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Göttingen Bayerisches Oktoberfest im März - mit Niedersachsenlied
Die Region Göttingen Bayerisches Oktoberfest im März - mit Niedersachsenlied
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00:17 06.03.2013
Bayerische Gaudi in Ballenhausen: Klein Schneer Gäste feiern mit beim Oktoberfest im März. Quelle: Heller
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Ballenhausen

Die Frage, wo die Idee eines Oktoberfestes im Monat März her kommt, kann die Next Generation, die Gruppe junger Leute mit gemeindebekannten Eltern in Führungspositionen, auch nach dem dritten Stellen nicht beantworten. „Im Oktober kann jeder“, antwortet etwa Nadine Friedrichs, die Tochter des Friedländer Bürgermeisters: „Wir sind hier der Zeit voraus.“

Aber immer noch sturmfest und erdverwachsen, also niedersächsisch bodenständig, auch wenn die Blaskapelle weiß-blau (bayerisch) und weiß-rot (österreichisch) gekleidet mit dem Niedersachsenlied einmarschiert. Danach geht es rund wie auf der Wiesn in München – mit Fassbieranstich, Brezen, Radi, Weißwurst, zünftiger Blasmusik und viel, viel Gerstensaft.

Die 320 Gäste – mehr passen nicht ins Sporthaus – sind allesamt alpin gewandet, also in Lederhosen und Janker die Buam, im Trachtenkleid die Madeln. „Darin hat man doch gleich gute Laune“, sagt einer und stimmt mit ein ins „Zickezacke, zickezacke, hoj, hoj, hoj!“. Aus dem Stand ist die Stimmung auf dem Siedepunkt und wird bis Sonntagmorgen knapp vor dem Überkochen gehalten. Einzig eine bayersiche Tradition fehlt: die Wirtshausschlägerei.

Fassanstich von Bernhard Reuter

Zugeschlagen hat nur einer: Landrat Bernhard Reuter (SDP), der vor zwei Jahren bei der Kirmes versprochen hatte, dass er das Bierfass anstechen werde. Ein Schlag genügte, da rann der Schaum, der mal Bier werden sollte, in die aus Bayern-Perspektive viel zu kleinen Gläser.

Die großen sollten später zum Einsatz kommen: Maßkrüge, zu stemmen beim Bayern-Dreikampf: Radi-Essen, Nageln und Bierkrugwuchten. Apropos Wucht: Eine echte Wuchtbrumme trat auch noch auf, eine, die ihr Dirndl mehr als nur ausfüllt und zur Gaudi der Gäste zu Halbplayback-Musik hochalpine Lieder wie „Heidi“ sang.

Das alles vor den offenen Mikrophonen eines Radiosenders, der angeblich feine Antennen für kuriose Feste hat, zu denen er in der Sendereihe der 100 Dinge, die man in Niedersachsen gemacht haben muss, auch die bayerische Balla-Balla-Sause aus Ballenhausen zählt.

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