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Göttingen Bewohnerverein kauft Haus
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16:30 30.11.2018
Das Studentenwerk Göttingen verkauft die Häuser Goßlerstraße 17/17a an einen von den Bewohnern getragenen Verein. Quelle: Christina Hinzmann / GT
Göttingen

Mit dem Verkauf der beiden Gebäude Goßlerstraße 17 und 17a werde „ein innovatives und alternatives Wohnprojekt“ gefördert, erklärt das Studentenwerk. Der neu gegründete Verein will die Gebäude überwiegend für studentisches Wohnen nutzen und die Räume an die bisherigen Bewohner vermieten. Allerdings sollten die Gebäude auch wie bisher für kulturelle, (wohnungs-)politische und künstlerische Veranstaltungen genutzt werden, betont Feli Schlang, eine der Sprecherinnen der Bewohner. Die Bewohnergemeinschaft sehe sich als „stadtpolitischer Akteur im Bereich Wohnraumpolitik“. Der Erwerb der Häuser könne als „Pilotprojekt“ für andere Wohnheime des Studentenwerks dienen: „Andere können uns das gleichtun“, meint Schlang.

Großer Reparaturbedarf

Allerdings rechnen die Erwerber mit viel Arbeit: „Die Häuser sind in einem sehr schlechten Zustand“, sagt Schlang. „Es sind unglaublich viele Reparaturmaßnahmen notwendig.“

Auch das Studentenwerk kann sich „ähnliche Modelle für kleine Wohnheime mit schon jetzt sehr stark selbst organisierten Wohnformen“ vorstellen: „Derzeit finden konkrete Gespräche über ein weiteres solches Projekt statt“, die „kurz vor dem Abschluss“ stünden. Dem Käufer, dem „Verein zur Förderung von Bildung, Kultur und studentischem Leben“ zollt Studentenwerk-Geschäftsführer Jörg Magull Respekt: „Neben dem Studium einen Verein zu gründen, die Häuser zu sanieren und sich noch stark sozial zu engagieren ist keine Kleinigkeit. Dennoch habe ich keinen Zweifel am Gelingen dieses Wohnprojektes“, bei dem „Wohnen und Vereinsaktivitäten unter einem gemeinsamen Dach stattfinden“ werden.

Räumungsklagen angedroht

Der Verkauf wurde von den 33 Bewohnern der beiden Wohnhäuser und dem Studentenwerk langfristig geplant. Vorausgegangen war ein heftiger Streit zwischen Bewohnern und Studentenwerk um Mieterhöhungen und Kündigungen, der im Frühjahr vergangenen Jahres eskalierte. Unter anderem lehnte das Studentenwerk die von der Bewohnergemeinschaft geforderten Kollektivmietverträge ab. Außerdem drohte das Studentenwerk den Bewohnern mit Räumungsklagen, sollten sie nicht bis zum 18. April 2017 ihre Wohnungen verlassen haben. Doch kurz vorher einigten sich beide Seiten auf die Aufnahme von Gesprächen, die Drohung mit Räumungsklagen wurden zurückgezogen.

Mit den Streitereien ist nun endgültig Schluss: Der Kaufvertrag soll am Dienstag kommenden Woche im Beisein eines Notars unterzeichnet werden.

Von Matthias Heinzel

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