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Göttingen Das MPI-Forschungsprojekt Ecobus geht in seine erste Pilotphase
Die Region Göttingen Das MPI-Forschungsprojekt Ecobus geht in seine erste Pilotphase
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16:54 11.03.2018
Das Göttinger MPI-Projekt EcoBus steht vor seiner ersten Pilotphase im Sommer Neuartige Mobilität für stadt und Land (v.l.): Prof. Stephan Herminghaus (Direktor am MPI für Dynamik und Selbstorganisation und Projektleiter EcoBus), Michael Patscheke (Projekt EcoBus), Astrid Klinkert-Kittel (Landrätin LK Northeim), Franziska Schwarz (BMin Bad Gandersheim), Jens Meyer (BM Kalefeld) und Michael Frömming (GF Zweckverband Südniedersachsen). Quelle: Christoph Mischke
Göttingen

„So sollen die im Rahmen der Grundlagenforschung entstandenen theoretischen Vorhersagen in der Praxis überprüft werden“, sagt Prof. Stephan Herminghaus, Projektleiter Ecobus und Direktor am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation (MPIDS).

Das Forschungsprojekt Ecobus greift die alte Idee des Anrufbusses auf und will sie mit den Vorteilen von Taxi- und Busfahren kombinieren, indem es Fahrtwünsche computergestützt in Echtzeit bündelt und auf eine Flotte von Kleinbussen bucht. Durch die Kombination mit bestehenden Liniendiensten entstehe nach Herminghaus‘ Worten ein Tür-zu-Tür-Transportsystem, das günstiger als ein privater Pkw und sehr bequem sei. Parkplatzsuche, Staustehen und Eiskratzen im Winter würden so der Vergangenheit angehören und abends beim Feiern müsse sich niemand mehr fragen: Wer fährt?“ Das Ecobus-System entwickelt das MPIDS in Kooperation mit dem Zweckverband Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (ZVSN) und dem Regionalverband Großraum Braunschweig im Rahmen des von der EU und dem Land Niedersachsen geförderten Forschungsprojekts „Physik eines integrierten ÖPNV-Systems“. Das bimodale Konzept lebe davon alle Mobilitätsanbieter wie beispielsweise Linienbusse, Bahnlinien oder Taxis einzubinden und somit zu stärken. „Wenn wir diese Synergieeffekte erzeugen“, sagt der Projektleiter, „dann bekomme jeder etwas von diesem Schatz“.

„Kleine Flotte“

„Für das erste Pilotprojekt während der Domfestspiele Bad Gandersheim wird zunächst eine kleine Flotte von fünf Bussen zum Einsatz kommen“, sagt Michael Patscheke, Mobilitätsmanager des Projekts Ecobus. Diese befänden sich bereits in der Produktion und müssten danach noch für ÖPNV-Belange umgerüstet werden. Die Kleinbusse verfügten über acht Sitzplätze und würden teilweise mit Niederflureinstieg und einem Rollstuhlstellplatz ausgestattet. Ein Vorteil der kleinen Busse sei auch, sagt Projektleiter Herminghaus, dass diese mit dem Pkw-Führerschein B und zusätzlichem Personenbeförderungsschein gefahren werden dürften. Während der Pilotphase werde das Bediengebiet über die Stadt Bad Gandersheim hinausgehen und die Gemeinde Kalefeld sowie die Anbindung des Bahnhofs Kreiensen einschließen, um möglichst viele Erkenntnisse zu erhalten.

„Es ist an der Zeit, neue Mobilitätsideen umzusetzen, um eine bessere Anbindung des ländlichen Raumes durch Öffentlichen Personen-Nahverkehr zu erreichen“, zeigt sich Northeims Landrätin Astrid Klinkert-Kittel erfreut. Bad Gandersheims Bürgermeisterin Franziska Schwarz freut sich auf eine bessere Vernetzung mit den Nachbarkommunen und eine neue Form der Mobilität, um die Domfestspiele und andere Attraktionen in ihrem Kreis erreichbar zu machen. „Der Ecobus wird eine Bereicherung für unsere Region sein.“ ZVSN-Geschäftsführer Michael Frömming misst dem Projekt ebenfalls hohe Bedeutung zu. „Wir bauen den Öffentlichen Nahverkehr in Süd-Niedersachsen mit zahlreichen Maßnahmen aus, um den berechtigten Forderungen nach einer umweltfreundlichen Mobilität nachzukommen. Das Forschungsprojekt Ecobus interessiert uns, um neue Erkenntnisse für den Nahverkehr in der Fläche zu gewinnen.

Langfristig könne das Ecobus-Projekt den privaten Pkw zum Vorteil von Umwelt und Gesellschaft ersetzen, ist Projektleiter Herminghaus überzeugt, denn die wichtigste Frage unserer Zeit laute: „Wie können wir diesen Planeten nachhaltig bewohnen?“

Von Christoph Mischke

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