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Göttingen Organspendeausweis? Wir sind dabei!
Die Region Göttingen Organspendeausweis? Wir sind dabei!
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00:37 03.06.2018
Organspendeausweis Quelle: dpa
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Göttingen

In Deutschland muss sich niemand dazu äußern, ob er seine Organe im Fall der Fälle spenden möchte – oder nicht. Damit überlassen viele Menschen die schwere Entscheidung ihren Angehörigen. Denn wenn ein Mensch den Hirntod erleidet, müssen die Ärzte mit der Familie über die Spende sprechen.

Dr. Jan Liman, Oberarzt der Abteilung Neurologie an der Universitätsmedizin Göttingen, ist Transplantationsbeauftragter. Er und die jeweiligen Stationsärzte führen etwa einmal im Monat solche Gespräche mit Angehörigen. „Das sind extrem belastende Gespräche für die Familie”, sagt er. Da der Hirntod das wichtigste Kriterium für die Entnahme von Spenderorganen ist, würden die Patienten in der Regel aus dem Leben gerissen. Menschen, die beispielsweise an Infektionen oder Tumorerkrankungen sterben, kommen in der Regel nicht als Spender in Frage. Unfallopfer, Patienten mit Hirnblutungen oder Menschen, deren Gehirn nach einer Reanimation nicht mehr arbeitet, zählen zu den potenziellen Organspendern. Oft haben sie keinen Ausweis.

„Bei den Patienten, mit denen ich zu tun hatte, waren es etwa 80 Prozent, die keinen Ausweis hatten”, erklärt Liman. Dann müssen die Angehörigen, die gerade einen Menschen verloren haben, die Entscheidung treffen. Die häufigsten Bedenken: „Die Familie macht sich Sorgen, nicht im Sinne des Angehörigen zu entscheiden, weil sie nicht wissen, wie er es sich gewünscht hätte”, sagt der Mediziner. Und weiter: „Eine große Bürde.” Und genau das muss nicht sein.

Denn: Wer selbst entscheiden möchte, kann und sollte sich einen Organspendeausweis zulegen – auch wenn er nicht als Spender zur Verfügung stehen möchte. In dem Ausweis kann man festlegen, ob man spenden möchte, bestimmte Organe ausschließen, festlegen oder alle frei geben. Auf jeden Fall muss in Deutschland vor einer Organ-Entnahme eine Einwilligung vorliegen. Das ist die sogenannte Entscheidungslösung. Noch immer aber stehen viele Patienten auf Wartelisten für eine lebensrettende Transplantation. Am Sonnabend, 2. Juni, ist Tag der Organspende. Zeit, eine Entscheidung zu treffen.

Wir haben bekannte Göttinger gefragt: Haben Sie diese Entscheidung getroffen? Haben Sie einen Organspendeausweis? Und wenn ja, warum? Hier die Antworten.

Prof. Heyo K. Kroemer, Sprecher des Vorstandes der Universitätsmedizin Göttingen:. Quelle: r

„Ich habe einen Organspendeausweis, weil Organspende nicht nur ganz konkret Leben retten kann, sondern weil sie deutlich macht, dass medizinische Hilfe eine gesellschaftliche und grenzüberschreitende Verantwortung für ein Miteinander der Menschen hat.“

Sigrid Jacobi, CDU-Abgeordnete, Kreistag Göttingen. Quelle: Markus_HartwigMarkus_Hartwig

„Ich habe meinen Organspendeausweis schon seit 1983 – denn ich halte es für selbstverständlich und notwendig, anderen Menschen das Leben zu retten.“

Friedrich Selter, Superintendent, Evangelisch-lutherischer Kirchenkreis Göttingen Quelle: Picasa

„Ich habe einen Organspendeausweis, weil meine Organe nach meinem Tod vielleicht einem anderen Menschen ein besseres Leben oder sogar Überleben ermöglichen können. Jeder soll das für sich selbst entscheiden. Aber für mich persönlich ist die Organspende ein Akt der Nächstenliebe.“

Dr. Corinna Moys Wortmann, Leiterin der Geschäftsstelle der Gesundheitsregion Göttingen/Südniedersachen Quelle: r

„Ich habe einen Organspendeausweis, weil ich mich als Naturwissenschaftlerin intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt habe und als Christin Organspende für mich ein Akt der Nächstenliebe ist.“

Dr. Eckhart Mayr, Fachbereichsleiter Gesundheitsamt für die Stadt und den Landkreis Göttingen:

„Ich habe einen Organspendeausweis, weil ich auf der einen Seite aus eigener klinischer Erfahrung das oft unendliche Leid und die Ängste der Patienten erlebt habe, die dringend auf ein Spenderorgan warten und auf der anderen Seite den sinnlosen Tod verunfallter, manchmal noch sehr junger Menschen erlebt habe, deren Angehörige in einer Organspende ein wenig Trost gefunden haben“.

