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Göttingen „Blühstreifen-Paten“ spenden 13200 Euro
Die Region Göttingen „Blühstreifen-Paten“ spenden 13200 Euro
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00:20 20.04.2019
In den Blühstreifen am Rand von Ackerland sollen Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten sowie Vögel einen Lebensraum finden. Quelle: Peter Heller
Göttingen

Mit rund 13200 Euro haben sich „Blühstreifen-Paten“ am Projekt „Wir machen Göttingen bunter“ des Kreisbauernverbandes Landvolk Göttingen beteiligt. Zwischen sechs und sieben Hektar Blühfläche können davon nun auf dem Ackerland der Landwirte angelegt werden.

„Ich bin ehrlich platt und überrascht“, sagt Achim Hübner. Er ist der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes. „Wir haben Geld von über 120 Leuten bekommen.“ Blühstreifen-Pate kann im Grunde jeder werden: Privatpersonen, Gemeinden und Städte, Firmen, Vereine, Schulen und Institutionen.

„Vielfalt ist mehr wert“

20 Cent pro Quadratmeter Blühfläche kostet die Patenschaft bei dem Projekt. Von den Spenden legt der Kreisbauernverband zusätzlich zu bereits bestehenden Maßnahmen einjährige Blühstreifen auf dem Ackerland im Landkreis an. Die Saatmischungen, die von den Spenden angeschafft werden, sind den Landwirten dabei nicht vorgegeben.

„Es wird ein buntes Bild sein“, sagt Hübner. In manchen Teilen des Landkreises würden einige Pflanzen besser gedeihen als in anderen, ergänzt der stellvertretende Vorstand Markus Gerhardy. „Da ist das Motto: Vielfalt ist mehr wert.“ Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten sowie Vögel sollen in den Blühstreifen Nahrung und Schutz finden.

1000 Euro von der Stadt Göttingen

An dem Projekt des Landvolks will sich auch die Stadt Göttingen beteiligen. „Wir werden das Projekt voraussichtlich mit 1000 Euro finanziell unterstützen“, sagt der Sprecher der Stadtverwaltung Dominik Kimyon. Die Stadt hat im Jahr 2011 die Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen“ unterzeichnet. Die Unterschrift mache den politischen Willen deutlich, die biologische Vielfalt zu erhalten.

Die Stadtverwaltung sei sich der großen Bedeutung der biologischen Vielfalt für die Gesundheit, die Lebensqualität, das Stadtklima und für Freizeit und Erholung bewusst. „Der Rückgang der Insektenfauna macht die Dringlichkeit dieser gesellschaftlichen Aufgabe deutlich“, sagt Kimyon. „Durch die Anlage von Blühstreifen können Lebensräume für Insekten verbessert werden.“

Blühstreifen ab Mai oder Juni

Mit ihrem freiwilligen Projekt wollen die Landwirte ihre Motivation beim Umweltschutz verdeutlichen. „Wir als Landwirte sind diejenigen, die bei ihrer Tätigkeit tagtäglich in und mit der Natur arbeiten“, sagt Gerhardy. „Wir haben Interesse daran, sie zu erhalten.“ Das solle mit dem Projekt gezeigt werden.

Jetzt, mit dem Abnehmen der Nachtfröste, säen die Landwirte die Saatmischungen langsam auf den künftigen Blühstreifen aus. Es seien schließlich auch frostempfindliche Blumen dabei, sagt Gerhardy. Ab Mai oder Juni sollen die Blumen und Kräuter dann aufblühen.

Von Norma Jean Levin

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