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Göttingen Bürgerinitiative: "Wohnumfeld wird barbarisch zugerichtet"
Die Region Göttingen Bürgerinitiative: "Wohnumfeld wird barbarisch zugerichtet"
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21:31 25.02.2019
Die Bürgerinitiative Göttingen "Rettet den Spielplatz" hat die Baumfällarbeiten am Nikolausberger Weg für das geplante Neubaugebiet dokumentiert. Quelle: R
Göttingen

Die Worte von Bernd Graubner von der Initiative „Rettet den Spielplatz“ sind drastisch. „Den Anwohnern brach das Herz, als sie mitansehen mussten, wie ihr Wohnumfeld barbarisch zugerichtet wird.“ Bei der „Zerstörungsaktion“ sei am Freitag „um 6.10 Uhr fiel krachend der erste Baum“ gefallen. Fast 80 Bäume müssen weichen. Und mit ihnen einen Spiel- und Bolzplatz.

Die Bürgerinitiative Göttingen „Rettet den Spielplatz“ hat die Baumfällarbeiten für das geplante Baugebiet der Wohnungsgenossenschaft dokumentiert.

Auf der Internetseite der Initiative machen Anwohner und Sympathisanten ihrem Ärger Luft: „Ich frage mich immer, wie die Menschen, die so etwas anordnen und durchführen, damit umgehen – man möchte ihnen wünschen, dass sie für dein Rest ihres Lebens von schlechtem Gewissen getrieben werden und dass ihnen all die gefällten Bäume den Schlaf rauben! Ist diesen Bürokraten an ihren Schreibtischen noch nie der Gedanke gekommen, dass wir die Bäume brauchen?“, fragt etwa Gesine Pschnitzka. Georg Mangelow appelliert dort an Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD): „Wir brauchen dringend Kinder in unserer alten Gesellschaft, und was macht ihr, ihr opfert Spielplätze zugunsten von Wohnungsinteressenten.“

„Für zwölf neue Wohnungen werden 50 Bäume abgeholzt und ein jahrzehntealter beliebter Spiel- und Bolzplatz für ein großes Wohngebiet vernichtet. Ist das wirklich verantwortbar? Lohnt sich das überhaupt? Es könnten ja ohne diese Vernichtung circa 69 Wohnungen gebaut werden“, argumentiert Graubner und fordert die Wohnungsgenossenschaft erneut auf, die geplante Anzahl von 81 Wohnung auf 69 zu reduzieren.

Rückendeckung durch die Politik

Genossenschaftsvorstand Carlo Scherrer will dem nach abgeschlossenen Planungen und vorangegangenen zwei Jahren Bürgerbeteiligung nicht nachkommen. Zum einen gebe es für die Pläne der Genossenschaft fast durchweg einstimmige Rückendeckung durch die Politik. Zum anderen habe die Genossenschaft im Vergleich zu den allerersten Plänen die Zahl der Wohnungen von ursprünglich 100 auf nun 81 reduziert. Hier sei man nach Diskussionen mit Anwohnern bereits einen Kompromiss eingegangen. Durch die Gründung des Bündnisses für Wohnen 2018 und den weiterhin dringend benötigten Wohnungen für Göttingen sieht sich die Genossenschaft bestärkt, an der Zahl der Wohnungen festzuhalten.

Verkehrsbehinderungen

Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass am Mittwoch, 27. Februar, der Nikolausberger Weg zwischen 9 und 13 Uhr gesperrt werden muss. Dadurch könne es zu Verkehrsbehinderungen kommen. Eine Umleitung sei ausgeschildert. Grund sind Baumfällarbeiten, die zur Gewährleistung der Verkehrssicherungspflicht nötig seien.

Von Michael Brakemeier

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