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Göttingen Planen für die Ruine
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17:15 31.01.2018
Vom ehemaligen EAM-Gebäude an der Kasseler Landstraße steht nur noch das Skelett. Quelle: Frank Beckenbach
Göttingen

Die Tetraeder Immobilen GmbH aus Göttingen will das Gebäude neu nutzen – zu Wohn-, Gewerbe- und sozialen Zwecken. Der bestehende Bebauungsplan lässt diese gemischte Nutzung allerdings nicht zu. Daher hat die Stadt ein Verfahren zur Aufstellung eines neuen Bebauungsplans in Gang gesetzt, um das Tetraeder-Projekt möglich zu machen. Die Verwaltung geht derzeit davon aus, dass das planungsrechtliche Verfahren binnen Jahresfrist abgeschlossen werden kann. Ohne eine Änderung des Bebauungsplanes kann der Umbau des skelettierten Gebäudes nicht beginnen.

Außerdem soll ein städtebaulicher Vertrag mit dem Unternehmen abgeschlossen werden, in dem sich die Projektträgerin verpflichtet, die Kosten für die vorbereitenden Planungen und die Durchführung des Bauleitplanverfahrens zu tragen. Wenn das Unternehmen die sich aus diesem Vertrag ergebenden Pflichten nicht fristgerecht einhält, kann die Stadt den Vertrag ebenso kündigen, wenn die Vorhabenträgerin insolvent wird. Die Projektträgerin wiederum darf den Vertrag kündigen, wenn sie nachweist, dass sich die Realisierung des Vorhabens entgegen der ursprünglichen Annahmen als unwirtschaftlich erweist.

Unter anderem soll im Erdgeschoss des ehemaligen EAM-Verwaltungsbau eine Kindertagesstätte entstehen. Die oberen Geschosse sollen zu Wohnungen umgebaut werden, außerdem sind Büroräume vorgesehen. Das auch noch als Ruine markante EAM-Gebäude, entworfen von dem renommierten Göttinger Architekten Jochen Brandi (1933-2005) an der wohl wichtigsten Einfahrtstraße Göttingens steht seit etwa zwölf Jahren leer. Durch ein peinliches Behördenversagen war Anfang November 2016 mit der Vernichtung der Fassade begonnen worden, obwohl das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege das Gebäude knapp zwei Wochen zuvor unter Denkmalschutz gestellt hatte. Die so entstandene rechtliche Lücke nutzte der Eigentümer, um mit dem Abriss zu beginnen.

Von Matthias Heinzel

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