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Göttingen Biker und Cabrio-Fahrer strömen nach Hemeln
Die Region Göttingen Biker und Cabrio-Fahrer strömen nach Hemeln
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20:27 13.10.2018
Biker-Sommer im Oktober in Hemeln. Quelle: Eichner-Ramm
Hemeln

An der Gaststätte an der Weserfähre in Hemeln haben am Sonnabend die Zweiräder dicht an dicht geparkt – wie im Hochsommer. Etliche Biker und Cabrio-Fahrer nutzten das Bilderbuchwetter für eine Ausfahrt.

Sommerliche Temperaturen mit mehr als 25 Grad und strahlendem Sonnenschein – bestes Wetter für einen Ausflug mit offenem Verdeck oder auf dem Motorrad. „Wir fahren das ganze Jahr offen, aber heute, das ist schon etwas Besonderes“, sagen Monika und Heiko Bohrs aus Baunatal. Sie haben am Sonnabend im Cabrio zusammen mit den Hunden Kaja und Lisa einen Ausflug an die Weser gemacht. Das Gasthaus Zur Fähre in Hemeln kennen sie schon mehr als 30 Jahre. „Wir kommen öfter her“, sagen die Hessen. Überhaupt ist die Gaststätte mit dem großen Biergarten und Blick auf die Weserfähre als Ausflugsziel weit über die Region hinaus bekannt. Das zeigen die Kennzeichen an den vielen Motorrädern, die am Sonnabend dort geparkt sind.

T-Shirt unter der Lederkombi

Es herrscht reger Biker-Verkehr an der Weser. Ebenfalls aus dem Raum Kassel kommen Janusch Walbeck und seine Begleiterin Elbrich Boersman, die nach einer Rast im Biergarten wieder auf ihre Maschinen steigen. „Wir fahren eigentlich das ganze Jahr“, sagt Walbeck, dass das Mitte Oktober aber noch im T-Shirt unter der Lederkombi möglich sei, sei schon ungewöhnlich. Zusammen mit einem Bekannten wollen sie an diesem Sonnabend noch weiter in den Harz.

Reger Betrieb von Bikern an der Gaststätte Zur Fähre an der Weser in Hemeln

Dass in diesem Sommer im Harz verstärkt geblitzt wurde, ärgert den Alfelder Michael Habenicht und fühlt sich dadurch „gemobbt“. Den 58-Jährigen hat das schöne Wetter zusammen mit Andreas Börries daher für eine Ausfahrt an die Weser motiviert. „Wir kommen gerne an die Weser“, sagen sie. Diesmal wäre die Motorradausfahrt fast in kurzer Hose möglich gewesen. In den Vorjahren sei für ihre Touren im Oktober schon Regenkombi und Pullover notwendig gewesen. Börries indes sieht das Sommerwetter im Oktober mit gemischten Gefühlen: „Wenn sich das etabliert, müssen wir uns Gedanken machen“, sagt er.

„Sunshine Motorradgruppe: aus Hamburg nach Hemeln

Hamburger Kennzeichen hat das Motorrad von Michael Hesse. Der ehemalige Northeimer ist mit einer Gruppe Bikern unterwegs, die sich passenderweise „Sunshine Motorradgruppe“ nennt und auch nicht zum ersten Mal im Biergarten an der Weserfähre in Hemeln einkehrt. Für ihre zweitägigen Touren wählten die Hamburger gerne den Harz und den Solling, berichtet Hesse – „hauptsache hügelig und kurvig“, ergänzt er. Übernachtet werde in Höxter in einem auf Biker spezialisierten Hotel. Die Gruppe um Hesse ist mit sieben Maschinen und zehn Personen unterwegs und habe die Tour schon länger im Voraus geplant. Um so erfreuter zeigte sich Hesse von den Bedingungen. An ein solch ein sommerliches Wetter Mitte Oktober könne er sich indes nicht erinnern.

Eine relativ kurze Bikerlaufbahn haben Matthias Borchert und Christina Busche aus Höxter und aus Holzminden. Sie seien Ende Oktober auch schon im Schnee gefahren, berichten sie. Nun nutzten sie das schöne Wetter am Wochenende für eine Ausfahrt nach Hemeln. Das Fahren bei diesen Bedingungen sei allerdings „nicht nur das blanke Vergnügen“, sondern auch recht anspruchsvoll und anstrengend, sagt Christina Busche. Grund sei die tief stehende Sonne. Zwar habe sie einen Sonnenschutz am Visier, es blende aber trotzdem. Auch der Wechsel von Hell und Dunkel in Waldstücken fordere die Aufmerksamkeit.

Mögliche Gefahren

Der Bovender Fahrlehrer Tobias Hillmann, der am Sonnabend in Göttingen ein Motorrad-Sicherheitstraining leitete, warnt Zweiradfahrer vor weiteren potenziellen Gefahren. „Selbst wenn es tagsüber sonnig und warm ist, am Morgen und abends ist der Boden schon sehr kalt“, sagt er. Die Reifen hätten dann nicht mehr den Grip wie man es im Sommer gewohnt war. Laub oder Dreck auf der Straße könnten bei Feuchtigkeit auf der Straße wie Schmierseife wirken. Und in Folge der tief stehenden Sonne „geht der Motorradfahrer noch mehr unter“ und werde von Aufofahrern nur schlecht gesehen. Hillmann rät auffällige Kleidung zu tragen.

Von Britta Eichner-Ramm

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