Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Bioenergiedorf-Genossenschaft will Wärme und Strom liefern
Die Region Göttingen Bioenergiedorf-Genossenschaft will Wärme und Strom liefern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:42 04.11.2009
Abgedecktes Getreidelager: Biomasse für Biogasanlage. Quelle: Mischke
Anzeige

Das neue grüne Ortseingangsschild steht schon, ebenso die runden Betonwände des Fermenters und des Güllebehälters. Die Biogasanlage 300 Meter vom Ort entfernt ist im Bau. Das Herzstück der Anlage ist bereits installiert. Das Blockheizkraftwerk, im Grunde ein ausgeklügelter Motor, soll künftig aus Gas Strom produzieren und mit der Abwärme Wasser für das 2,1 Kilometer lange Fernwärmenetz beheizen. Im Winter wird eine Holzhackheizung zugeschaltet. Falls alle Stricke reißen können vom Maschinenring Göttingen mobile Brenner geordert werden.

Heiko Lohrengel hat bereits zwei seiner drei Öltanks aus dem Keller entfernen und Platz für den Hausanschluss geschaffen. „Ich bin zu 100 Prozent überzeugt davon, dass wir nur etwas Nachhaltiges machen können“, sagt der gelernte Banker und Vorstandsmitglied der Barlisser Bioenergiedorf-Genossenschaft. „Die Erde weiter auszubeuten, macht wenig Sinn.“ Wie die anderen Genossenschaftsmitglieder zahlt er 2500 Euro als Einlage und 2500 Euro für den Hausanschluss. Rund 2,1 Millionen Euro werden investiert. Firmen aus Scheden, Dransfeld und Bielefeld kommen zum Zuge. Neben Samtgemeinde und Gemeinde Jühnde machen zwei Drittel aller Haushalte mit. „Seit die Bagger da sind, haben sich drei weitere Barlisser gemeldet“, erzählt Lohrengel.
Noch in diesem Jahr soll der erste Strom produziert und Wärme geliefert werden. Ein wichtiges Ziel, um die garantierten langfristigen Stromeinspeisevergütungen zu bekommen. Lohrengel: „Dann beginnt ein neues Zeitalter.“ Die Wärmekunden müssen 500 Euro Grundgebühr im Jahr und 7,5 Cent brutto je Kilowattstunde zahlen.

Vier Bauern aus dem Ort und zwei aus Nachbardörfern liefern langfristig Mais, Getreide, Mist, Gras und Gülle zum Füttern der Biogasanlage. 90 Hektar, rund zehn Prozent der landwirtschaftlichen Fläche der Gemarkung, reichen dafür aus. Mit zehn bis zwölf Tonnen Biomasse am Tag muss der Fermenter beschickt werden. Die Genossenschaft schafft auch einen Arbeitsplatz. Der 33-jährige Barlisser Mathias Bergmann leitet die Anlage.

Von Gerald Kräft

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Stadt Göttingen wird wieder Mitglied der Wirtschaftsförderungsgesellschaft WRG des Landkreises – oder besser: Sie bleibt Mitglied. Allerdings will sie künftig nur einen Jahresbeitrag in Höhe von 55 000 Euro statt 71 000 Euro zahlen – wenn der Rat der Stadt sein Okay gibt.

04.11.2009

Beim Verein Kore ist ein Projekt zur interkulturellen Mädchenarbeit gestartet. Dabei soll es angeleitete Gruppennachmittage geben, bei denen Mädchen mit unterschiedlichem kulturellen und Migrationshintergrund ins Gespräch kommen sollen.

04.11.2009

Mit „Splitter der Zeit – 9. November 2009 – 9. November 1938: eine Zeitreise“ ist die Gedenkstunde zur Reichspogromnacht am Montag, 9. November, am Platz der Synagoge (Obere / Untere Maschstraße) betitelt. Die Feierstunde wird von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und der Stadt Göttingen organisiert.

04.11.2009
Anzeige