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00:19 26.10.2017
Auch alte Antennen reichen für den TV-Empfang über die DVB-T2-Technik aus. Quelle: Acabashi 2017
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Göttingen

Von für den Sendebetrieb zuständigen offiziellen Stellen gibt es drei sich widersprechende Auskünfte:

Variante 1: Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) erklärt über seine DVB-T2-Auskunftsstelle, Privatsender werden wie in anderen bereits umgestellten Bereichen ab dem 8. November auch in Göttingen und Umgebung empfangbar sein.

Variante 2: Die Gesellschaft Mobilcom Freenet TV, für Technik, Betrieb und Abrechnung der privaten Sender verantwortlich, teilt mit, Privatsender werden nach der Umstellung am 8. November Göttingen und Umgebung auch weiterhin nicht empfangbar sein.

Auf ihrem Internet-Auftritt erklärt die gleiche Gesellschaft Mobilcom Freenet TV in einer interaktiven Übersicht über umgestellte oder noch umzustellende Regionen, für den Raum Göttingen sei die Technik für den Empfang von Privatsendern „noch im Ausbau“. Man rechne damit, dass der widersinnigerweise „Freenet TV“ genannte kostenpflichtige Service etwa im Frühling 2019 in Südniedersachsen an den Start gehen kann.

Auflösen lassen sich diese Widersprüche derzeit nicht, alle Beteiligten bleiben bei ihren Angaben. So verkündet etwa der NDR, seine Auskunft, der Empfang privater Sender werde ab 8. November möglich sein, sei von der Gesellschaft Mobilcom Freenet TV, also von offizieller Stelle, übermittelt worden. Die gleiche Gesellschaft hatte jedoch, wie erinnerlich, zwei andere Auskünfte erteilt, die sich nicht nur untereinander, sondern auch den Angaben des NDR widersprechen.

Für Fernseh-Nutzer ärgerlich ist die Verwirrung deshalb ärgerlich, weil von der Frage, ob Privatsender empfangen werden können oder nicht, die Entscheidung über die gegebenenfalls anzuschaffende Technik abhängt. Eine Neuanschaffung steht nämlich an, wenn die vorhandene Technik nicht für den Empfang sogenannter H.265-Signale geeignet ist, auf denen die DVB-T2-Sendetechnik basiert. Die Geräte benötigen einen HEVC-Decoder (High Efficiency Video Coding), über den die bisherigen DVB-T-Geräte – Receiver oder Fernsehgeräte – nicht verfügen. Ohne H.265 bleibt das TV-Bild ab 8. November dunkel.

Wer künftig Privatsender über die DVB-T2-Technik empfangen will, benötigt dafür einen Receiver oder ein Fernsehgerät, die über einen Steckplatz für die entsprechende Smartcard verfügen oder über ein im Empfänger zusätzlich eingebautes Irdeto-Entschlüsselungsmodul oder ein Freenet-TV-Modul für den CI+-Schacht zur Entschlüsselung. Das ist es bei den meisten Billig-Modellen nicht der Fall.

Der NDR empfiehlt allerdings ohnehin, sich vorsorglich ein Gerät mit Privat-Empfangstechnik zu kaufen. Der Preisunterschied zu den Basisgeräten betrage etwa fünf bis zehn Euro, teilt der Sender weiter mit.

Vorhandene Antennen für den alten Standard DVB-T können hingegen weiterhin genutzt werden. In Wohnorten mit etwas schlechterem Empfang sollte eine aktive Antenne mit eigener Stromversorgung eingesetzt werden, die das Signal verstärkt. Wer in einem Gebiet mit mittlerem bis schwachem Empfang, also weiter vom Sendemast entfernt wohnt, muss in der Regel auf eine Außen- oder Dachantenne zurückgreifen. Sendemasten in der Region gibt es bei Groß Ellershausen, zwischen Moringen und Uslar und nördlich von Braunlage. Das bedeutet unter anderem, dass vor allem in den Bereichen Duderstadt und Hann. Münden weiterhin Dachantennen benutzt werden müssen.

In jedem Fall wird der Empfang von Privatsendern über DVB-T2 kostenpflichtig. Nach einer dreimonatigen Gratis-Phase liegt der Preis bei 69 Euro jährlich (5,75 Euro pro Monat).

DVB-T- oder DVB-T2-Fernsehen wird derzeit von etwa zehn Prozent aller Fernsehzuschauer genutzt. Zuschauer, die ihre Programme über Kabel oder eine Satellitenanlage empfangen, müssen sich über das derzeitige Chaos keine Gedanken machen. Für sie bleibt alles beim Alten, keiner dieser Wege wird umgestellt oder gar abgeschaltet. Jedenfalls nicht demnächst.

Von Matthias Heinzel

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