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Göttingen Einbrecher mit Technik abschrecken
Die Region Göttingen Einbrecher mit Technik abschrecken
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15:59 28.10.2018
Polizeioberkommissar Marko Otte, Beauftragter für Kriminalprotektion bei der Göttinger Polizei, berät Rosemarie und Dietmar Freimann in Sachen Einbruchschutz. Quelle: Peter Heller
Weende

In der Polizeistation an der Otto-Hahn-Straße waren aktuelle Produkte für wirksamen Einbruchschutz, wie Nachrüsttechnik für bereits vorhandene Fenster und Türen, aber auch Elemente für den Neubau oder Austausch zu sehen. Gerade in diesem Bereich lasse sich mit relativ geringem finanziellem Aufwand ein sehr guter Einbruchschutz erzielen, erklärte Marko Otte, Beauftragter für Kriminalprävention der Göttinger Polizei. Mehr als 40 Prozent aller versuchten Wohnungseinbrüche scheitern an vorhandenen Zusatzsicherungen.

Unterstützt wurden die Ermittler durch Netzwerkpartner aus den Bereichen Sicherheitstechnik und Opfer-Nachsorge. Das Landeskriminalamt hat diese sogenannten Errichter-Unternehmen geprüft und zertifiziert.

Erfahrungsgemäß steigt die Zahl der Wohnungseinbrüche in der dunklen Jahreszeit deutlich. Die wichtigsten Elemente für einen wirksamen Schutz vor Einbrüchen:

Mechanische Sicherungen

Solide Sicherungsmechanik für Haus- und Wohnungstüren, auch Nebeneingänge, Balkon- und Terrassentüren wie auch für Fenster einbauen. Sie aufzubrechen, verlangt Einbrechern einen hohen Zeitaufwand ab und verursacht Lärm. Davor schrecken auch Profis zurück. Einbrecher suchen gezielt nach Objekten mit geringem „Arbeitsaufwand“. Ziel muss es sein, „es den Tätern so schwer wie möglich zu machen“, sagt Otte.

Türriegel

Ein Zusatzschloss mit Sperrbügel an der Eingangstür verhindert das Eindringen ungebetener Gäste. In die Tür einen Weitwinkelspion einbauen.

Keller sichern

Kellerlichtschächte und Kellerfenster mit massiven und gut verankerten Gittern sichern.

Nach mechanischen Sicherungen ist auch an eine elektronische Sicherung der eigenen vier Wände zu denken. Klassische Alarmanlagen, sagt Urs Rechtenbach von der Sicherheitsfirma Nessenius & Rechtenbach aus Klein Lengden, seien nach wie vor sinnvoll: Sie schreckten Einbrecher durch Licht und Lärm ab.

Oftmals unterschätzt, sagt der Präventionsbeauftragte Otte, werde die Rolle des eigenen Verhaltens beim Schutz vor Einbrechern. Hier seien viele Bürger zu sorglos. Die Tipps des Sicherheitsexperten:

Umgang mit Schlüsseln

Schlüssel nicht außerhalb des Gebäudes verstecken. Einbrecher kennen jedes Versteck, nicht nur den berühmten Blumentopf. Schlüssel lieber bei vertrauenswürdigen Nachbarn hinterlegen. Ein neues Problem: Liegt ein moderner Autoschlüssel mit „Keyless“-Funkübertragung in geringer Entfernung hinter der Eingangstür, können Autodiebe das Signal auffangen, verstärken, zum Fahrzeug weiterleiten und dann mit dem Auto davonfahren. Otte: „In 95 Prozent aller Haushalte liegen die Autoschlüssel in einer Schüssel gleich hinter der Eingangstür.“

Türen abschließen

Beim Weggehen Türen nicht einfach nur ins Schloss fallen lassen. Stattdessen zweimal abschließen. Auch Keller- und Speichertüren sollten immer verschlossen sein.

Wertsachen

Nicht zu Hause offen herumliegen lassen. Besonders wichtige Dokumente, Gold, Schmuck oder Sparbücher am besten in einem Bankschließfach aufbewahren. Eine Liste der Wertgegenstände, am besten mit Fotos, anfertigen.

Fenster

Niemals gekippt lassen, wenn man nicht zu Hause ist. Otte: „Ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster.“ In der Regel lehnen Versicherungen einen vollständigen Schadensausgleich ab, wenn Fenster nicht komplett geschlossen waren.

Abwesenheit

Bei längerer Abwesenheit dafür sorgen, dass die eigene Wohnung nach außen einen bewohnten Eindruck macht. Nachbarn können den Briefkasten leeren, Zeitschaltuhren oder ein TV-Simulator können Licht und Fernseher zu unregelmäßigen Zeiten steuern.

Aufmerksame Nachbarschaft

Auf verdächtige Personen und Situationen achten und gegebenenfalls unter Telefon 110 melden. Insbesondere professionelle Banden, auf die laut Präventionsberater Otte etwa 40 Prozent aller Taten zurückgehen, spähen ihre Objekte in der Regel vorher sorgfältig aus. Darauf achten, ob Fremde ältere Nachbarn aufsuchen. Dann fragen, was diese Personen wollen.

Wenn der Fall der Fälle eintritt: sofort die Polizei informieren, wenn Fensterscheiben klirren oder im Treppenhaus Türen zu Bruch gehen. Niemals versuchen, Einbrecher festzuhalten.

Und was tut die Polizei?

Seit einigen Jahren hält die Göttinger Polizei nicht nur regelmäßig Beratungstage ab, sondern schickt auch Präventionsstreifen in besonders gefährdete Stadtbereiche los. Außerdem sei die Abteilung Einbruchsprävention personell deutlich verstärkt worden, sagt Otte. Erst Mitte der Woche hatte die Polizei bei einer Verkehrskontrolle in der Region knapp 1300 Fahrzeuge gestoppt und kontrolliert. Besonders im Fokus: reisende Einbrecherbanden. Solche Kontrollen soll es auch weiterhin regelmäßig geben.

Tipps zum Thema „Einbruchschutz“ enthält die Broschüre „Sicher Wohnen“, kostenlos bei der Polizei erhältlich oder hier zum herunterladen.

Von Matthias Heinzel

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