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Göttingen Olaf Schubert: „Ich bin ein kleiner Hüne, ein Hühnchen“
Die Region Göttingen Olaf Schubert: „Ich bin ein kleiner Hüne, ein Hühnchen“
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00:26 30.05.2018
„Sexy Forever“ – Comedian Schubert zeigt sich in Göttingen von seiner aufregenden Seite. Quelle: Peter Heller
Göttingen

„Sexy forever“ – Von seiner sinnlichen Seite präsentierte sich Olaf Schubert, „Ich bin ein kleiner Hüne, ein Hühnchen“, am Sonnabend in der nahezu ausverkauften Göttinger Stadthalle. Dem Publikum verschlugen Schuberts lakonisch-sächselnd vorgetragenen Scherze wiederholt den Atem.

Einen englischen Titel („geschlechty für immer“) habe er diesmal gewählt, erklärte der Dresdener Comedian. Er wolle den amerikanischen Markt erobern („Zumindestens schon mal den rumänischen. Da ist doch Göttingen ein guter Anfang.“) Nachdem er sich über die Stadthalle echauffiert hatte (das „äh, äh, Objekt“), brachten ihn einige zu spät eintreffende Zuschauer auf die Palme („Studentischer Schlendrian. Ist das der Dank dafür, dass ich einmal etwas Kultur und Niveau in die Stadt bringe?“)

Abends in Göttingen: „Da sind wir hier noch am sichersten“

Als einige Zeit später noch einmal verspätete Gäste hereinkamen und mit leuchtenden Handys ihre Plätze suchen, wollte er abbrechen („Jetzt ist die Luft raus. Bedankt euch bei denen.“). Er machte dann aber doch weiter („Was soll man denn in Göttingen an einem Sonnabend um 20.30 Uhr auch anderes machen. Da sind wir hier noch am sichersten.“)

„Hauptsache sie zappelt und ist warm“

Sexy für immer zu sein, sei ja nicht so einfach, räumte Schubert ein. Er lästerte über Frauen („Schrumpelgen“) und die Schönheitschirurgie („Änderungsfleischerei“). Vielen Männern sei übrigens das Aussehen egal („Hauptsache sie zappelt und ist warm“). Und wer am Ende in den Hafen der Ehe einlaufe, wolle „keine aufgetakelte Fregatte“, sondern einen „wetterfesten Lastkahn“.

„Das ist doch selbstverständlich“

Vor der Ehe habe er Respekt, beteuerte der Comedian („Das ist Langstrecke. Das dauert Monate, manchmal Jahre.“) Nicht jeder halte durch. Auch er habe seine Frau schon einmal betrogen. Das sei nicht richtig gewesen, schon gar nicht im eigenen Schlafzimmer. Unerwartet habe sie in der Tür gestanden, nach der Entbindung, mit dem Kind unterm Arm. Er habe dann das Bett gemacht, eigenhändig, und hinterher gesagt: „Carola, ich erwarte dafür von Dir keinen Dank. Das ist doch selbstverständlich.“

„Sachsen-Sohl“

Ein Liebeslied, „Pamela“, präsentierte Schubert seinem Publikum – „Sachsen-Sohl“ (Soul) mit Herrn Stephan (Bass) und Jochen Barkas (Gitarre). Tänzer Machete ließ die Hüften kreisen. Schubert: „Ein Mann wie ein Zaun. Von Kopf bis Fuß Latte.“

Über Putin: „reiten ohne Pullunder, abartig“

Der Comedian wandte sich dann aber auch anderen Themen zu, etwa den starken Männern der Weltpolitik. In seiner Heimat Sachsen sei Putin populär, der sich so sportlich inszeniere, mit nacktem Oberkörper durchs Gelände reite. Pullunder-Träger Schubert: „Das muss man sich vorstellen, reiten ohne Pullunder, abartig.“ Von seiner Herrscherin erwarte er das nicht. Sie solle weiter im Amt bleiben („Jetzt keine überstürzten Wechsel an der Spitze. Wir hatten 30 Jahre Honecker.“)

Deutschland hat „militärisch gesehen den Anschluss an die Weltspitze verloren“

Er nahm die Bundeswehr aufs Korn („wir haben militärisch gesehen den Anschluss an die Weltspitze verloren. Dabei waren wir da mal führend.“), spottete über die Sturmgewehre der deutschen Armee, die er zwischen Luftgewehr und Wasserpistole ansiedelte. Die Bundeswehr versuche es jetzt mit Mitleid. Das könnte aber nach hinten losgehen. Der Feind könnte die Bundeswehrsoldaten tot streicheln oder sie erschießen, um ihrem Leid ein Ende zu machen.

Der „faulende Monopolkapitalismus“ spaltet die Welt

Er kritisierte den „faulenden Monopolkapitalismus“, der jetzt überall auf der Erde dominiere. Nur zwei „gallische Dörfer“ trotzten ihm noch: Nordkoreas und das rot-rot-grün regierte Thüringen. Dabei brauche das zu 80 Prozent bewaldete Thüringen eigentlich keine Regierung („Ein Förster würde reichen.“) Der Kapitalismus spalte die Welt in zwei Hälften. „In einer gibt es Kindergärten, in der anderen Kinderarbeit.“

Von Michael Caspar

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