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Göttingen Bettlaken angezündet: 23-Jährige in Psychiatrie untergebracht
Die Region Göttingen Bettlaken angezündet: 23-Jährige in Psychiatrie untergebracht
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17:48 06.09.2018
Symbolbild Quelle: dpa
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Göttingen

Die 23-Jährige hatte sich in dem Anfang August gestarteten Prozess unter anderem wegen versuchter schwerer Brandstiftung verantworten müssen. Obwohl das Gericht überzeugt war, dass die 23-Jährige das Feuer in der Fachklinik gelegt hatte, endete der Prozess mit einem Freispruch. Ihre Schuldfähigkeit sei aufgrund ihrer „leichten bis mittelgradigen Intelligenzminderung“ erheblich vermindert gewesen, entschied die Kammer. Da von der Angeklagten auch in Zukunft weitere erhebliche rechtswidrige Taten zu erwarten seien und sie deshalb für die Allgemeinheit gefährlich sei, müsse sie in der Psychiatrie untergebracht werden.

Ähnlich wie an den vorherigen Verhandlungstagen wurde die 23-Jährige auch zur Urteilsverkündung in Handfesseln in den Gerichtssaal geführt. Beim Prozessauftakt hatte sie auch ein großes Stofftier dabei gehabt. Eine Angeklagte mit Kuscheltier und mit Handfesseln: Dieses „eindringliche Bild“ zeige die „große Ambivalenz, die Sie ausstrahlen“, sagte der Vorsitzende Richter Tobias Jakubetz.

Mit Fußtritten gegen Polizistinnen gewehrt

Die 23-Jährige war seit Anfang 2017 aufgrund einer betreuungsrechtlichen Verfügung des Amtsgerichts Osterode in einer geschlossenen Einrichtung in Göttingen untergebracht. Dort kam es kurz vor Weihnachten zu dem ersten angeklagten Vorfall: Damals hatte sie sich mit Fäusten und Fußtritten gegen zwei Polizistinnen gewehrt, die sie zurück auf das Klinikgelände bringen wollten. Die Staatsanwaltschaft hatte die 23-Jährige deshalb wegen eines tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte angeklagt. Dieses Verfahren wurde indes eingestellt. Grund: Die 23-Jährige hatte damals Ausgang gehabt und durfte somit auch das Klinikgelände verlassen.

Nach dem Vorfall war die 23-Jährige auf eine geschlossene Station verlegt worden. Eine Woche später steckte sie nach Überzeugung des Gerichts im Zimmer eines Mitpatienten mit einem Feuerzeug ein Bettlaken in Brand. Ein Pfleger hatte damals mit einem Feuerlöscher den Brand erstickt, insgesamt entstand ein Sachschaden von rund 600 Euro. Mitte Februar wurde die 23-Jährige aufgrund eines einstweiligen Unterbringungsbefehls des Amtsgerichts Göttingen dann im Niedersächsischen Maßregelvollzugszentrum Moringen untergebracht.

Bettlaken in Brand gesteckt

Die 23-Jährige hatte bereits kurz nach dem Brand gegenüber mehreren Klinikbediensteten die Tat eingeräumt, später dann auch bei der Befragung durch die Polizei und gegenüber dem psychiatrischen Gutachter. Nach Ansicht des Gerichts hatte sie das Feuer aus Ärger darüber gelegt, dass sie auf die geschlossene Station verlegt worden war. Dies habe sie als Unrecht empfunden. Da sie bislang keine Handlungsalternativen und Lösungsstrategien für den Umgang mit Frust entwickelt habe, drohten auch in Zukunft weitere erhebliche Taten. Deshalb sei die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus erforderlich.

Von Heidi Niemann

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