Gabriele Andretta (SPD), Präsidentin des Niedersächsischen Landtages Quelle: janvetter.comjanvetter.com

„Ich habe einen Organspendeausweis, weil ich weiß, wie viele Menschen verzweifelt auf ein neues Organ warten“.

Hagen Zywicki, künftiger Geschäftsführer VHS Göttingen:

„Ich habe einen Organspendeausweis, weil nichts wichtiger ist als Leben zu retten.“

Klaus-Dieter Gläser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Göttingen Quelle: STEFAN FREYDANKSTEFAN FREYDANK

„Ich habe einen Organspendeausweis, weil mir meine Organe nichts mehr nützen, wenn ich tot bin; einem anderen Menschen könnten sie aber das Leben retten!“

Matthias Müller, Medizinischer Direktor Evangelisches Krankenhaus Weende Quelle: Stefan RampfelStefan Rampfel

Ich habe einen Organspendeausweis, weil nach dem Organvergabe-Skandal gilt: Jetzt erst recht – denn die Patienten auf den Wartelisten können nichts dafür!“

Petra Broistedt, Stadträtin, Dezernentin für Kultur und Soziales in Göttingen Quelle: r

„Ich habe einen Organspendeausweis, weil ich am Beispiel meines Schwiegervaters erleben durfte, wie viel Lebensglück es bedeutet, ein Spenderorgan zu erhalten.“

Fritz Güntzler, Göttinger Bundestagsabgeordneter der CDU Quelle: Peter Heller

„Ich habe einen Organspendeausweis, weil er Leben retten kann.“

Prof. Ulrike Beisiegel, Präsidentin der Universität Göttingen:

„Ich habe einen Organspendeausweis, weil meine Organe nach meinem Tod für andere Menschen wichtig sein können.“

Sandra Hinz, Verwaltungsdirektorin Deutsches Theater Göttingen Quelle: Dorothea Heise

„Ich habe einen Organspendeausweis, weil es mir wichtig ist, dass ich dazu eine Entscheidung treffe und dies nicht meine Familie für mich tun muss.“

Sonja Zwingmann, Vorstandsmitglied Gesundheitsregion Göttingen Quelle: r

„Ich habe einen Organspendeausweis, weil Leben wertvoll ist und es durch eine Organspende trotz schwerer Krankheit weitergelebt werden kann.“

Thomas Oppermann (SPD), SPD-Bundestagsmitglied Quelle: r

„Wie wichtig das Thema Organspende ist, weiß man häufig erst, wenn es einen unmittelbar betrifft. Deshalb sollte sich jeder frühzeitig darüber Gedanken machen und eine Entscheidung treffen, ob man dazu bereit ist. Man kann mit einer Organspende viele Leben retten, wenn das eigene Leben zu Ende ist.“

Dr. Thomas Suermann, Internist und Vorstandsmitglied Gesundheitsregion Südniedersachen: Quelle: Christina Hinzmann

„Ich habe einen Organspendeausweis, weil viele Menschenleben gerettet werden könnten, wenn sich mehr Menschen zur Organspende bereit erklären würden.“

Torsten Wucherpfennig, Ratsherr (Antifa Linke)

„Ich unterstütze die Aktion, weil täglich Menschen sterben, da es nicht genügend Spenderorgane gibt und ich keine Ahnung habe, was ich mit meinen Organen nach dem Tod anfangen sollte, während anderen Leuten dadurch das Leben gerettet werden könnte.“

Tine Tiedemann, Musa Göttingen Quelle: r

„Ich habe einen Organspendeausweis, weil das Leben nach meinem Tod für andere weitergeht und so vielleicht auch gehen kann.“

Tobias Wolff, Geschäftsführender Intendant Händel-Festspiele Göttingen Quelle: Dorothea Heise

„Ich habe einen Organspendeausweis, weil es mich glücklich macht, mit einer kleinen Unterschrift ein Leben retten zu können.“

Tom Wedrins, SPD Fraktionsvorsitzender im Stadtrat Göttingen Quelle: janvetter.comjanvetter.com

Ich habe einen Organspendeausweis, weil ich Leben retten kann.“

Rüdiger Rohrig, VHS Göttingen/Osterode, Geschäftsführer

„Ich habe einen Organspendeausweis, weil ich mich freuen würde, wenn ich im Falle meines Todes mit meinen Organen noch einem anderen Menschen helfen könnte.“

Siegfried Lieske, (Grüne), Stadtrat – Schule, Personal und Ordnung Quelle: r

„Ich habe einen Organspendeausweis, weil mein Herz für das Leben schlägt.“

Von Britta Bielefeld

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