht vorbei. Hinter Ihnen verfolgt Sie ein Hubschrauber auf Bodenhöhe. Was unternehmen Sie, um dieser Situation gefahrlos zu entkommen?

Richtige Antwort: Vom Kinderkarussell absteigen und weniger Glühwein saufen!
„Offenbar reicht schon die Glühwein-Androhung, und wir sind selbst in der Wochenendkolumne auf Kindergartenniveau angekommen“, knurrt der Korrektur lesende Kollege gerade, und: Recht hat er.

Nun ist dann auch die schöne Jahreszeit, bei der wir uns aufs Eis begeben können. Mangels zugefrorener Seen aber erst einmal in der Lokhalle in Göttingen (schon seit dem vergangenen Wochenende), seit dem gestrigen Freitag dann auch wieder auf der Eisfläche vor der romantischen Kulisse der Burg Hardenberg in Nörten. Eröffnet wird mit „Musical-Stars“, was immer das heißen mag, sowie einem Feuerwerk, allerdings groß erst am heutigen Sonnabend, späten Nachmittag. Nichts wie aufs Eis also. Den Witz dazu verkneifen wir uns hier dann lieber.

Von Ilse Stein

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„Eigentlich bin ich bei ‚sowas‘ ja nicht dabei“, erklärt Arne. Zu Beginn sei der Soziologiestudent von der Besetzung des Verfügungsgebäudes (VG) abgeschreckt gewesen, weil sie ihm zu „links“ und „autonom“ erschienen sei. „Das Thema Bildung ist mir aber so wichtig, dass ich mithelfe und versuche, etwas zu verändern.“ Von den übrigen Besetzern sei er positiv überrascht worden: „Das Ziel steht im Vordergrund, nicht die politischen Interessen der einzelnen Gruppen.“

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