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15:53 22.11.2018
„Balu und Du" - in der Samtgemeinde Radolfshausen soll es weiter ausgebaut werden (v.l.): Luisa Heilmann, Laura Bodmann, Nils Metzner sowie Noah und Lisa Arndt, die im Rahmen des Projekts gemeinsam mindestens einmal die Woche ihre Freizeit gemeinsam verbringen. Quelle: Markus Hartwig
Radolfshausen

„Balu und Du“ – So lautet der Titel eines bundesweiten Projekts, an dem sich auch drei „Balus“ aus der Samtgemeinde Radolfshausen beteiligen. Sie begleiten jeweils ein Grundschulkind in seiner Freizeit.

Das bundesweite Programm „Balu und Du“ soll Grundschulkinder in ihrer Freizeit fördern. Dazu übernehmen junge Leute im Alter zwischen 17 und 30 Jahren jeweils eine Patenschaft. Namensgeber ist das „Dschungelbuch“, in dem ein Bär, Balu, sich seines Schützlings, Mogli, annimmt. Über persönliche Zugewandtheit und aktive Freizeitgestaltung sollen die Ehrenamtlichen ihre „Moglis“ dabei unterstützen, die Herausforderungen des Alltags erfolgreich zu meistern. Grundschulen haben die Möglichkeit Kinder, die ihrer Ansicht nach besonderer Zuwendung bedürfen, für das „Balu und Du“-Programm zu empfehlen. Angedockt ist es zusätzlich an „PaC – Prävention als Chance“, ein Programm des LKA Niedersachsen, das sich Gewaltprävention und sozialem Lernen widmet.

„Balu und Du – das ist Ehrenamt pur“ Rainer Uthmann, Jugendreferent in der Gemeinde Radolfshausen

Das Projekt „Balu und Du“ hat das Begleiten von Grundschulkindern im Blick. „In unserer Samtgemeinde haben wir aus jeder der drei Grundschulen ein Kind, das sich über den Zeitraum von einem Jahr einmal die Woche mit seinem Begleiter trifft, manchmal wird auch öfter etwas gemeinsam unternommen“, sagt Rainer Uthmann, Jugendreferent in der Gemeinde Radolfshausen. „Für die Paten ist es Ehrenamt pur.“

In der Gemeinde haben Lisa Arndt, Luisa Heilmann und Nils Metzner eine Patenschaft übernommen und sich dafür entschieden, mindestens einmal die Woche mit einem Grundschulkind die Freizeit zu verbringen. Bei einem solchen Projekt spielt Verantwortung eine große Rolle. Und so darf bei der Zusammenstellung der Zweiergespanne selbstverständlich nicht der Würfel entscheiden. „Wer passt zu wem, diese Frage steht bei uns an erster Stelle“, stellt Jugendreferent Uthmann klar. „Und auch während das Projekt läuft, gibt es rund um die Uhr Unterstützung. Die Balus führen Onlinetagebücher, und alle 14 Tage setzen sich die Balus mit uns an einen Tisch“, erklärt Laura Bodmann, die gemeinsam mit Rainer Uthmann die koordinierende Rolle im Projekt übernommen hat.

„Noah erlebt so vieles, was mit mir leider nicht stattfinden kann.“

Drei Paten und jeweils ein Kind – jetzt, nach einem Vierteljahr, ziehen die Projektbeteiligten, dazu zählen auch die Moglis samt Familien, eine zufriedene Bilanz. Lisa Arndt beispielsweise hat eine Patenschaft für den neunjährigen Noah übernommen. Als Alleinerziehende, sagt Noahs Mutter, freue sie sich, dass ihr Sohn einen Teil seiner Freizeit auf diese Art verbringen kann. Zwar habe Noah die Augen verdreht als er erfahren hat, dass seine Patin Grundschullehrerin ist. Jetzt freue er sich aber und kündigt ihren Besuch jedes Mal mit einem freudigen „Lisa kommt“ an. „Das Angebot ist toll für Kinder“, sagt sie. „Noah erlebt so vieles, was mit mir leider nicht stattfinden kann.“

Noah erzählt von Schwimmen im Freibad, von Leichtathletik, Keksebacken, Ausflügen mit Hunden, Tretbootfahrten oder auch Minigolf. „Manchmal sind wir vier Stunden unterwegs“, so der Neunjährige. Vieles von dem, was die Balus mit ihren Moglis unternehmen, können sie kostenlos in Anspruch nehmen, denn das Projekt kann auf Unterstützung in der Region bauen. Dazu gehören Minigolf und Bootsfahrten in Seeburg, Besuche im Brotmuseum, der Heinz-Sielmann-Stiftung oder auch der Wilhelm-Busch-Mühle. Im Sommer waren die kostenlosen Besuche im Duderstädter Freibad bei allen heiß begehrt.

„Wir spüren, dass dieses Projekt unseren Moglis, aber auch uns, guttut, es ist eine positive Herausforderung“, sind die drei Paten begeistert. Und Rainer Uthmann ergänzt: „Der Bedarf am Projekt ist vorhanden und unterstützt auch Eltern sehr. Es wäre schön, wenn sich das Projekt bei uns weiter etablieren kann.“

Kontakt

Rainer Uthmann, Kinder- und Jugendbüro der Samtgemeinde Radolfshausen. Tel.: 05507 / 9678-13

Von Markus Hartwig

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