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Göttingen Fünf Jahre Stromspar-Check
Die Region Göttingen Fünf Jahre Stromspar-Check
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00:21 07.12.2018
Quelle: dpa-Zentralbild
Göttingen

788 Haushalte davon entfallen auf die Stadt, 505 auf den Landkreis. Auf insgesamt 973000 Euro summieren sich dabei die Einsparungen, gerechnet über die Lebensdauer der Einsparhilfen wie LED-Lampen, Zeitschaltuhren oder abschaltbare Steckerleisten, die den Haushalten von der Energieagentur zur Verfügung gestellt werden.

Am Anfang aber steht die Beratung: Sie ist individuell und findet in der Wohnung der Ratsuchenden statt. Bei ihrem ersten Besuch nehmen die Stromsparhelfer sämtliche Strom- und Wasserverbräuche auf und analysieren das Nutzerverhalten der jeweiligen Familien. Mit Computerhilfe werden dann die entsprechenden Einsparpotenziale berechnet und ein detaillierter, dazu passender Effizienzplan für den Haushalt erstellt.

Im Schnitt 110 Euro weniger

Bei einem zweiten Besuch bauen die Berater dann die jeweils sinnvollen Energie- und Wasserspargeräte ein und geben konkrete Tipps für weitere Sparmöglichkeiten durch effizientes Heizen, Lüften, Kochen und Waschen. So könnten die Haushalte ihre jährlichen Energiekosten um durchschnittlich 110 Euro senken, erklärt die Energieagentur. De Austausch eines alten Kühlschranks oder einer technisch veralteten Gefriertruhe gegen ein hocheffizientes Neugerät kann die Stromrechnung noch einmal um die 100 Euro nach unten drücken. Nach einem Jahr kann der Haushalt eine weitere Beratung beantragen, um die errechneten Einsparungen mit den tatsächlich erzielten zu vergleichen.

201 Gutscheine eingelöst

Während der Laufzeit des Beratungsprogramms haben 201 Haushalte ihre Gutscheine für den Kauf eines Kühlgerätes der Effizienzklasse A+++ eingelöst – 69 im Landkreis, 132 in der Stadt. Dazu wurden vom Förderprogramm des Bundesumweltministeriums 30150 Euro abgerufen und an die Haushalte ausgezahlt.

Dabei ist das Stromsparpotenzial bei Haushalten mit geringem Einkommen besonders groß, erläutert Doreen Fragel, Geschäftsführerin der Göttinger Energieagentur. Immer noch seien in Wohnungen mit einfacher Ausstattung und daher niedrigen Mietpreisen nicht selten die stromfressenden Nachtspeicheröfen eingebaut. Die Geräte nutzen zwar den billigeren Nachtstrom, aber die Technik der Wärmeerzeugung durch Strom hat einen ausgesprochen schlechten Wirkungsgrad.

Beratung „auf Augenhöhe“

Die Stromsparhelfer der Göttinger Energieagentur kennen die Alltagsprobleme in Haushalten mit geringem Einkommen aus eigener Erfahrung, weil sie vorher selbst arbeitslos waren, sagt Ute Wetzel, Leiterin des Projekts Stromsparcheck. Sie könnten daher ihre Klientel „auf Augenhöhe“ beraten. Für diese Tätigkeit würden sie vom Fachpersonal der Energieagentur umfangreich geschult und eingearbeitet.

Von den gesunkenen Energiekosten können auch die Kommunen profitieren. Zusammen mit dem Bund tragen sie die Kosten der Unterkunft bei Beziehern von Arbeitslosengeld II und Grundsicherung. Durch die von der Energieagentur ausgelösten Kostenreduzierungen haben sie seit Projektbeginn im Jahr 2014 etwa 130000 Euro – 60000 Euro im Landkeis und 70000 Euro in der Stadt – eingespart.

15000 Soforthilfen

Etwa 15000 Stück sogenannter Soforthilfen hat die Energieagentur bereitgestellt. Dazu zählen LED-Leuchtmittel, Zeitschaltuhren oder abschaltbare Steckerleisten. Die Geräte werden vom Bundesumweltministerium zur Verfügung gestellt. Gar nicht mehr im Angebot: Energiesparlampen. Die Technik sei mittlerweile veraltet, zudem gebe es Probleme mit der Lebensdauer und Schadstoffen in ausgedienten Lampen.

Seit Beginn der Beratungstätigkeit der Energieagentur für Haushalte mit niedrigem Einkommen hat das Programm eine Senkung der CO2-Emissionen um 1520 Tonnen gesorgt, erklärt die Agentur. Davon entfallen 920 Tonnen auf die Stadt und 600 Tonnen auf den Landkreis Göttingen.

Von Matthias Heinzel

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