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Göttingen Bürger wollen „Stadtteilrat“ für Leineviertel gründen
Die Region Göttingen Bürger wollen „Stadtteilrat“ für Leineviertel gründen
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19:10 08.09.2018
Initiative "Leineviertel eine Stimme geben" Quelle: Brasch
Göttingen

Zur Veranstaltung mit dem Titel „Dem Leineviertel eine Stimme geben“ haben sich Bürger aus dem Stadtteil im Jugendzentrum am Gartetalbahnhof getroffen. Ihr Ziel ist die bessere Vernetzung der Bewohner des Viertels und die Etablierung eines gemeinsamen Gremiums, eines „Stadtteilrats“. Der Grund dafür sei, dass es keinen Ortsrat oder vergleichbare Institution für das Gebiet gebe.

„Die Auseinandersetzung um die Asphaltierung des Fußwegs am Leinekanal, gegen die sich über 2000 Menschen ausgesprochen haben, zeigte deutlich, wie wichtig ein gemeinsames Gremium für den Stadtteil wäre. Es muss gewährleistet sein, dass die Meinung der Bürger in Planungsprozesse einfließt“, erklärt Paulus Paulerberg seine Beweggründe für die Teilnahme. Die Asphaltierung des Fußwegs zwischen der Jahnstraße und dem Brauweg-Wendeplatz Anfang August hatte bei den Anwohnern Proteste ausgelöst.

Der Umbau des Radwegs ist Teil des sogenannten „Nahmobilitätskonzepts Göttinger Südstadt“. Viele Bürger des Leineviertels hatten sich mit deutlichen Worten gegen die Asphaltierung ausgesprochen und beklagten auch die Informationspolitik der Stadt Göttingen. Dieser Vorfall habe dem Wunsch nach einem repräsentierenden Gremium im Stadtteil noch einmal deutlich verstärkt, sagt Paulerberg.

Belange aller Bewohner vertreten

Sarah Neumeister vom Verein Jugendhilfe Göttingen fügt hinzu, dass das Gremium auch den Zusammenhalt der Menschen verbessern soll. „Das Leineviertel ist sehr heterogen, wir brauchen mehr Begegnung. Der ‚Stadtteilrat‘ sollte die Belange aller Bewohner vertreten, egal welchen Alters oder Herkunft. Wir wollen eine Segregation, also eine Spaltung des Viertels in unterschiedliche Gruppen, verhindern“, so Neumeister.

Für Britta Talke ist es wichtig, dass der Austausch zwischen den Bürgern der Gegend wieder besser werde: „Es wird viel zu wenig miteinander gesprochen. Und auch die Bewohner der Groner Landstraße 9 müssen integriert werden“, so Talke. Der Hochhauskomplex im äußersten Norden des Leineviertels gilt seit Jahren als problematisch und Kriminalitätsschwerpunkt. Es kommt dort mehrmals pro Woche zu Polizei- und Feuerwehreinsätzen.

Gestaltung des Leineviertels

Ein wichtiger Aspekt des geplanten Gremiums sei auch die Gestaltung des Leineviertels. Ralf Ruhl lebt seit 20 Jahren dort und empfindet die Entwicklung der Gegend als bedenklich. „Die Verdichtung durch Bebauung hat zu steigenden Mieten, volleren Straßen und weniger Parkplätzen geführt. Außerdem gibt es mehr Durchgangsverkehr zum Kiessee. Für Kinder kann das gefährlich sein. Die Wohnqualität hat sich merklich verschlechtert“, erläutert Ruhl. Das Gremium solle deshalb bei der Lösung von Problemen helfen und die Wünsche der Bürger an die Stadt kommunizieren.

Als Leineviertel bezeichnet man das Gebiet des Leinebergs, sowie den westlichen Teil der Göttinger Südstadt zwischen der Leine und dem Leinekanal. Die Initiative „Dem Leineviertel eine Stimme geben“ organisiert für alle interessierten Bewohner am Donnerstag, 20. September, um 20 Uhr im Jugendzentrum am Gartetalbahnhof 1 ein Treffen. Auf diesem soll die Gründung eines Gremiums besprochen und eingeleitet werden. Alle Interessierten des Viertels seien dazu willkommen, erklärt Neumeister.

Von Max Brasch

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